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Unhaltbare Zustände gehören der Vergangenheit an – 1,25 Millionen Euro investiert

Greffen hat ein neues Gerätehaus

Harsewinkel-Greffen (WB). 14 Monate hat es gedauert, 1,25 Millionen Euro und einige Nerven gekostet, aber nun ist es endlich fertig: Das Feuerwehrhaus in Greffen ist umfangreich umgebaut und erweitert worden.

Stefanie Winkelkötter

Auf dem Alarmbildschirm in der Fahrzeughalle sehen die Kameraden, was für ein Einsatz ansteht. In diesem Jahr sind sie bereits 24 Mal ausgerückt. In einem »normalen« Jahr werden meist 30 Einsätze verzeichnet. Foto:

Verfügte das Gebäude früher über 340 Quadratmeter, stehen den 36 Feuerwehrleuten und einer Feuerwehrfrau nun 650 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Damit gehören die einst unhaltbaren Zustände der Vergangenheit an.

Bislang war es so, dass sich die Kameraden direkt hinter den Fahrzeugen umziehen mussten, wenn ein Einsatz anstand. Umkleideräume gab es nicht, auch die sanitären Möglichkeiten waren arg begrenzt. Inzwischen gibt es eine Umkleide samt Duschen für die Herren, eine Umkleide mit Dusche für die (noch) einzige Feuerwehrfrau. »Wir waren mit unserem Haus gar nicht unzufrieden, aber es war halt alles nicht mehr vorschriftsgemäß«, sagt der stellvertretende Löschzugführer, Markus Laumann (34), am Rande eines Rundgangs durch das neue Gebäude. Nach Marienfeld und Harsewinkel ist damit nun auch das dritte und letzte Feuerwehrhaus saniert – eine gute Nachricht für die Stadt.

Baubeginn war im Juni 2018. Seitdem ist nach Plänen des Architekten Norbert Ströer eine vierte Fahrzeughalle entstanden, neben Umkleiden und sanitären Anlagen wurden eine Werkstatt und Schulungsräume gebaut, eine Küche wurde eingerichtet, ein Funkraum, ein Büro für Löschzugführer Alfons Hennemann (55), ein Serverraum. Zudem bekam das Gebäude komplett neue Fußböden, Wände und Decken. »Es war sehr praktisch, dass wir die Fahrzeuge für drei Monate in der Halle eines Nachbarn, beim Kranservice Lücke, unterstellen konnten. Dadurch waren alle Einsätze gewährleistet, aber wir hatten hier Platz zum Bauen«, erklärt Andreas Harneke von der Stadt Harsewinkel.

Die Eingangstür ist nun an der Gebäuderückseite zu finden und als Alarmeingang gestaltet worden: Im Alarmfall schließt sich die Tür von selbst auf. In der Fahrzeughalle hängt ein großer Alarmbildschirm, auf dem die Kameraden im Ernstfall sofort sehen, was für ein Einsatz ansteht und wohin sie müssen. Die Ausrückezeit liegt in Greffen bei vier Minuten - heißt, dass nach einer Alarmierung innerhalb von vier Minuten das erste Fahrzeug auf dem Weg zum Einsatzort ist. Dort muss es laut Vorschrift acht Minuten nach der Alarmierung eingetroffen sein. Klar, dass alles rasend schnell gehen muss, fürs Umziehen stehen jedem nur etwa 30 Sekunden zur Verfügung. »Wir mussten uns erst an das neue Gebäude gewöhnen und auch die Laufwege üben«, sagt Markus Laumann. »Inzwischen klappt aber alles ganz gut.«

Neu ist auch die Zufahrtssituation. Über eine kleine Einfahrt kommen die Kameraden auf den Hof und fahren um das Gebäude herum, um dort zu parken und in die Umkleiden zu rennen. Unterdessen können die ersten Fahrzeuge bereits durch eine große Ausfahrt vom Hof rollen. »Niemand kommt dem anderen in die Quere«, nennt Löschzugführer Alfons Hennemann die Vorteile dieser Regelung. Fahrzeuge sind inzwischen vier vorhanden, im vergangenen Herbst hat die Löschgruppe einen neuen Einsatzleitwagen bekommen, und im Frühjahr 2020 gibt es ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF). Noch in der Ausschreibung ist ein Notstromaggregat, das demnächst ebenfalls im Feuerwehrhaus seinen Platz findet. Auch neue Spinde kommen noch. Zum großen Teil neu sind bereits die Helme – sie sind aus Kunststoff, damit wesentlich leichter als die bisherigen Kopfbedeckungen, verfügen über Licht und sind schneller einzustellen. »Sie schützen einfach besser«, weiß Hennemann.

Obwohl praktisch alles neu ist im neuen Gerätehaus, wurde auch ein Stück Historie eingebaut: Ein alter Stein, auf dem zu lesen steht »Anno 1950 – Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr« wurde im Flur in die Wand eingemauert. Dieser Stein war ursprünglich im Giebel des alten, 1950 erbauten Gerätehauses auf der anderen Straßenseite zu finden, das vor sieben Jahren abgerissen wurde. Seitdem war die große, dicke Steinplatte eingelagert. Nun hat sie einen neuen Platz gefunden.

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