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Greffen

Greffener Schützen planen Fest trotz vieler Risiken

Greffen (gg)

Kostenexplosion, Corona und Krieg: Noch nie hatte der Schützen- und Heimatverein Greffen so viele Risiken bei der Festplanung abwägen.

Bei der Generalversammlung gab es bezüglich der Festplanung vor allem sorgenvolle Nachrichten – aber auch Grund zur Freude. So wurden (v. l.) Stefan Meier zu Greffen und Jörg Rempe für langjährige Arbeit im Vorstand geehrt. Präsident André Lanwehr wurde in sein Amt für vier weitere Jahre gewählt.

Greffen (gg) - Noch nie in der langen Geschichte hat sich der Vorstand des Schützen- und Heimatverein Greffen so viele Gedanken um die Ausrichtung ihrer Brauchtumsveranstaltung, dem Schützenfest, machen müssen wie in diesem Jahr. Nach zwei Jahren pandemischer Entbehrungen soll das Schützenfest zu Pfingsten (3. bis 6. Juni) zwar gefeiert werden, doch es gibt Bedenken.

Zeltkosten stark gestiegen

Größter Knackpunkt sind die immens gestiegenen Zeltkosten, wie André Lanwehr, Präsident des 957 Mitglieder starken Vereines, am Samstag im Rahmen einer verkürzten Generalversammlung in der Hubertusklause verkündete. Hat der Verein bisher 9200 Euro Zeltverleihkosten für vier Schützenfest-Tage bezahlt, sollen sie nun 14800 Euro berappen. 

Um die Kosten zu senken, wurde statt wie bisher ein 800 Quadratmeter-Festzelt mit zusätzlich 150 Quadratmeter Küchenabteil ein kleineres, 600 Quadratmeter großes, Hauptzelt bestellt. Den Kassenwart wird es freuen, denn dadurch betragen die Mehrkosten nur noch 1000 Euro. Neu sind auch Stornokosten, die der Verein zahlen muss, sollte er das Schützenfest absagen. So werden im Fall einer Absage ohne behördliche Anordnung bis drei Wochen vor dem Fest 50 Prozent Stornogebühren fällig. Da weder in Sachen Corona-Pandemie noch beim Ukraine-Krieg eine Entwicklung vorhergesagt werden kann, bescherten diese Forderungen dem Vorstand ein ungutes Gefühl. 

Schützenfest trotzdem über vier Tage geplant

Zweite Hiobsbotschaft sind die gestiegenen Bierpreise. So fordert der Festwirt künftig für ein 0,25-Liter-Glas Bier insgesamt 2,50 Euro. Weil man dagegen auf die Barrikaden gegangen sei, habe der Festwirt sich bereiterklärt, 0,2-Liter-Glas für zwei Euro auszuschenken, so André Lanwehr. Nicht verhandelbar war dagegen eine Umsatzklausel, die ebenfalls neu in die Verträge mit dem Festwirt aufgenommen werden muss. Bisher habe man immer einen Festvertrag gehabt, die dem Schützen- und Heimatverein – unabhängig vom Verlauf der Feierlichkeiten – immer eine bestimmte feste Summe zugesichert habe. Durch die Umsatzklausel sei diese Zahlung nun vom Getränkeverkauf abhängig. 

Erfreulich ist dagegen, dass sich die Musiker der Band Ambiente erklärt haben, keine Preiserhöhungen zu fordern. Eine andere Band, die bisher immer am Schützenfest-Montag aufgespielt hatte, existiert nicht mehr. Um Kosten zu sparen, soll für die musikalische Unterhaltung ersatzweise ein DJ bestellt werden. In der Gesamtbetrachtung der Umstände habe der Vorstand diskutiert und sogar eine Verkürzung der Festtage in Betracht gezogen. „Am Ende haben wir dennoch beschlossen, die Risiken einzugehen und das Schützenfest im üblichen Rahmen über vier Tage zu feiern“, so der Präsident. Trotz allem schaue man mit gemischten Gefühlen in die Zukunft, denn bei bleibenden Einnahmeverlusten müsse die Gesamtausrichtung des Festes neu überdacht werden.

Langjährige Mitglieder geehrt

Grund zur Freude hatten während der Versammlung nicht nur Präsident André Lanwehr, der seit 2005 dem Verein an der Spitze vorsteht und für weitere vier Jahre bestätigt wurde, sondern auch der zweite Schriftführer Klemens Wiedenlübbert und der vierte Beisitzer und Presseoffizier Rainer Kuhlmann. Mit Anerkennung wurden auch all jene Jubilare geehrt, die 25, 40, 50, 60 und sogar 70 Jahre dem Verein die Treue gehalten haben. So wie Johannes Linnemann, der dem Schützen- und Heimatverein vor 70 Jahren im Alter von 17 Jahren beigetreten ist. Ebenfalls seit 70 Jahren Mitglied sind Josef Johannsmann, Heinrich Lange und Heinrich Rolf. 

Mit 17 Jahren ist Johannes Linnemann (rechts) dem Schützen- und Heimatverein beigetreten. Präsident André Lanwehr dankte dem Geehrten mit einer großem Tafel Schokolade.Für 60-jährige Mitgliedschaft wurden Wilfried Dütmeyer, Arnold Kalthoff, Hubert Kleine, Helmut Kötter, Hubert Meier zu Greffen und Günter Paschert ausgezeichnet. Seit 50 Jahren sind Josef Lanwehr, Herbert Raulf, Hans-Jürgen Schmitz und Hermann Westhove dem Verein treu. Eine Ehrung für 40-jährige Mitgliedschaft wurden Peter Krieft, Gisbert Dubbi, Axel Göldner, Klaus Hawerkamp, Michael Krause, Dieter Leismann, Norbert Linnemann, Günter Linnemann, Erwin Linnemann, Reinhard Linnemann, Manfred Lüffe, Norbert Molsbeck, Wolfgang Nickel, Peter Krieft, Klaus Nimz, Thomas Pelzhof, Bernhard Schmitfranz, Andreas Schmitz, Dieter Schmitz, Heinz Schwermann, Bernhard Schwermann, Robert Theis, Klemens Wiedenlübbert, Alfred Wiefel, Norbert Wienströer und Thorsten Wolff zuteil. Seit 25 Jahren sind Franz Buddenkotte, Frank Denecke, Andreas Gerhard, Jan Großewinkelmann, Georg Haget, Egbert Heinrichs, Thorsten Menzel, Oliver Niggenaber, Stefan Recker, Henning Reckert, Bernd Rohrmann, Mark Schmitz, Nico Schwermann, Frank Stolz und Marcus Terlutter dabei. 

Die 30-jährige Vorstandszugehörigkeit feiert Stefan Meier zu Greffen. Seit 25 Jahren im Vorstand aktiv ist der zweite Vorsitzende Jörg Rempe. Beide wurde durch Major Tobias Keuper ausgezeichnet. Verabschiedet wurde Fahnenoffizier Ludger Wienströer nach 16 Jahren Vorstandsarbeit.

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