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Kunsttrakt am Gymnasium mit Foto-Ausstellung eingeweiht

Heimat in neuen Räumen

Harsewinkel (WB). Seit Februar nutzen Schüler und Lehrer die neuen Kunsträume am Gymnasium. Am Freitag wurden sie offiziell eingeweiht. Aus gutem Grund erst ein gutes halbes Jahr nach der Fertigstellung.

Stefanie Winkelkötter

Rosa-Edith Debner (18) vor ihrem Werk »What the fuck is Heimat«. Auf 33 Fotos erzählt sie die Geschichte ihrer aus Russland stammenden Familie. In einer Art Projekttagebuch haben alle Schüler ihre Ideen und Fortschritte notiert. Foto: Stefanie Winkelkötter

»Wir mussten erst ankommen, die Räume mussten praktisch erst zu unserer Heimat werden, um sie einweihen zu können«, sagte Dr. Lars Zumbansen, Kunst-Fachvorsitzender, und spielte damit gleich auf die parallel zur Einweihung stattfindende Eröffnung der Kunstausstellung »Heimart« an. Im Rahmen eines Projektkurses Fotografie hatten sich im vergangenen Schuljahr 20 Elftklässler mit dem Thema Heimat beschäftigt und ihre Gedanken fotografisch festgehalten.

Drei neue Kunsträume und ein Sammlungsraum

Rund 250 Fotos hingen am Freitag im gesamten G-Gebäude – Erdgeschoss und erstes Obergeschoss bieten den naturwissenschaftlichen Fächern eine Heimat, im zweiten Obergeschoss, um das das Gebäude bekanntlich aufgestockt wurde, finden sich nun drei großzügige Kunsträume und ein Sammlungsraum. »Wir haben über Jahre ein dickes Brett gebohrt, um diese Räume bewilligt zu bekommen«, sagte Schulleiter Lambert Austermann. Nach langen Diskussionen hatte die Politik aber schließlich 900 000 Euro zur Verfügung gestellt, um die Kunsträume, die bislang im feuchten Keller des Gymnasiums untergebracht waren, an anderer Stelle ansiedeln zu können. Nun haben Schüler und Lehrer einen wunderbaren Blick auf den idyllischen Schwanenteich.

Heimat – ein schwieriges Thema

Bürgermeisterin Sabine Amsbeck- Dop­heide griff das Thema auf: »Kunsträume nach oben zu verlegen, passt – man kann die Welt von oben betrachten, sollte aber trotzdem die Niederungen nicht übersehen.« Heimat, sagte sie, sei ein sehr aktueller Begriff. Dies erfuhren auch die Teilnehmer des Projektkurses Fotografie, die sich mit dem Thema beschäftigten. »Oft wird Heimat in Zusammenhang gebracht mit nationalsozialistischen Einflüssen oder wird als Kampfbegriff gegen die Flüchtlingsströme verwendet. Daneben gibt es romantisierende Bilder – ein sehr schwieriges Thema«, erläuterte Zumbansen, der die Schüler gemeinsam mit seiner Kollegen Valérie von Rüden betreut hatte.

Ausstellung wird zum Schulfest erneut gezeigt

19 verschiedene, ganz individuelle Arbeiten sind entstanden. Manche haben ihre eigene Familiengeschichte erforscht, eine Schülerin hat eine Zirkusfamilie besucht, deren »Heimat« praktisch wöchentlich an anderen Orten zu finden ist, eine Arbeit geht der Frage nach, was Heimat für die bis vor kurzem in Marienfeld stationierten Soldaten bedeutete. »Dadurch, dass sich die Schüler ein ganzes Schuljahr mit dem Thema beschäftigen konnten, sind sie richtig tief in die Thematik eingetaucht, da sind große Emotionen entstanden«, erklärte Valérie von Rüden. Die Fotoausstellung ist noch einmal zum Schulfest am 29. September zu sehen.

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