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Nur 20 Prozent Auslastung an Harsewinkeler Schulen – Schüler essen lieber woanders

Keinen Bock auf Mensa

Harsewinkel (WB). Dass die Schüler des Gymnasiums und auch der Gesamtschule nicht gerne in der Mensa essen gehen, das kann viele Gründe haben. Nicht mal 20 Prozent der jungen Leute steht auf frisches Gemüse, Fleisch, Pudding und Co.

Elke Westerwalbesloh

Für die Fünft- und Sechstklässler ist der Mensabesuch mittags Pflicht. Allerdings können sie dort auch ihre mitgebrachte Stulle verzehren. Die Schüler der Oberstufen suchen die Kantine für ein warmes Essen fast gar nicht mehr auf. Foto: dpa

Viel lieber scheinen die Schüler das »teurere Junkfood aus der näheren Umgebung«, so der Schulleiter der Gesamtschule Andreas Stork im vergangenen Schul-, Kultur, und Sportausschuss, zu essen. Beide Schulen werden vom Wertkreis Gütersloh mit Essen beliefert. Und das zu einem fairen Preis: Aktuell kostet ein Essen dort 4,15 Euro, ab August 4,40 Euro – davon trägt die Stadt einen Anteil von 1,35 Euro, so dass die Schüler für eine gesunde Mahlzeit 3,05 Euro hinlegen müssen.

Flexibles Abrechnungssystem bringt auch Probleme mit sich

»Aus unserer Sicht läuft die Kooperation mit dem Wertkreis spitze«, erklärt Silvia Lobert, stellvertretende Fachbereichsleiterin Bürgerdienste der Stadt Harsewinkel. Das Abrechnungssystem sei sehr flexibel und auch auf Sonderwünsche gehe der Wertkreis gerne ein, fügt sie im Gespräch mit dieser Zeitung hinzu.

Aber vielleicht liegt genau darin der Knackpunkt: »Die Schüler können noch ganz kurzfristig ihr eigentlich bestelltes Mittagessen wieder abbestellen«, sagt Lobert. So sind die Jugendlichen nicht an die Mensa gebunden – schließlich bezahlen sie nur das Essen, was sie auch verzehrt haben. »Das läuft in anderen Kommunen anders«, weiß die Fachfrau zu berichten, dass oft Monatsbeiträge von den Eltern gezahlt werden.

Runder Tisch soll Konzept erarbeiten

Im Ausschuss erklärte CDU-Frau Pamela Westmeyer, dass die Mensanutzung »sexier« gemacht werden müsse. Die SPD um Manuel Feuß forderte ein vernünftiges Konzept, um die Akzeptanz in den fünften und sechsten Jahrgangsstufen zu steigern.

Alles soll nun mit den beiden Schulleitern Andreas Stork und Lambert Austermann, den Fraktionssprechern und der Verwaltung an einem runden Tisch nicht öffentlich besprochen werden.

Fakt bleibt allerdings erstmal, dass nur 54 Prozent der Gymnasiasten aus der fünften Jahrgangsstufe in der Mensa Essen bestellen, in der Oberstufe des Gymnasiums verbleibt davon ein Prozent. In der Gesamtschule sieht es noch schlechter aus: Dort haben die gerade einmal 35 Prozent der Fünftklässler und nur zwei Prozent der Zehntklässler in der Mensa gegessen.

Bis dato keinerlei Beschwerden

Der Wertkreis stellt täglich in seinen Küchen- und Mensabetrieben 1800 bis 2300 Mittagessen her. Täglich werden 1,2 bis 1,6 Tonnen Lebensmittel verarbeitet. Als Tageskalkulation rechnet der Wertkreis mit 350 Kliogramm Fleisch, 420 Kilogramm Kartoffeln, 230 Litern Soße, 380 Kilogramm Gemüse und 280 Liter Pudding.

In dem Küchenbetrieb sind 52 Mitarbeiter an 17 Standorten einschließlich Zentralküche im Einsatz. Bis dato seien keinerlei Beschwerden von Eltern oder der Schulleitung eingegangen, das es den Kindern nicht schmeckt, erklärt auch Steffen Gerz, Pressesprecher des Wertkreises.

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