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Harsewinkel

KFD fordert Aufarbeitung von Missständen

Harsewinkel (gl) - Im Rahmen der Reformbewegung Maria 2.0 beteiligt sich auch die Katholische Frauengemeinschaft St. Marien im Verbund mit der KFD St. Lucia, St. Paulus und St. Johannes an der Aktion „Thesenanschlag nach 500 Jahren“. Seit Sonntag  hängen die Thesen Maria 2.0 an den Kirchentüren aus.

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Auch an der Tür der St.-Lucia-Kirche in Harsewinkel hängen die Thesen Maria 2.0. Foto:

Und zwar nach Absprache mit Pfarrer André Pollmann. Und was steckt genau dahinter?

Forderung nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche

„Mit diesem Thesenanschlag untermauert die Reformbewegung Maria 2.0, unterstützt durch den KFD-Diözesanverband Münster, die Forderung nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche und der Aufarbeitung der Missstände in der katholischen Kirche“, erklärte Sabine Bernzen von der KFD St. Marien.

Auch die vier Harsewinkeler Frauengemeinschaften sind dabei

Und weiter machte sie deutlich: „Auch wir, die Frauen der vier Harsewinkeler Frauengemeinschaften, möchten mit dieser Aktion unserem Wunsch nach einer zukunftsorientierten Kirche Ausdruck verleihen.“ Ziel ihres Engagements ist auch eine geschlechtergerechte Kirche mit dem Zugang für alle Menschen zu allen Ämtern sowie die Aufklärung, Verfolgung und Bekämpfung der Ursachen von sexualisierter Gewalt, heißt es in der von der örtlichen KFD verschickten Mitteilung.

„Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu diesen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung“, heißt es in einer der Thesen.

Forderung nach Aufhebung des  Pflichtzölibats

Außerdem fordert die Reformbewegung Maria 2.0 eine wertschätzende Haltung gegenüber selbstbestimmter, achtsamer Sexualität sowie die Aufhebung des Pflichtzölibats ein. „Die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existenzielle Krisen gestürzt.“

Ein Signal an die Bischofskonferenz

Am vergangenen Wochenende – also vor der virtuellen Vollversammlung der deutschen Bischöfe, die vom 23. bis 25. Februar läuft – wenden sich die Reformbewegung und der katholische Frauenverband mit ihren Forderungen nach Veränderungen in der Kirche an die Öffentlichkeit.

Maria 2.0 will Großes in Bewegung setzen

„Dass Luther seine Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg genagelt haben soll, ist wohl eher eine Legende, aber seine Thesen haben etwas Großes in Bewegung gesetzt. Das wollen auch die Mitstreiterinnen von Maria 2.0“, heißt es in dem am Sonntag verschickten Schreiben der KFD.

Aus ihrer Sicht ist es notwendig, dass die deutsche Bischofskonferenz „endlich beginnt, sich ernsthaft mit den in der katholischen Kirche notwendigen Reformen auseinanderzusetzen und den Willen zu Veränderungen durch Taten zu bezeugen“.

Hintergrund

Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein. Sie ist eine bundesweit vernetzte Bewegung. Zahlreiche Maria-2.0-Gruppen – auch innerhalb des KFD-Diözesanverbands Münster – machen seit Mai 2019 immer wieder in Kirchengemeinden und im Bistum auf ihre Forderungen aufmerksam. Weitere Infos im Internet: www.mariazweipunktnull.de

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