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Besuch in Mazsalaca: Harsewinkeler Spendenaktion ermöglicht neues Dach

Krankenhaus ist wieder dicht

Harsewinkel/Mazsalaca (WB). Harsewinkels lettische Partnerstadt Mazsalaca hat viele Pfunde, mit denen sich wuchern lässt. Das Kulturzentrum, die Kunst- und Musikschule, den Echofelsen, das Museum im herrschaftlichen Gutshaus. Am Prunkstück, dem Krankenhaus, aber hat Harsewinkel großen Anteil. Vor allem am neuen Dach.

Klaus-Peter Schillig

Pflanzen die Partnerschafts-Fichte (von links): Harsewinkels stellvertretende Bürgermeisterinnen Regina Meißner-Schlömer, Pamela Westmeyer, Mazsalacas Bürgermeister Harijs Rokpelnis und Güterslohs Landrat Sven-Georg Adenauer. Fotos (3): Klaus-Peter Schillig Foto:

Das nämlich zeigte schon wenige Jahre nach dem von Bruno Kleine 1990 mit 600 000 Mark geförderten Neubau Schwächen. Die Ondoline auf dem Dach bekam Löcher, der Unterbau war zu schwach, um Pfannen draufzulegen. Der Freundeskreis Harsewinkel-Mazsalaca startete eine Spendenaktion, zu der auch Hildegard Kleine wieder eine beträchtliche Summe beisteuerte. »Insgesamt hat es nicht ganz gereicht für die Dachsanierung«, erzählt Freundeskreis-Mitgründerin und Vize-Bürgermeisterin Pamela Westmeyer. Die Aktion aber erregte Aufmerksamkeit bis ins lettische Parlament. Drei Abgeordnete stellten jeweils ihre 10 000 Euro zur Verfügung, die ihnen der Staat für soziale Zwecke zukommen lässt. Jetzt reichte es.

Pamela Westmeyer (CDU) und ihre Amtskollegin Regina Meißner-Schlömer (SPD), ebenfalls Mitbegründerin des Freundeskreises, haben sich jetzt in Mazsalaca das neue Dach angeschaut, aber auch die Skulptur zu Ehren von Bruno Kleine. Die Klinik mit Schwerpunkt Geriatrie und Palliativ-Medizin habe eine große soziale Funktion in der ländlichen Region. Deshalb soll auch gegenüber noch ein Altenheim entstehen, um Betreuungs- und Pflegefälle aus dem Krankenhausbetrieb herauszuhalten, erzählt Pamela Westmeyer.

Vorher hatten die beiden Besucherinnen gemeinsam mit Mazsalacas Bürgermeister Harijs Rokpelnis im Park gegenüber des Kulturzentrums einen Partnerschaftsbaum gepflanzt. Eine Fichte. »Die ist am besten geeignet, weil sie das ganze Jahr über grün ist und weil wir sie, wenn sie groß ist, zu Weihnachten auch noch mit Lampen dekorieren können«, schwärmte die Leiterin des Kulturzentrums, Dace Jurka.

»Staubwolke« auf Schotterstraßen

Die beiden Vize-Bürgermeisterinnen gehörten zur 60-köpfigen Delegation des Kreises Gütersloh , die die 25-jährige Partnerschaft mit dem ehemaligen Kreis Valmiera und die neue Partnerschaft zwischen Borgholzhausen und Naukseni zu feiern hatte (siehe Foto-Seite). Pamela Westmeyer war der Delegation schon voraus gereist, um in Lettland die »Staubwolke« zu treffen. Die sieben Radrennfahrer von der gleichnamigen Gruppe aus Marienfeld waren nämlich just in der vergangenen Woche im Rahmen ihrer Ostsee-Umrundung in Lettland unterwegs und wollten dabei auch der Partnerstadt einen Besuch abstatten.

200 Kilometer bis nach Tallin

Pamela Westmeyer fuhr im Begleitfahrzeug von Riga mit bis ins 140 Kilometer entfernte Mazsalaca, erlebte auf den teilweise nicht asphaltierten Nebenstraßen nicht nur echte Staubwolken, sondern auch zwei Plattfüße mit. In Mazsalaca empfingen Bürgermeister Harijs Pokpelnis und Klinik-Chefarzt Dr. Edgars Grandans die Radler. Sie hatten eine Stärkung am Abend vorbereitet und ein gesangliches Erlebnis am Echofelsen im Naturpark. Am nächsten Tag waren die fünf Radler und ihr Begleitfahrer – Laurenz Hecker, Franz Josef Ossenbrink, Bernhard Kortenbreer, Helmut Kuhre, Ewald Pickhinke und Norbert Daut – bis in die estnische Hauptstadt Tallin weiter gefahren. 200 Kilometer.

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