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Umweltausschuss: Kosten für illegalen Löschteich werden für die Stadt überschaubar

Kröten brauchen keinen Zaun auf Dauer

Harsewinkel (WB). Der Amphibienschutz am illegal angelegten Feuerlöschteich an der Hesselteicher Straße (K 14) wird günstiger als zunächst angenommen. Wie Landschaftsarchitekt Rainer Brokmann vom Büro Kortemeier Brokmann aus Herford dem Umweltausschuss am Dienstagabend mitteilte, kann auf einen dauerhaften – und teuren – Amphibienschutzzaun entlang der Hesselteicher Straße verzichtet werden. Damit muss die Stadt anstelle der zunächst genannten 60.000 Euro nur noch 10.000 Euro einplanen.

Stefanie Winkelkötter

Künftig soll der Teich eingegrünt und verschattet werden mit dem Ziel, das Gewässer für die Amphibien unattraktiv zu machen. Das könnte sicherlich auch schnell gelingen, denn die Tiere laichen im Uferbereich. Foto: Stefanie Winkelkötter

Teich liegt im Landschaftsschutzgebiet

Wie mehrfach berichtet, hat die Stadt den riesigen Löschteich seinerzeit ohne Genehmigung anlegen lassen, um die ausreichende Löschwasserversorgung im nördlichen Außenbereich zu gewährleisten. Allerdings liegt der Teich, der auch noch deutlich größer gebaut worden ist, als zunächst geplant, im Landschaftsschutzgebiet.

Hier hätte es einer Ausnahmegenehmigung bedurft, die aber seinerzeit nicht erteilt wurde. In Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Naturschutzbeirat versucht man seitdem, eine Lösung zu finden, damit das Gewässer nachträglich genehmigt wird und nicht wieder zugeschüttet werden muss.

Es geht vor allem um den Amphibienschutz

Dabei geht es vor allem um den Amphibienschutz, wie Landschaftsarchitekt Brokmann verdeutlichte. Der Feuerlöschteich eigne sich in hohem Maß als Amphibienlaichgewässer, Wanderungsbewegungen auch über die K 14 seien zu erwarten. Brokmann erklärte, von einer Ansiedlung von Berg- und Teichmolchen, Erdkröten sowie Gras- und Teichfröschen sei auszugehen.

Zählungen im vergangenen Jahr hatten ergeben, dass der Teich vor allem bei Erdkröten beliebt ist (244 Tiere), gefolgt von Grasfröschen (16). Bereits im vergangenen Jahr war der Löschteich eingezäunt worden, um ein Ablaichen zu verhindern.

Uferbereich soll verschattet werden

Künftig soll der Teich eingegrünt und verschattet werden mit dem Ziel, das Gewässer für die Amphibien unattraktiv zu machen. „Die Tiere laichen im Uferbereich“, sagt der städtische Umweltberater Guido Linnemann. Diesen Uferbereich einzuschatten, könnte relativ schnell gelingen, das Gewässer so amphibienunfreundlich werden.

Auf rund 600 Metern Länge beidseitig mobile Amphibienschutzzäune

Für den Fall, dass doch mal ein Tier unabsichtlich ins Wasser plumpst, wird ein Schacht samt Ausstiegshilfe angelegt. Darüber hinaus sollen auf rund 600 Metern Länge entlang der Hesselteicher Straße beidseitig mobile Amphibienschutzzäune mit Fanggefäßen im Abstand von zehn Metern aufgestellt werden, die durch fachkundige Mitarbeiter der Stadt betreut werden. Deren Aufgabe ist es dann auch, die Zahlen der gefangenen Tiere zu dokumentieren. „Vielleicht sind wir in ein paar Jahren so weit, dass der Teich so unattraktiv ist, dass wir den Zaun nicht mehr brauchen. Die nächsten Jahre wird er aber immer zwischen Februar und Ende April aufgebaut“, erklärt Linnemann. Die Pläne werden nun mit der Unteren Naturschutzbehörde und dem Naturschutzbeirat abgestimmt. Der Beirat tagt das nächste Mal im März.

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