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Auf dem Marienfelder Friedhof sind jetzt Rasengräber ausgewiesen

Letzte Ruhe ohne Pflege

Marienfeld (WB). Für die letzte Ruhe ihrer Lieben setzen Angehörige immer mehr auf Gräber, die nicht gepflegt werden müssen. Rasengräber heißen diese, auf dem Harsewinkeler Friedhof gibt es sie schon länger und sie werden immer stärker nachgefragt. Nun gibt es Rasengräber auch in Marienfeld und Greffen.

Stefanie Winkelkötter

Achim Vorwald (Bauhof, von links), Nadine Fiederer und Christoph Dammann (Stadt Harsewinkel) vor dem neuen Rasengrabfeld auf dem Marienfelder Friedhof. Rund um das Holzkreuz dürfen Kerzen, Blumen und Erinnerungsstücke abgestellt werden. Foto: Stefanie Winkelkötter

Die erste Bestattung einer Urne in Marienfeld hat soeben stattgefunden. Diese Form von Gräbern ist deshalb beliebt, weil sich Hinterbliebene nicht um die Pflege kümmern müssen. Die Gräber erhalten nach der Beisetzung eine 50 mal 40 mal 10 Zentimeter große Platte aus Impala-Granit, in die Namen und Daten gemeißelt werden können, den Rest des Grabes bedeckt Rasen, der vom Bauhof regelmäßig gemäht wird.

Blumen und Kerzen dürfen nicht auf dem Grab stehen

Es dürfen keine Blumen, Kerzen oder sonstigen Erinnerungsstücke auf dem Grab abgestellt werden, dafür gibt es am Kopf des neuen Rasengrabfeldes einen eigenen Bereich, in dessen Mitte ein hölzernes Kreuz steht. »Es wäre zu aufwändig, das Grab erst freizuräumen, bevor gemäht wird«, sagt Christoph Dammann, Fachgruppenleiter Tiefbau/Städtische Betriebe bei der Stadt Harsewinkel. Ausnahme: Unmittelbar nach einer Beisetzung dürfen Blumen oder Kerzen hinterlassen werden.

Dammanns Erfahrung nach ist diese Grabform so gefragt, weil viele Menschen ihren Angehörigen nicht aufbürden wollen, 30 Jahre lang für die Grabpflege aufzukommen. Denn 30 Jahre beträgt die Liegezeit. Ein Rasensarggrab kostet für die drei Jahrzehnte 1000 Euro, ein Rasenurnengrab 400 Euro – die Preise sind Ende des vergangenen Jahres deutlich gestiegen, zuvor kostete das Rasenurnengrab 77,87 Euro, das Rasensarggrab 198,58 Euro. Diese Bestattungsform ist künftig auch für den Greffener Friedhof vorgesehen, dort ist aber geplant, die Gräber zwischen den bestehenden Feldern zu integrieren. Bestattungen gab es dort noch nicht.

Nachfrage nach Urnengräbern ist groß

In Marienfeld ist eigens ein Feld angelegt und mit Rollrasen ausgestattet worden, auf dem 48 Urnen und 28 Särge Platz finden – in Greffen können 25 Urnen und 24 Särge auf diese Art bestattet werden. In Harsewinkel gibt es übrigens bereits seit knapp zehn Jahren Rasengräber, seinerzeit wurden 151 Gräber für Urnen geschaffen, 60 Einzelsarggräber und 25 Doppelsarggräber. »Die Tendenz zu den Sarggräbern geht zurück, aber die Nachfrage nach Urnengräbern ist unvermindert hoch«, betont Christoph Dammann.

Der Bauhof hat in Marienfeld auch zwei Wege hergerichtet, was Dammann zum Anlass nimmt, darauf hinzuweisen, dass der Friedhof nicht mit dem Auto befahren werden darf. Neue Schilder am Eingang weisen ausdrücklich darauf hin. »Das passt auch nicht zur Würde des Ortes«, betont Nadine Fiederer von der Stadtverwaltung. Aktuell laufen zudem die Überprüfungen zur Standsicherheit von Grabmalen. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes überprüfen, ob die Grabsteine einem Druck von 40 Kilogramm standhalten. Wenn nicht, werden die Angehörigen angeschrieben und aufgefordert, für Sicherheit zu sorgen. Dieses Jahr wurden aber deutlich weniger wackelige Grabsteine entdeckt als im Vorjahr.

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