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Eichenprozessionsspinner: Stadt nimmt 100.000 Euro in die Hand

Massenbefall erwartet

Harsewinkel (WB). Der Bauhof soll künftig dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken. Die gefährlichen Raupen hatten im zurückliegenden Sommer an mancher Stelle im Stadtgebiet für Aufregung gesorgt. Für die Zukunft will man sich nun entsprechend rüsten.

Stefanie Winkelkötter

Der Umweltberater der Stadt Harsewinkel, Guido Linnemann, erwartet im nächsten Jahr in Harsewinkel sogar mit einem Massenbefall an Eichenprozessionsspinnern. Vor allem die Haare der Raupen machen den Menschen zu schaffen. Foto: dpa

Die Mitglieder des Umweltausschusses haben auf Initiative der CDU um Angelika Wensing beschlossen, insgesamt 100.000 Euro für die Bekämpfung des Falters, der beim Menschen schwere Hautirritationen auslösen kann, zu bewilligen. Davon soll der Bauhof entsprechend ausgerüstet werden, um im Fall der Fälle eingreifen zu können.

Allerdings: Die Bauhof-Mitarbeiter sollen sich nur um die öffentlichen Flächen kümmern, nicht um private, machte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dop­heide deutlich. Für private Flächen müssen die Bürger weiterhin Schädlingsbekämpfer beauftragen.

Terminkalender der Schädlingsbekämpfer im vergangenen Sommer randvoll

Apropos Schädlingsbekämpfer: Deren Terminkalender waren im vergangenen Sommer randvoll. Und die Stadt rechnet damit, dass der Befall des Eichenbestandes in Zukunft noch zunehmen und dauerhaft zum Problem wird. Umweltberater Guido Linnemann rechnet sogar mit einem Massenbefall. In Harsewinkel mussten die Experten im Sommer die Eichen an der St.-Johannes-Schule Greffen vom Eichenprozessionsspinner befreien. Auch Eichen am Sportplatz Herbergerstraße und zwei Bäume im Harsewinkeler Stadtpark waren betroffen, hier wurden die Flächen durch Warnschilder gekennzeichnet und durch Flatterbänder abgesperrt.

Zudem wurden der Stadtverwaltung von Privatpersonen über etwa 50 weitere Stellen im Stadtgebiet informiert, an denen die Raupen gesichtet wurden. Die meisten der gemeldeten Bäume standen aber auf Privatgrund.

Drei städtische Mitarbeiter klagten über allergische Reaktionen

Drei städtische Mitarbeiter klagten im Sommer über allergische Reaktionen. Sie waren allerdings nicht damit beauftragt worden, Nester zu entfernen, sondern kamen im Rahmen ihrer »normalen Arbeiten« mit den Härchen der Raupen in Kontakt. Teilweise mussten die Stadtmitarbeiter sogar ärztlich behandelt werden.

Um künftig schnell reagieren zu können, soll ein Heißwasserschaumgerät zum Abspülen der Nester von den Bäumen angeschafft werden. Kosten: 40.000 Euro. Das Gerät kann auch zur Desinfektion von Bänken, Spielgeräten oder Spielsand und zur biologischen Unkrautvernichtung auf städtischen Flächen verwendet werden.

Gebrauchter Hubsteiger kostet etwa 40.000 Euro

Zudem soll ein Hubsteiger gekauft werden, um Nester in größerer Höhe erreichen zu können. Gebrauchte Maschinen kosten ebenfalls etwa 40.000 Euro. Die Stadt will nicht auf Leihgeräte setzen, deren Miete etwa 290 Euro pro Tag kosten würde, weil zu befürchten ist, dass aufgrund hoher Nachfrage kurzfristig keine Hubsteiger zur Verfügung stehen. Zusätzlich müssen entsprechende Schutzanzüge für die Bauhof-Mitarbeiter angeschafft werden. Die Verwaltung rechnet damit, dass zur Bedienung des Heißwasserschaumgerätes je nach Einsatzort bis zu drei Mitarbeiter benötigt werden, die pro Einsatz mit Anfahrt etwa zwei Stunden beschäftigt sind. So soll die Gefahr gebannt werden.

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