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Nach drei Umzügen endlich am Ziel

Marienfeld (gg). Im Aus-, Um- und Einräumen seiner Ladeneinrichtung und Fahrradwerkstatt hat der Marienfelder Zweiradhändler und Mechaniker André Werner reichlich Erfahrung. Nun hat er sein endgültiges Domizil bezogen.

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Hat sein Fachwerkdomizil bezogen: Der Marienfelder André Werner, Inhaber von „Werners Fahrrad Fach-Werk“, ist angekommen. Im Erdgeschoss des sanierten Fachwerkhauses Kuhlbrocks Hof an der Straße Südfeld 46 residiert der Marienfelder Zweiradhändler ab sofort mit Handel und Werkstatt. Foto:

Im September 2006 eröffnete André Werner an der Klosterstraße in Marienfeld ein Geschäft. 2016 zog er als Übergangslösung zunächst in die Sportabteilung der Modewelt Bessmann und 2018 in eins der Bessmann-Fachwerkhäuser um. Seit wenigen Tagen ist André Werners Fachgeschäft endlich in das neu errichtete, ehemalige Wohnhaus Kuhlbrocks Hof umgezogen.

Altem Gebäude wieder Leben eingehaucht

Obwohl André Werner mittlerweile beim Umziehen genauso sportliche Zeiten hinlegt, wie mancher Sportrennfahrer, hofft er, seine Sachen sobald nicht mehr packen zu müssen. „Hier möchte ich alt werden, denn auf Umzüge habe ich keine Lust mehr“, sagt er. In dem Gebäude an der Straße Südfeld Südfeld 46 findet sich zwischen altem Fachwerk und einem Hauch von Industrie-Chic auf insgesamt 230 Quadratmetern eine breite Auswahl an Zweirädern, Zubehör und Ausrüstung. Im hinteren Bereich der Ausstellungs- und Verkaufsfläche hat André Werner seine Werkstatt eingerichtet.

Mit seinem neuen Geschäftsumfeld, zwischen den Modehäusern Bessmann und Kleine, direkt an der B 513, ist André Werner äußerst zufrieden. „Die Lage ist 1 A und mein Geschäft wird gut gesehen“, sagt der Marienfelder.

Modeunternehmer Volker Bessmann und sein Vater Heiner Bessmann hatten Brackwedes älteste Hofstelle Kuhlbrocks Hof gekauft. Mit dem Wiederaufbau des 236 Jahre alten Vierständerhauses auf dem Bessmannschen Areal haben sie dem Gebäude neues Leben eingehaucht.

Geschäftlicher Tatendrang ausgebremst

Während in den Obergeschossen insgesamt sieben Wohnungen entstanden sind, ist André Werner mit dem Geschäft „Werners Fahrrad Fach-Werk“ im Erdgeschoss eingezogen. Seit fünf Jahren weiß er, dass das Gebäude irgendwann seine neue Geschäftsadresse werden wird. „Es hat sich alles immer wieder verzögert. Aber jetzt bin ich froh, endlich angekommen zu sein“.

Alles könnte so perfekt sein, wenn nicht die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Lockdowns den geschäftlichen Tatendrang von André Werner ausbremsen würden. Während die Zweiradwerkstatt geöffnet sein darf, müssen Verkauf und Handel geschlossen bleiben. Und das in einer Zeit, in der die Menschen das Fahrrad seit rund zwei Jahren neu für sich entdeckt haben. Corona hat den Trend zum Radfahren zusätzlich deutlich befeuert. Das merkt auch André Werner. „Außer E-Bikes, Cargorädern und Lastenrädern als umweltbewusste Verkehrsmittel sind auch Sporträder für den Freizeitbereich schwer nachgefragt.“ Derzeit geht jedoch erneut kein einziges Rad über die Ladentheke.

Ein weiteres Problem: In den großen Fahrradproduktionsstätten, beispielsweise in Fernost, komme es derzeit aufgrund von Quarantäne-Verordnungen und Schutzmaßnahmen, aber auch durch eine unerwartet hohe Nachfrage, zu Engpässen bei Bauteilen, sagt der Fahrradexperte. Planungssicherheit und Produktverfügbarkeit seien deshalb in diesem Jahr für Fahrradhändler echte Herausforderungen.

Onlineshop keine Option

Der Marienfelder hat deshalb vorgesorgt: Sobald der Lockdown aufgehoben wird, kann er seiner Kundschaft nach eigenen Angaben eine große Vielfalt an Fahrrädern liefern. Vor allen den E-Bike-Bereich aber auch den sportiven Sektor, rund um Mountainbikes und Rennräder, hat er aufgrund der hohen Nachfrage ausgebaut. Durch die Kooperation mit einer Bielefelder Radmanufaktur können Kunden zudem ihr Fahrrad nach persönlichen Wünschen zusammenstellen.

„Es wird höchste Zeit, dass der Lockdown aufgehoben wird, denn wenn der Verkauf nicht bald wieder anläuft, wird es eng. Einzige Verdienstmöglichkeit ist aktuell die Werkstatt. Die macht aber gerade mal 15 Prozent des Gesamtumsatzes aus und gleicht den Verlust im Verkauf auf keinen Fall aus. Hinzu kommt, dass ich die gesamte Ware vorfinanzieren musste“, sagt André Werner. Er habe sich bewusst gegen einen Onlineshop entschieden, fügt er hinzu. Für die stetige Überwachung von Anfragen müsste er einen Mitarbeiter einstellen. Als kleiner Einzelhändler sei dies aber nicht machbar, so André Werner.

Die Werkstatt ist von montags bis freitags von 10 bis 12.30 und – außer mittwochs – von 14.30 bis 17 Uhr geöffnet. Samstags ist sie geschlossen. Für Terminvereinbarungen und Fragen rund ums Rad und Ersatzteile ist André Werner unter 0174/4059127 erreichbar.

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