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Harsewinkeler Tierarztpraxis hat in den vergangenen Wochen viele heimatlose Katzen aufgenommen

Neues Zuhause dringend gesucht

Harsewinkel (WB). Zahlreiche heimatlose Katzen sind in den vergangenen Wochen in der Tierarztpraxis von Dr. Elke Meyer-Wilmes gestrandet. Die Vermittlung fällt jedoch schwer.

Eddie Wienströer

Janine Flaskamp mit drei der fünf jungen Katzen aus dem letzten Wurf. Foto: Wienströer

»Es sind nun mal Ferien, da schaffen sich die meisten keine Haustiere an«, sagt Janine Flaskamp, tiermedizinische Fachangestellte in der Tierpraxis. Umso mehr hofft die Angestellte, dass die Tiere von netten Familien aufgenommen werden.

Eine Mutterkatze samt ihrer fünf Kleinen im Alter von sechs Wochen sowie fünf weitere Katzen wurden in den vergangenen Wochen in der Praxis abgegeben. Erschwert wird die Vermittlung durch die »unattraktiven Farben« der Katzen: Erfahrungsgemäß finden schwarze und getigerte Vierbeiner schwerer einen Abnehmer.

In der Vergangenheit kam es bereits vor, dass Katzen nicht in ein neues Zuhause vermittelt werden konnten. »Die Tiere tun mir jedes Mal Leid, weil ich selbst keine mehr adoptieren kann«, erzählt Janine Flaskamp, die bereits vier Katzen bei sich beherbergt.

Wer sich vorstellen kann, einem der Streuner ein neues Zuhause zu schenken, kann sich in der Praxis melden. Denjenigen, die vorher einen Blick auf die Vierbeiner erhaschen wollen, empfiehlt Janine Flaskamp die Facebook-Gruppe »Fundtiere aus Harsewinkel und Sassenberg«. »Ich poste dort Bilder aller Streuner, die bei uns abgegeben werden«, sagt Janine Flaskamp. Darüber hinaus sei die Gruppe äußerst nützlich, wenn jemand sein Haustier vermisse.

Die Aufnahme einer Fundkatze will jedoch wohl überlegt sein: »Eine Katze wird bis zu 20 Jahre alt«, sagt die Fachangestellte. Obwohl die Tiere kostenlos in der Praxis aufgenommen werden, sollten sich Besitzer auf Kosten nach der Annahme einstellen: »Futter, Impfungen und Entwurmungen kosten Geld und Tiere können auch mal krank werden«, so Flaskamp. Im schlimmsten Fall hat die Praxis abgegebene Haustiere jedoch auch zurückgenommen. »Eine Rückgabe ist besser als das Tierheim.«

Die Tiere, die abgegeben werden, werden in der Praxis von Elke Meyer-Wilmes stets gut versorgt. Für Eigenleistungen, wie Prüfung auf Flöhe, Milben und Würmer trägt die Praxis die Kosten. Für Medikamente, Kastration, Unterkunft und das Futter übernimmt die Stadt die Zahlungen. »Die Stadt freut sich riesig, in uns eine Anlaufstelle zu haben«, sagt die Fachangestellte.

Wer selbst auf ein heimatloses Tier stößt, sollte erst einmal Wasser und eventuell Käse bereitsstellen. Anschließend könne die Praxis für eine Abgabe telefonisch kontaktiert werden. »Wir haben hier noch niemanden abgewiesen«, versichert Janine Flaskamp.

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