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Gasthof Wilhalm: Gastronomen-Suche erweist sich als schwierig

Noch keinen Pächter gefunden

Harsewinkel (WB). Nach wie vor sei man mit Blick auf den Gasthof Wilhalm in der Bearbeitungsphase, sagt Stadtplaner Reinhard Pawel. Heißt: Ein Pächter für das altehrwürdige Lokal an der Dr.-Pieke-Straße ist immer noch nicht gefunden.

Stefanie Winkelkötter

Der Gasthof Wilhalm an der Dr.-Pieke-Straße in Harsewinkel steht seit einiger Zeit leer. Die Stadt sucht einen Pächter. Bislang ist die Suche jedoch erfolglos verlaufen. Foto: Stefanie Winkelkötter

Weniger als zehn Interessenten hatten sich bis zum Ende der Bewerbungsfrist im Mai bei der Stadt gemeldet mit der Idee, den Gasthof weiterzuführen. Von diesen »weniger als zehn« sind jetzt nach Auskunft Pawels noch »weniger als drei« übrig, mit denen intensive Verhandlungen geführt werden. Viele kleine Details seien zu klären, die Voraussetzungen nicht einfach, sagt Pawel. »Aber wir sind volle Pulle dran.«

Drei Bewerber in der engeren Auswahl

Weil sich die Verpachtung der Gaststätte Wilhalm als nicht ganz einfach erwiesen hat, hat der Stadtrat bereits beschlossen, die Pacht zu verringern. Zunächst wurden als Pachtpreis für das gesamte Objekt mindestens acht Prozent vom Nettoumsatz zuzüglich Nebenkosten erwartet, inzwischen sind es nur noch vier Prozent. »Die geringere Pacht ist aber nicht das ausschlaggebende Kriterium«, weiß Pawel. »Natürlich macht es die Verhandlungen aber etwas leichter.«

Problematisch ist offenbar, dass nur befristete Verträge abgeschlossen werden können. Immerhin soll das ganze Ensemble wie berichtet zu einem »Dritten Ort« entwickelt werden, der zum Beispiel Kulturangebote, die Volkshochschule oder auch das Standesamt beherbergen könnte. Für die Konzeptentwicklung fließen 50.000 Euro Fördermittel vom Land – das bedeutet aber auch, dass noch keine Nägel mit Köpfen gemacht werden können, dass ein potenzieller Pächter also nicht langfristig planen kann. »Die zwei Jahre, die wir anvisieren, sind keine leichte Hürde«, gibt Pawel zu.

Dazu komme aber auch noch die personelle Thematik. Das Ehepaar Koriath, das den Gasthof mehr als 50 Jahre lang mit viel Herzblut leitete, sei eine Institution und verfüge über einen hohen Bekanntheitsgrad. Pawel: »Den Gasthof weiterzuführen, bedeutet, in große Fußstapfen zu treten. Das traut sich nicht jeder zu.«

Kleine Stadt ohne große Touristenströme

Langfristiges Ziel der Stadt sei es nach wie vor, eine Kombination aus Gaststätte und öffentlicher Nutzung zu erreichen – nur wie diese konkret aussehen wird, ist noch unklar. Sich darauf einzulassen, ist für potenzielle Pächter schwierig. »Alle Erfahrung mit diesem Gebäude rührt schließlich aus der Komplettnutzung als Gastwirtschaft«, weiß Pawel. Das ist alles nicht so einfach, vor allem, weil wir in einer kleinen Stadt leben und keine Touristenströme wie in Großstädten garantieren können.«

Die Stadt hofft aber trotzdem darauf, dass die Immobilie nicht lange leer steht. Pawel: »Die Sorge ist, dass durch den Leerstand Menschen angelockt werden, die dort nichts zu suchen haben. Wir wollen natürlich, dass es schnell weitergeht. Aber zaubern können wir auch nicht.«

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