1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Harsewinkel
  6. >
  7. Ostortstraße wird keine Fahrradstraße

  8. >

Das hat sich die SPD

Ostortstraße wird keine Fahrradstraße

Das hat sich die SPD

Fraktion anders vorgestellt: Ihr Prüfantrag, ob und unter welchen Voraussetzungen die Ostortstraße von der B 513 bis zum Tecklenburger Weg nach Harsewinkel als Fahrradstraße ausgewiesen werden könnte, ist im Planungs- und Bauausschuss nicht zur Abstimmung gekommen.

Kein Konfliktpotenzial zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr hat die Kreispolizeibehörde Gütersloh auf der Ostortstraße festgestellt, weshalb der Antrag der Harsewinkeler SPD erst gar nicht zur Abstimmung kam.

„Ein solches Vorhaben ist nicht ohne Weiteres durchführbar“, sagte Esther Beckmann-Jahrsen, Mitarbeiterin im Fachbereich Bauen und Städtische Betriebe, und verwies auf die Stellungnahme der Verwaltung. Demzufolge setzt die Anordnung einer Fahrradstraße voraus, dass eine konkrete Gefahr für die Sicherheit und Ordnung des Verkehrs vorliegt, die mit jener Ausweisung beseitigt wird. Es handele sich um eine Maßnahme, die nur zu gefahrenabwehrenden und eben nicht zu planerischen oder verkehrspolitischen Zwecken angeordnet werden könne. Für derartige Eingriffe sei grundsätzlich die Straßenverkehrsbehörde Kreis Gütersloh zuständig.

 Die Anordnung einer Fahrradstraße bedinge außerdem ein Einvernehmen mit der Kreispolizeibehörde Gütersloh. Die wiederum habe keinerlei Konfliktpotenzial zwischen Rad- und motorisiertem Verkehr feststellen können. Eine konkrete Gefahr liege demzufolge nicht vor. „Vielmehr würde die Anordnung einer Fahrradstraße ein solches Konfliktpotenzial erst hervorrufen, da insbesondere mit einer geringen Regelungsakzeptanz der Maßnahme – vor allem für die Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 30 – zu rechnen ist“, heißt es. Dies könne in einer Scheinsicherheit münden, die wiederum eine zusätzliche Gefahrenquelle darstelle. Die Straßenverkehrsbehörde hat daher im Einvernehmen mit der Kreispolizei abgelehnt, die Osttorstraße zu einer Fahrradstraße zu machen.

 Die Sozialdemokraten reagierten enttäuscht auf diese Entscheidung. Viele Leute führen dort Rad, die Bedingungen seien schlecht, sagte Uwe Goldstein. Der sachkundige Bürger verlangte, die Verkehrswende nicht nur mit Worten, sondern auch mit konkreten Taten einzuleiten. „Die Kreispolizeibehörde sagt viel, wenn der Tag lang ist“, bemerkte SPD-Ratsmitglied Michael Wagner süffisant. Auch er brachte sein Unverständnis über die Ablehnung der Fahrradstraße zum Ausdruck.

Dieter Berheide (CDU) äußerte grundsätzliches Verständnis für das Anliegen der SPD, jedoch nicht am fraglichen Standort. „Warum sollte man eine Gefährdung herbeiführen, wo keine ist?“, fragte er rhetorisch. Dort führen nur wenige Autos, die Radfahrer würden nicht behindert. Der Christdemokrat regte an, eher den Radweg an der B 513 zu verbessern.

Startseite
ANZEIGE