1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Harsewinkel
  6. >
  7. Rollstuhl-Mord: Angeklagter schweigt

  8. >

Prozessauftakt: 50-Jähriger soll einen Rentner in Beelen getötet haben

Rollstuhl-Mord: Angeklagter schweigt

Beelen (WB). Zuerst soll er dem halbseitig gelähmten Rentner (71) einen Holzscheit auf den Kopf geschlagen, danach ihm mit einem 16-Zentimeter langen Messer dreimal in den Rücken gestochen haben: Der mutmaßliche Täter, Gregor K., steht seit Dienstag vor dem Schwurgericht Münster.

Wolfgang Wotke

Der 50-jährige Gregor K. aus Oelde muss sich wegen des Verdachts des Raubmordes vor dem Schwurgericht Münster verantworten. Foto:

Ihm wirft die Staatsanwaltschaft Raubmord vor, denn bei dem Überfall am 23. Dezember 2017 in Beelen soll er 14.800 Euro erbeutet haben. Das Geld fand die Kripo später unter einem TV-Tisch versteckt in seiner Wohnung in Oelde. Doch zum Prozessauftakt schweigt der Angeklagte.

Genetischer Fingerabdruck führt zum 50-Jährigen

Die Kripo hat indes eindeutige Beweise gegen den gebürtigen Polen. Eine DNA-Spur, die an einem Holzknüppel gesichert wurde, der am Tatort vorgefunden wurde, konnten Experten des Landeskriminalamtes Düsseldorf dem 50-jährigen Beschuldigten zuordnen. Denn: Sein genetischer Fingerabdruck befindet sich in einer Datenbank in Österreich. Dort ist er anscheinend bereits bei einer anderen Straftat aufgefallen, so dass seine DNA gespeichert worden ist.

Hintergrund der Bluttat in Beelen soll nach Ansicht der Staatsanwaltschaft seine jahrelange Alkoholabhängigkeit und finanzielle Not gewesen sein. Nachdem gestern die Anklageschrift verlesen worden war, hat sein Strafverteidiger einen Antrag gestellt, die polizeiliche Vernehmung seines Mandanten nicht durch das Gericht zu verwerten: »Gregor K. hatte noch 2,68 Promille im Blut. Außerdem hat er die Belehrung der Beamten nicht verstanden.«

Leiche an Heiligabend aufgefunden

An Heiligabend hatten Angehörige den Rentner tot und blutüberströmt in seinem Rollstuhl sitzend in seiner Küche in Beelen an der Letter Straße aufgefunden. Nach bisherigen Ermittlungen ist der 71-Jährige am Freitag, 22. Dezember – zwei Tage vor Heiligabend – zum letzten Mal lebend gesehen worden.

Laut Anklage soll sich der Täter am 23. Dezember gegen 10.30 Uhr Zugang zu dem Gebäude des Opfers verschafft haben. Kurze Zeit später muss der Mörder dann zugeschlagen und die Zimmer durchsucht haben.

Für den Prozess hat das Schwurgericht Münster insgesamt noch acht Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 20. Juli gesprochen werden.

Startseite