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Arvato nimmt in Harsewinkel fahrerlose Gabelstapler in Betrieb

Sechs Superhelden sausen los

Harsewinkel (WB). Sie tragen die Namen von Superhelden und sorgen dafür, dass bei der Warenbeförderung jetzt alles noch glatter läuft als bisher: Arvato Supply Chain Solutions hat am Standort Harsewinkel ein fahrerloses Transportsystem installiert. Sechs Gabelstapler – mit den klangvollen Bezeichnungen Hulk, Thor, Superman, Spiderman, Batman und Super Richie – fahren nun selbstständig durch das riesige Distributionszentrum und bringen etwa 400 Paletten am Tag zu ihrem jeweiligen Ziel.

Stefanie Winkelkötter

Fabian Generotzky (links), Director Operations und verantwortlich für alles, was Transport und Warenbewegung angeht, und Projektleiter Erich Berg mit dem selbstständig fahrenden Gabelstapler Thor, einem der sechs neuen Arvato-Superhelden. Foto: Winkelkötter

In einem der drei Gebäude am Standort Gottlieb-Daimler-Straße, in der Halle Harsewinkel I, hat Arvato das System im Dezember in Betrieb genommen. „Wir hatten hier sehr lange Transportwege“, erklärt Director Operations Fabian Generotzky, der für alles verantwortlich ist, was den internen Transport und die Warenbewegung betrifft. Nun fahren die Geräte immer wieder die so genannte zentrale Nullschiene entlang, einen etwa 150 Meter langen Gang, von dem aus zehn Hallenmodule abgehen. Oder sie sind im Wareneingang im Einsatz und sorgen dafür, dass ankommende Waren passend verräumt werden.

Steuerung läuft über 300 Reflektoren

Eingesetzt werden die fahrerlosen Gabelstapler im Bereich Healthcare, wo Medikamente und alles, was im und rund um einen Operationssaal gebraucht wird, gelagert und weitervertrieben wird, sowie im Bereich Corporate Information Management (CIM), wo es vor allem um Marketing-Logistik geht, zum Beispiel um Poster oder Broschüren, also um viel Papier. Damit müssen die von der Firma Jungheinrich entwickelten Fahrzeuge auch große Lasten tragen können – bis zu 1,5 Tonnen Gewicht können transportiert werden, Hubhöhen bis zu sechs Metern sind kein Problem.

Betrieben werden die Stapler mit langlebigen Lithium-Ionen-Akkus, auch zwei Ladestationen wurden neu installiert. Durch den Wegfall des Fahrerstandes sind die Geräte besonders wendig, und sie können die Paletten quer oder längs aufnehmen. Die Steuerung läuft über etwa 300 Reflektoren, die an den Wänden angebracht wurden und den Fahrzeugen die nötigen Impulse sendet. Neun Monate hat die Entwicklung des Systems gedauert. Vorteile: Das System vermeidet Leerfahrten, Schäden an Paletten und Waren gibt es nicht mehr, die optimale Route wird permanent neu berechnet.

Geringere Kosten durch Automatisierung

„Die Fahrzeuge können theoretisch 24 Stunden am Tag laufen, sie werden nicht krank und machen keinen Urlaub. Dies führt zu einer Kostenreduktion“, erläutert Generotzky. Mit dem fahrerlosen Transportsystem kommt Arvato auch dem Ziel der Automatisierung wieder ein Stück näher. Generotzky: „Automatisierung ist ein Schlüsselfaktor, den wir stärker verfolgen, weil wir Fachkräfte in der Menge, die wir brauchen, gar nicht bekommen.“ Es würden aber immer noch Staplerfahrer gesucht, diejenigen, die in diesem Bereich bislang beschäftigt waren, werden nun vor Ort an anderer Stelle eingesetzt.

• Arvato beschäftigt am Standort Harsewinkel etwa 600 Mitarbeiter, 400 davon im Bereich Healthcare. Man wachse relativ stark am Standort an der Gottlieb-Daimler-Straße, sagt Fabian Generotzky. Noch gibt es Freiflächen auf dem Gelände, um drei weitere Module zu bauen. Darüber hinaus haben man aber auch benachbarte Flächen im Blick, so der Director Operations.

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