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Taufe unter freiem Himmel ist beliebt – Kooperation mit Brockhagen

Talar, Melkeimer und Frischluft

Harsewinkel (WB). Anfangs hatte Pfarrer Jörg Eulenstein noch Angst, dass sein Angebot, eine Taufe unter freiem Himmel zu gestalten eine »Nullnummer« wird – wie er sagt. Heute bietet er die Zeremonie am Abrooksbach zum 5. Mal an und kann sich vor Täuflingen gar nicht retten.

Elke Westerwalbesloh

Die erste Taufe unter freiem Himmel hat Pfarrer Eulenstein auch auf dem Gelände der Sägemühle Meier-Osthoff vollzogen. Das war vor fünf Jahren und es waren insgesamt sieben Täuflinge. Mittlerweile hat sich die Zahl fast verdoppelt. Foto: Grund

An diesem Samstag, 31. August, wird er 13 Menschen mit dem 14 Grad kalten Wasser aus der Rinne des Abrooksbaches taufen. Es sind zwölf Familien, die ab 15 Uhr das Gelände an der Sägemühle Meier-Osthoff aufsuchen werden. Zehn Täuflinge kommen aus Harsewinkel, der Rest aus Brockhagen.

»Was ich noch alleine ins Leben gerufen habe, mache ich nun in Kooperation mit der evangelischen Gemeinde in Brockhagen«, erklärt Pfarrer Jörg Eulenstein auf Nachfrage dieser Zeitung. Beide Orte sind durch den Abrooksbach verbunden und »was vielen nicht bekannt ist, Brockhagen ist unsere Ursprungsgemeinde«, erklärt Eulenstein.

Vor allem für die kleinen Familienmitglieder ist es draußen entspannter

Die Taufen werden nicht wie eine Messe im kirchlichen Raum abgehalten. »Es ist ›open space‹ sozusagen«, ist der Pfarrer stolz darauf, die Aufnahme der neuen Gemeindemitglieder unter freiem Himmel gestalten zu können.

Doch warum stehen die Taufgottesdienste an ungewöhnlichen Orten, wie der Sägemühle Meier-Osthoff, so hoch im Kurs? Es sei vor allem für die ganz kleinen Familienmitglieder entspannter, wenn sie sich während der Zeremonie frei bewegen können, weiß Eulenstein. Spätestens wenn das eigene Familienmitglied getauft wird und der Pfarrer in seinem schwarzen Talar den Melkeimer mit frischem Wasser füllt, dann werden die Steppkes schon aufmerksam. »Eine ausgewachsene Predigt passt in diesen Rahmen nicht«, berichtet er – und das ist es, was die Familien vielleicht auch wünschen. Pfarrer Eulenstein schließt gleich an, dass es der Sache und dem Inhalt keinen Abbruch tut.

Nach der Zeremonie dürfen die Gäste auf dem Mühlengelände verweilen

In Gottesdiensten kann man die Gemeinschaft leben – ob unter freiem Himmel oder in der Kirche. »Diese Art der Taufe ist für die Familien auch finanziell erschwinglich«, sagt Eulenstein, dass oftmals die Kosten bei einer kirchlichen Taufe mit anschließendem Familienfest explodieren. So kann auf dem Gelände der Sägemühle noch verweilt, Kaffee getrunken und vielleicht – »wenn der Förderverein es einplant« – ein Würstchen gegessen werden. Für die musikalische Begleitung des Tauffestes sorgen Posaunenspieler. »An diesem Samstag erwarte ich rund 200 Gäste plus x«, sagt der Pfarrer, dass er sich überraschen lässt.

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