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Freibad Harsewinkel wird später fertig und Sanierung teurer als gedacht

Trübe Aussichten

Harsewinkel (WB). Die Sanierungsarbeiten im Freibad Harsewinkel laufen alles andere als rund. Der anvisierte Eröffnungstermin Ende Mai kann nicht eingehalten werden, und die Verwaltung geht darüber hinaus auch noch davon aus, dass die Kosten die eingeplanten 4,7 Millionen Euro am Ende überschreiten werden. Christoph Dammann, Leiter der Fachgruppe Tiefbau, wird in der kommenden Woche die Politik über diese unschönen Neuigkeiten informieren.

Stefanie Winkelkötter

So trüb wie dieses Foto ist auch die Stimmung im Rathaus – es läuft nicht rund im Freibad. Aktuell werden Zuleitungen gelegt. Nächste Woche sollen die Arbeiten an der Tribünenanlage beginnen und die Fundamente für Sprunganlage und Kletterwand gegossen werden. Foto: Stefanie Winkelkötter

Planer nennen 29. Juni als Eröffnungstermin

In seiner Vorlage zur Sitzung des Betriebsausschusses spricht Dammann von einem „Vertrauensverlust“ gegenüber dem Generalplaner, der Gesellschaft für Sport und Freizeitbauten (GSF) mit Sitz in Hamm. „Wir müssen von Verwaltungsseite sehr viel Arbeit in das Projekt stecken, was wir so nicht vorhatten. Aber wenn wir es nicht tun, läuft die Baustelle nicht so, wie wir es uns vorstellen“, sagte Dammann am Donnerstag dem WESTFALEN-BLATT. „Wir haben einen Generalplaner und wir hätten uns gewünscht, dass wir ein fertiges Freibad geliefert bekommen und einfach nur zur Schlüsselübergabe erscheinen müssen. Aber vieles läuft nicht so, wie wir es uns wünschen. Und wir wollen mit unserem neuen Freibad schließlich lange glücklich sein.“

Glücklich ist Dammann im Moment allerdings überhaupt nicht. Der anvisierte Eröffnungstermin Ende Mai ist definitiv nicht zu halten, nun nennt der Planer den 29. Juni als Startschuss fürs Badevergnügen. Aber auch bei diesem Datum ist Dammann skeptisch – nicht nur die Witterung muss mitspielen, sondern der Bauablauf muss auch optimal passen. Genau weiß er es aber nicht: „Es liegt kein aktueller Bauzeitenplan vor, daher können wir die Aussage zum neuen Eröffnungstermin auch nicht bewerten.“

100.000-Euro-Puffer ist schon aufgebraucht

Bewertet werden kann derzeit auch noch nicht, welche Mehrkosten auf die Stadt zukommen werden. Ein eingeplanter „Puffer“ in Höhe von 100.000 Euro ist jedenfalls bereits aufgebraucht. Eine relativ hohe Kostensicherheit besteht mit Blick auf die Edelstahlbecken, Rohbau, Garten- und Landschaftsbau, Wasserattraktionen, Kletterwand, Breitrutsche und Sprunganlage, denn diese Gewerke sind bereits in der Ausführung, stehen kurz davon oder sind zumindest soweit durchgeplant, dass hier keine bösen Überraschungen auftreten sollten. Nicht „in der Tiefe besprochen“ sind jedoch die Gewerke Badewassertechnik, Sanitärinstallation und Elektroinstallation – hier muss laut Dammann mit Mehrkosten gerechnet werden.

Keine Stellungnahme von der GSF

Warum die Stadt mit der Gesellschaft zusammen arbeitet, erklärt Dammann damit, dass aufgrund der ins Freibad fließenden Bundesfördermittel bestimmte Vorgaben herrschten: „Wir mussten uns daran halten und haben uns den Planer nicht ausgesucht.“ Das Büro hätte aber gute Referenzen gehabt und auch schon viele Freibäder 100-prozentig nach Plan und Wunsch gebaut. Dammann: „Anscheinend haben wir nun einen Zeitpunkt erwischt, an dem es dort nicht so läuft. Den zunächst eingesetzten Mitarbeitern scheint es an Erfahrung zu fehlen.“ Vielleicht, so der Leiter der Fachgruppe Tiefbau, kommt ja doch noch alles besser als befürchtet: „Vielleicht überrascht uns das Büro ja noch positiv. Aber im Moment sehen wir das nicht.“ Eine Stellungnahme von der GSF gab es gestern trotz Anfrage nicht.

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