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Projektbüro Jaegers entwickelt Konzept für den Gasthof Wilhalm

Undenkbar ohne Gastronomie

Harsewinkel (WB). Bis 31. Juli 2020 muss ein schlüssiges Konzept vorliegen, will die Stadt Fördermittel für den Weiterbetrieb des Gasthofes Wilhalm akquirieren. Dieses Konzept zu erarbeiten, ist Aufgabe des Projektbüros Jaegers aus Ahaus im Münsterland. Am Donnerstag haben Geschäftsführer Alexander Jaegers und Regional- und Projektmanager Michael Führs den Weg zum Konzept im Stadtrat vorgestellt.

Stefanie Winkelkötter

Für den Gasthof Wilhalm muss ein Nutzungskonzept her. Foto: Winkelkötter

Die Fördermittel beziehen sich allerdings nicht auf einen möglicherweise notwendigen Umbau. »Es würde eher darum gehen, gegebenenfalls Personalkosten für einen Kümmerer zu erhalten«, erklärte Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide. »Alles, was mit dem Gebäude, einer Sanierung oder einem Umbau zu tun hat, muss aus anderen Töpfen kommen.«

Der Gasthof soll als »Dritter Ort« entwickelt werden: Über die Gastronomie hinaus soll es weitere Angebote geben. »Dritter Ort bedeutet unter anderem die Verbindung von haupt- und ehrenamtlichen Aktivitäten, Ort der Bildung und Kultur, Ort der Begegnung, der Vernetzung, Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, kein Konsumzwang«, sagte Projektmanager Führs. Bei einem ersten Auftaktgespräch waren Vertreter der VHS, des Kultur- und Bildungsvereins und der Schulen vertreten. Führs: »Die Partner aus dem kulturellen Bereich sind an Bord. Wir haben die Chance, mit Rückenwind an das Projekt heranzugehen.« Er nannte den Gasthof einen »besonderen Identifikationsort mitten in der Stadt. Wir können eine neue Infrastruktur schaffen, was Neues und Frisches wagen«. Das Haus solle zu einem Ort der Vielfalt und Gemeinschaft werden.

Verschiedene Ideen liegen bereits vor. Dazu zählen die Einrichtung eines Erzählcafés, eines Repaircafés, einer Demokratiewerkstatt, eines Spielbereichs für Jugendliche, eines Kunstateliers, zudem könnten dort VHS-Kurse, Sprach- und Integrationskurse, Ausstellungen und Kulturveranstaltungen stattfinden. Weitere Ideen wollen Führs und Kollege Alexander Jaegers mit interessierten Harsewinkelern entwickeln, dazu soll im Gasthof eine Beteiligungsphase stattfinden. Denkbar wäre, diese dann anzusetzen, wenn Kleesamenmarkt oder Weinfest stattfinden, weil dann viele Menschen in der City sind.

Eine Zwischennutzung ist laut Führs denkbar. Beschlossen wurde in der Sitzung, dass die heimischen Wirte in die Konzeptfindung einbezogen werden sollen. Dass die Gastronomie in dem Gebäude auch künftig eine große Rolle spielen soll, wurde ebenfalls deutlich. Dieter Berheide: »Der Gasthof ist schon seit Jahrhunderten ein Dritter Ort, ein Dritter Ort zur Familie und zur Arbeit.« Gebe es keine Gastronomie mehr, würden die Harsewinkeler sagen: »Das ist nicht meins. Wenn es funktionieren soll, muss es ein Gastbetrieb bleiben, wo die Leute zum Feierabend ein Bierchen trinken können.« Die Gastwirtschaft sei sowieso Teil des Konzepts, beruhigte Führs. Ob allerdings in absehbarer Zeit ein neuer Pächter einzieht, ist ungewiss. Die Bürgermeisterin sagte, es gebe diesbezüglich Unwägbarkeiten und dass auch die Zwei-Jahres-Frist, für die das Gebäude zunächst verpachtet werden soll, ein Problem darstelle.

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