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Harsewinkel

Verdichteter Schnee geht ins Gewicht

Harsewinkel (gg) - Schneelast auf dem Flachdach zwingt zum Handeln: Weil sich im Harsewinkeler Küchenstudio an der Franz-Claas-Straße zwar nicht die Balken, aber unter dem Hallendach montierte Alu-Kanäle gebogen haben, kam es dort am Freitagmorgen zu einer Schneeräumungsaktion.

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Dominic Terruli von der Harsewinkeler Bauherrengemeinschaft hat zur Schneefräse gegriffen, um das Flachdach eines Küchenstudios von den Schneemassen zu befreien und damit zu entlasten.

Dabei griff Dominic Terruli, Geschäftsführer von Skill Computer und Mitglied der Harsewinkeler Bauherrengemeinschaft, die die Gewerbe- und Wohnanlage an der Bundesstraße 513 in Höhe des Kreisel Steinhäger Straße und Franz Claas-Straße 2019 erbaut hat, selbst zur Schneefräse.

Kabelkanäle verbogen

Auch wenn bei der statischen Planung des Firmengebäudes eine potenzielle Schneelast einkalkuliert worden war, sorgte tagelanger Schneefall dennoch für eine außergewöhnliche und damit brenzlige Situation. „Das ist ein Ereignis, dass wir hier normalerweise gar nicht bis selten haben,“ so Dominic Terruli. Er meint die enormen Schneemassen, die seit dem Wochenende für Probleme gesorgt haben. So auch in der Ausstellungshalle des Küchenstudios.

Am Montag sei man plötzlich auf die vertikal unter dem Dach der Ausstellungshalle installierten Alu-Stromkabelkanäle aufmerksam geworden. Sie waren verbogen. Nachdem Dominic Terruli nach eigenen Aussagen zwei Tage erfolglos nach geeigneten Maßnahmen zum Abtransport der Schneemassen gesucht hatte, erhielt er am Donnerstag aus der unmittelbaren Nachbarschaft – nämlich vom wenigen Metern entfernten Kärcher-Store Schreiber – ein Hilfsangebot. „Sie haben mir eine Schneefräse geliehen. Das nenne ich mal eine super Nachbarschaftshilfe,“ freut sich der Geschäftsführer.

Evakuierung nicht nötig

Das Flachdach kann eine maximale Last von 250 Kilogramm pro Quadratmeter tragen, erläutert Terruli. Weil am Freitag die Sonnenstrahlen zu einer Verdichtung der Schneemassen durch Schmelzwassereinlagerungen geführt hätten und sich das Gewicht damit deutlich erhöht habe, habe sich Dominic Terruli dazu entschlossen, das mehr als 60 Tonnen schwere, aus Holzleimbindern konstruierte Flachdach von dem durchschnittlich 70 Zentimeter hohen Schnee zu befreien. Während er mit einer Schneefräse die Schneemassen im hohen Bogen vom Dach blies, gingen zwei Helfer unterstützend mit Schippen zu Werke.

„Eine Evakuierung des Gebäudes war nicht notwendig, weil wir nach aktuellen Berechnungen bei 150 Kilogramm pro Quadratmeter lagen. Dennoch wollten wir die statistischen Berechnungen auch nicht ausreizen und haben deshalb das Dach vom Schnee befreit“, so Dominic Terruli. Eine anstrengende, aber lohnende Arbeit.

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