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Safariland Stukenbrock senkt Eintrittspreise

Mit Tieren zur Demo nach Berlin

Schloß Holte-Stukenbrock

Die Pläne für eine Demonstration mit Kamel, Elefant sowie anderen Tieren und den 200 Mitarbeitern im Berliner Regierungsviertel liegen schon in der Schublade von Markus Köchling, Zoologischer Direktor des Safarilandes Stukenbrock. „Die wirtschaftlichen Zeiten sind hart, auch für Freizeitparks. Besonders hart trifft es aber den Mittelstand und die Menschen mit geringem Einkommen und somit auch unsere Kunden“, betont Markus Köchling.

Von Erol Kamisli

Markus Köchling, Zoologischer Direktor des Safarilandes, füttert die Trampeltiere. Er trägt Verantwortung für 600 Tiere und 200 Mitarbeiter. Foto: Privat

Daher reagiere der Park auf die gestiegenen Energiekosten, die steigende Inflation und senke die Eintrittspreise bis zum 1. November für alle Besucher von 29,50 auf 19,50 Euro. Diesen Schritt begründet das Parkmanagement des Safarilandes wie folgt: „Wir möchten Aufsehen erregen mit dieser Aktion auch ein klares Signal setzen. Seit Monaten warten die Menschen und auch die Wirtschaft auf Antworten von der Politik, leider vergebens.“

Zudem wolle die Parkleitung ein klares Solidaritätssignal setzen und fordere Lösungsvorschläge, um die wirtschaftliche Situation von Bürgern und Betrieben zu entschärfen. Viele mittelständische Unternehmen in der Region benötigten zuverlässige Rahmenbedingungen, damit sie Arbeitsplätze sichern könnten. „Die Preiserhöhungen bei Energie und Lebenshaltung rauben derzeit vielen den Schlaf“, sagt Köchling.

Die Löwen im Safariland sollen nicht frieren. Foto: Privat

So überweise das Safariland jährlich rund 1,3 Millionen Euro an die Energieversorger. „Das drei- oder fünffache an Energiekosten jährlich aufzubringen, ist schlichtweg nicht machbar“, sagt Köchling. Die Sorgen um bezahlbare Energie und Lebensmittel machten natürlich auch den Safariland-Kunden zu schaffen. „Daher fordern wir von den Verantwortlichen, dass die Inflation gebremst wird“, sagt Köchling.

Das Safariland habe die Eintrittspreise stark gesenkt, damit sich viele Menschen nochmals einen Parkbesuch vor der Winterpause leisten könnten. „Wir hoffen, dass wir noch viele glückliche Gesichter bei uns im Park sehen, die sich an unseren Tieren, den Artenschutzprogrammen erfreuen und die eine oder andere Runde in unseren Fahrgeschäften drehen können“, so Köchling.

Eine Giraffe umgeben von Watussi-Rindern im Safariland. Foto: Privat

Dies solle nicht nach endgültigem Abschied vom Safariland in Stukenbrock klingen. Zoodirektor Köchling versichert: „Das Safariland wird, egal wie sich die Lage entwickelt, im kommenden Jahr wieder die Türen öffnen und unsere vielen Tiere werden im Winter bestimmt nicht frieren.“

Sparen in der Unternehmensleitung

Falls das Safariland in eine kritische Situation gerate, würden alle Mitarbeiter samt einiger Tiere nach Berlin aufbrechen, um auf die Situation aufmerksam zu machen: „Wir können nicht am Personal sparen, da wir schon am äußersten Limit angelangt. Dann müssen wir eher im Bereich der Unternehmensleitung einsparen.“

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