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Zum 1. August übernimmt Teutoburger Wald Verkehr (TWV) das Linienbündel Nord im Altkreis Halle

Neuer Anbieter hat einen großen Konzern im Rücken

Altkreis Halle

Zum 1. August übernimmt mit der Teutoburger Wald Verkehr (TWV) ein neuer Anbieter das Linienbündel Nord im Altkreis Halle, das insgesamt 22 Buslinien umfasst. Hinter TWV steht ein großer und leistungsstarker Mobilitätskonzern.

Von Stefan Küppers

Bislang hat die bahneigene BVO (im Bild am Busbahnhof Halle) die Busverkehre in Norden des Kreises Gütersloh abgewickelt. Das ändert sich zum 1. August, da für die nächsten zehn Jahre das Unternehmen Teutoburger Wald Verkehr die Konzession übertragen bekommen hat. Foto: Küppers

Der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) ist im Nordkreis Gütersloh neu sortiert worden. Nachdem der Kreis Gütersloh beziehungsweise der Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) das sogenannte Linienbündel Nord mit insgesamt 22 Buslinien neu ausgeschrieben und vergeben haben, tritt bei den Busverkehren jetzt ein neuer Anbieter im Altkreis Halle auf den Plan. Denn den Zuschlag für die Buslinien im Nordkreis hat das Unternehmen Teutoburger Wald Verkehr (TWV) aus Rheda-Wiedenbrück erhalten, das damit die BVO aus Bielefeld (Busverkehr Ostwestfalen GmbH) ablöst.

Damit einher geht eine Konzentrierung von ÖPNV-Leistungen in weniger Unternehmen im Kreis Gütersloh. Denn neben dem Linienbündel Nord, das auf zehn Jahre vergeben wurde, verfügt das Unternehmen Teutoburger Wald Verkehr auch über die Konzessionen für die Linienbündel Süd-Ost, Süd-West und Nord-West im Kreis Gütersloh. Sodass nunmehr alle wesentlichen Busverkehre im Kreis bis auf Gütersloh selbst, wo die Stadtwerke fahren, von einem Unternehmen bestritten werden. Dazu betreibt die TWV auch die Mindener Netze C1, C2 und C3.

Mobilitätskonzern Transdev hat 7400 Mitarbeiter und macht deutschlandweit 1,1 Milliarden Euro Umsatz

Teutoburger Wald Verkehr (TWV) hat seinen Stammsitz in Rheda-Wiedenbrück. Weitere Standorte sind in Bielefeld und in Minden. In Summe hat die TWV nach Auskunft von Betriebsleiter Janis Arnecke 113 Mitarbeiter und 49 Busse. Seit Juli 2017 tritt das Unternehmen unter der Marke „Teutoburger Wald Verkehr“ (TWV) auf, vorher unter „Teutoburger Wald Eisenbahn“ (TWE), die bereits 1899 gegründet wurde. Die Teutoburger Wald Verkehr ist Teil des Transdev-Konzerns. Die Transdev GmbH mit Sitz in Berlin ist mit 7.400 Mitarbeitern und einem Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro der größte private Mobilitätsanbieter in Deutschland. Allein im Geschäftsfeld Linienverkehr wirbt Transdev mit deutschlandweit 3200 Bussen.

Im Kreis Gütersloh und auch beim Linienbündel Nord arbeite die Teutoburger Wald Verkehr mit zahlreichen Subunternehmern zusammen, so Janis Arnecke. Man wolle die mittelständischen Unternehmen mitnehmen und stärken sowie deren großen Erfahrungsschatz nutzen.

USB-Ladesteckboxen in Bussen

Der neue Anbieter im Nordkreis bringt zum 1. August einige Änderungen mit sich. Das fängt bei USB-Ladesteckdosen in Bussen an, geht über die Barrierefreiheit bei modernen Niederflurbussen weiter und führt bis zu Fahrplananpassungen für bessere Umstiegmöglichkeiten und auch neuen Haltestellen-Angeboten. Das Linienbündel Nord umfasst neun Hauptlinien, eine Nachtbuslinie und ab 1. Januar 2022 kommt der Ortsverkehr in Halle dazu. Zum Linienbündel zählen auch Buslinien, die ausschließlich im Schülerverkehr fahren sowie der Bürgerbus Werther. Viele Neuerungen waren vom Kreis Gütersloh beziehungsweise dem VVOWL und auch der Stadt Bielefeld bei der Ausschreibung gefordert worden. Im Einzelnen ergeben sich beispielhaft ab nächster Woche folgende Veränderungen:

Verbindungen zwischen Bielefeld und Werther: Die Linien 61 und 62 sowie die Linie 21 von moBiel bilden weiterhin gemeinsam einen attraktiven 15-Minuten-Takt zwischen Werther und Bielefeld. Auf allen drei Linien kommt es zu geringfügigen Fahrzeitverschiebungen. Der südliche Siedlungsbereich von Werther wird weiterhin stündlich bedient, hier verkehren die Linien 21 und 62 im Wechsel.

Linie 61 (Bielefeld – Werther – Halle): Es besteht eine ganztägige Verknüpfung mit dem Zug RB 75 „Haller Willem“ am Bahnhof Halle. Fahrgäste können dort nun ohne größere Wartezeit in den Zug Richtung Osnabrück umsteigen.

Linie 62 (Bielefeld – Werther – Borgholzhausen): Neu ist in Borgholzhausen die Anbindung der Siedlung Enkefeld. Und durch einen etwas größeren Zeitpuffer im Fahrplan im Bereich Borgholzhausen können mögliche Verspätungen zukünftig leichter ausgeglichen werden. Das sorgt für mehr Verlässlichkeit im Fahrplan. Die Fahrzeiten verändern sich hierdurch geringfügig,

Linie 88 (Bielefeld – Brackwede – Quelle – Steinhagen): Ab August gibt es auf dieser Linie auch an Sonn- und Feiertagen einen Stundentakt. Die Haltestellen JVA Brackwede und Schulzentrum Steinhagen sind wieder im Fahrplan aufgenommen. Zudem wurde die Anbindung an den Zugverkehr verbessert. Am Haltepunkt Bielefeld-Quelle besteht Anschluss an die RB 75 Richtung Osnabrück, am Haltepunkt Steinhagen, Bielefelder Straße an die RB 75 Richtung Bielefeld.

Die Fahrzeuge fahren alle im Design der neuen Marke OWLmobil, die gemeinsame Mobilitätsmarke der Kreise Gütersloh, Minden-Lübbecke und Herford. Fahrpläne unter www.twv-bus.de oder www.teutoOWL.de.

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