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Fahnder stellten sechs Kilogramm Marihuana in Steinhagener Wohnhaus sicher

Plantagenbetreiber erhalten Bewährungsstrafen

Steinhagen

Wegen des Anbaus und Besitzes von Marihuana in nicht unbeträchtlicher Menge und des Handelns mit der Droge hat das Amtsgericht Bielefeld jetzt zwei Steinhagener (61/65) zu Freiheitsstrafen von einem Jahr und zehn Monaten sowie einem Jahr und sechs Monaten jeweils auf Bewährung verurteilt.

Von Volker Zeiger

In den Sälen des Amtsgerichts sind wegen der Coronaschutzmaßnahmen die Plätze für Zuhörer stark reduziert. Foto: Thomas F. Starke

Ermittler hatten bei den Beiden an deren Wohnsitz vor knapp zwei Jahren 6,274 Kilogramm Gras sichergestellt. Das Marihuana war nach Angaben der Staatsanwaltschaft in einer mit Pflanztöpfen, Lampen und Abluftgeräten ausgestatteten Aufzuchtanlage, die sich in einem Nebenraum des Wohnhauses befand, zum Gedeihen gebracht worden.

Vor Gericht zeigten sich die beiden Angeklagten geständig und bereuten ihr Tun. Der 65-Jährige gab an, Cannabis aus gesundheitlichen Gründen zur Selbstmedikation genutzt zu haben, auch sein Kompagnon führte ähnliche Argumente an und ergänzte, man habe die Drogen nicht immer kaufen, sondern selbst herstellen wollen und „musste nirgends hinfahren“. Dass die Plantage so üppige Ernten zuließ, habe sie erstaunt. Man habe doch nur ein paar Samen in die Erde geschmissen und dann „kamen da mehr Pflanzen raus als gedacht“, sagte der ältere Angeklagte.

Beide Angeklagten schon aktenkundig

Beide Männer waren, wie Richterin Astrid Salewski aus den Akten ersah, in der Vergangenheit schon auffällig geworden, der 65-Jährige wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz, Betriebs einer Plantage, zudem waren ihm Fahrverbote auferlegt worden. Der Jüngere hatte nach Angaben der Richterin vor Jahren mit einer „Raubgeschichte“ zu tun. Damals sei er vor seiner Haustür von einem Mann überfallen und zusammengeschlagen worden, erklärte der 61-Jährige. Ob das wegen der Drogen gewesen sei, ließ der Befragte offen.

Die Staatsanwaltschaft forderte für den 65-Jährigen eine Strafe von zwei Jahren auf Bewährung, unter anderem weil er die treibende Kraft bei dem ganzen Geschehen gewesen sei. Der jüngere Angeklagte sollte ein Jahr und sechs Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung bekommen. Die beiden Verteidiger plädierten für mildere Strafen. Das Gericht verurteilte den älteren Angeklagten schließlich zu einem Jahr und zehn Monaten auf Bewährung und erlegte ihm eine Geldstrafe von 600 Euro auf. Der 61-Jährige bekam eineinhalb Jahre auf Bewährung und muss zusätzlich 100 Sozialstunden leisten. Rechtsmittel wurden nicht eingelegt.

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