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Gütersloher Landrat veranstaltet Gespräch über Gottesdienste in der Pandemie

Probleme mit religiösen Gruppen

Gütersloh (WB/as)

Sind Gottesdienste außerhalb der beiden großen christlichen Amtskirchen Treiber der Infektionszahlen? Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse hat der Landrat des Kreises Gütersloh, Sven-Georg Adenauer (CDU), Vertreter der Religionsgemeinschaften zum Gespräch über die Ausübung des Glaubens in Zeiten der Corona-Pandemie eingeladen.

Mehr als 20 Vertreter haben an der Videokonferenz teilgenommen. „Dass ausgerechnet einige Religionsgemeinschaften, die man besonders gerne erreicht hätte, die Einladung ausgeschlagen hatten, war bedauerlich“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises Gütersloh. Vertreter der beiden großen Kirchen seien nicht eingeladen gewesen.

Adenauer zeigte in dem Gespräch das grundsätzliche Problem auf: Prinzipiell sei fast alles zulässig, was an Religionsausübung geschehe, die genieße einen grundgesetzlichen Schutz. Aber immer wieder komme es in einzelnen Religionsgemeinschaften zu Ausbruchsclustern, weil zu viele Personen zusammen kommen, Abstände nicht eingehalten werden und sonstige Regeln missachtet werden.

Der Landrat warnte davor, dass sich gesellschaftlich eine negative Stimmung aufbaue: „Es darf nicht zur Spaltung in der Gesellschaft kommen oder gar zur Stigmatisierung. Da müssen auch Sie Ihren Beitrag leisten.“ Die eingeladenen Vertreter der Religionsgemeinschaften sprachen sich dafür aus, dass man differenzieren müsse zwischen denen, die sich an die Regeln halten, und jenen, die es nicht tun. Sie riefen dazu auf, bei aller Kritik keine Pauschalisierungen zu äußern. Es seien einzelne Gemeinden, die sich nicht an die in der Pandemie notwendigen Regeln halten. Dadurch nähmen die anderen Schaden. Adenauer forderte eindringlich dazu auf, im Fall von Infektionen unter Gemeindemitgliedern mit dem Gesundheitsamt zu kooperieren.