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Rheda-Wiedenbrück

Am Valentinstag zum Schlachthof gezogen

Rheda-Wiedenbrück (eph) - „Zusammen stark - Partner des ländlichen Raums“ steht auf einem überdimensionalen Plakat, das das Tönnies-Parkhaus ziert. Zusammen Stärke zeigen wollten am Valentinstag auch die Vertreter eines Bündnisses aus Umwelt- und Tierrechtsaktivisten.

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Mit einer großformatigen Klappkarte und der Botschaft „Love you to Death“ protestierten Katharina Friess (l.) und Anja Pfirrmann von „The Save Movement“ Bielefeld am Valentinstag vor den Toren des Tönnies-Werks. Foto:

Initiiert vom Bielefelder Ableger der Internationalen Tierrechte-Bewegung „The Save Movement“ demonstrierten Mitglieder des Gütersloher Vereins Fairleben, der Organisation „Animal Rights Watch“ (Ariwa), der Bewegung „Extinction Rebellion“ sowie der Partei Die Linke unterhalb des Tönnies-Plakats gegen Verzehr und Verwertung von Schlachttieren. „Hinter allen Produkten mit tierischen Inhaltsstoffen steckt das Leid wehrloser Lebewesen. Wir hoffen, dass wir unsere Mitmenschen mit unserer Aktion dazu anregen können, ihr Konsumverhalten zu hinterfragen und Mitgefühl zu entwickeln“, hieß es von Seiten der Veranstalter zum Anliegen der Demonstration. Das viel beschworene Bild von glücklichen Tieren auf dem Teller sei eine Illusion.

Von wegen Liebe

Ganz bewusst hatte sich das Bündnis für seine Aktion den „Tag der Liebe“ ausgesucht. An dem Datum, an dem traditionell kleine Geschenke und Grüße ausgetauscht würden, so hieß es, wolle man an diejenigen erinnern, die in ihrem kurzen Leben nie Respekt und Liebe erfahren hätten und seit dem Tag ihrer Geburt für den Konsum ausgebeutet würden. Dazu fanden sich vor den Tönnies-Werkstoren etwa 40 Mitglieder der beteiligten Organisation, aber auch Privatleute ein.

Eine Demonstrantin, die ihren Namen nicht preisgeben wollte, hatte den Aufruf in einem sozialen Netzwerk gelesen und sich von Unna auf den Weg nach Rheda-Wiedenbrück gemacht. Mit einem selbst kreierten Plakat in der Hand reihte sie sich ein in die Schlange der Demonstranten, die entlang der Gütersloher Straße zum Teil in meterhohen Schneebergen Aufstellung genommen hatten, um vorbeifahrende Autofahrer auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen. Auch Temperaturen um den Nullpunkt waren für die Aktivisten kein Hindernis.

Anlieferung im Blick

Stichwort „Nullpunkt“: Weil Tiertransporte nach Aussage von „Save-Movement“-Sprecherin und Demonstrationsanmelderin Katharina Friess (Rietberg) bei Minustemperaturen nicht gestattet sind, wurde das Tönnies-Betriebsgelände in den vergangenen Tagen genauer in Augenschein genommen. Bei einer Zuwiderhandlung hätten die Tierrechtsaktivisten Strafanzeige wegen Verletzung der Tierschutzbedingungen gegen das betreffende Transportunternehmen erstattet. Bis Sonntagnachmittag 15.30 Uhr – eineinhalb Stunden nach Beginn und eine halbe Stunde vor Ende der Demonstration – war es dazu jedoch noch nicht gekommen.

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