1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rheda-wiedenbrueck
  6. >
  7. Anreize für das Ehrenamt schaffen

  8. >

Rheda-Wiedenbrück

Anreize für das Ehrenamt schaffen

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Wie kann man das Ehrenamt in der Stadt fördern und diejenigen, die sich bereits für das Gemeinwohl engagieren, unterstützen? Diese Frage rückt - nach Jahren wieder einmal - in den politischen Blickpunkt. Anlass ist ein Antrag der CDU-Ratsfraktion.

Anonymous User

Die Christdemokraten fragen an, inwieweit eine „Ehrenamtskarte Rheda-Wiedenbrück“ ähnlich der „Ehrenamtskarte NRW“ eingeführt und wie sie ausgestaltet werden könnte.

Insbesondere fragen die Christdemokraten an, inwieweit eine „Ehrenamtskarte Rheda-Wiedenbrück“ ähnlich der „Ehrenamtskarte NRW“ eingeführt und wie sie ausgestaltet werden könnte. Birgit Krimpmann (CDU) wies auf Nachwuchsprobleme im Ehrenamt hin. Sie erläuterte, dass ein stadteigenes Projekt deshalb sinnvoll erscheine, weil die Hürden, eine NRW-Karte zu bekommen, für engagierte Menschen in Vereinen, Wohlfahrtsverbänden, bei der Feuerwehr und in vielen anderen Bereichen ziemlich hoch seien. Als Voraussetzung gelte, dass durchschnittlich wenigstens fünf Stunden pro Woche beziehungsweise 250 Stunden im Jahr ehrenamtliches Engagement geleistet werden müsse, um in deren Genuss und den der damit verbundenen Vergünstigungen kommen zu können. Solche stellt sich die Fraktion auch für eine lokale Version durch Kooperationen mit Partnern vor Ort wie etwa der Flora Westfalica vor. Zur Veranschaulichung brachte Krimpmann als Beispiel die Nutzungsbedingungen für die Stadtbibliothek ins Spiel.

Probleme „aufbohren“

„Das Ehrenamt ist ein fester Bestandteil unserer Stadtgesellschaft“, sagte Detlef Nacke (Move) und begrüßte das Anliegen, engagierte Bürger zu unterstützen. Doch er bedauerte: „Schade, dass Sie nicht weiter gesprungen sind.“ Er schlug vor, stärker Ehrenamtler einzubeziehen, und sie zu fragen, wo der Schuh drückt. Denn, so merkte Nacke an, „Ich denke, es gibt noch andere Probleme“. Diese gelte es „aufzubohren“.

Sonja von Zons (Offene Liste), pflichtete Nacke bei, dass es Sinn mache, ein Konzept zu erarbeiten, in dem berücksichtigt werde, was die Ehrenamtlichen als „wichtige Säule“ wollen. Wegen des Zeit- und Kostenaufwands stehe sie einer „Ehrenamtskarte light“ kritisch gegenüber. Zudem merkte sie an, dass ihr der regelmäßig von der Stadt veranstaltete Tag des Ehrenamts „ein Dorn im Auge sei“. An diesem könnten immer nur wenige Vertreter teilnehmen und es seien dann „die üblichen Verdächtigen“ zu sehen. „Viele Hunderte fallen hinten rüber“, sagte von Zons und fügte hinzu: „Das verschlingt irre viel Geld“. Uwe Henkenjohann (CDU) betonte, dass dieser Tag zum Großteil von Sponsoren finanziert werde.

„Nicht zielführend“

Erster Beigeordneter Dr. Georg Robra wandte sich an Sonja von Zons mit den Worten: „Nicht besonders fundierte Schelte halte ich nicht für zielführend.“ Der Tag des Ehrenamts sei eine ausdrückliche Würdigung der Menschen, die ehrenamtlich tätig sind. Er habe bisher „durchweg positiven Rückmeldungen“ wahrgenommen und es wäre schade, wenn dieser Tag „aus der Lamäng“ abgeschafft würde.

Unterstützung gefordert

Die Stadtsportverbandsvorsitzende Annette Ahn sprach von einer „Superveranstaltung“. In ihrem Bereich habe sie festgestellt, dass die Vereine sehr wohl darauf achten, wen sie zu dem Tag des Ehrenamts schicken, und sie hoffe, dass es dieses Angebot wieder gebe. Aus ihrer Sicht sei es aber vielmehr wichtig, Antworten auf die Frage zu finden: „Wie kommen wir an Nachwuchs?“ Unterstützung dabei wäre hilfreich. Sie könne sich zum Beispiel einen Runden Tisch vorstellen. „Es ist wichtig, eine bessere Vernetzung der Ehrenamtlichen in der Stadt zu bekommen“, pflichtete ihr Karl-Josef Büscher vom Seniorenbeirat bei.

Verwaltung steigt tiefer ein

Dirk Kursim (SPD) erinnerte daran, dass eine bereits früher schon einmal zur Diskussion stehende Ehrenamtskarte daran gescheitert sei, dass sich nicht genügend mitwirkende Einzelhändler, gefunden hätten. Simon Gerhard (FDP) regte an, darüber nachzudenken inwieweit die Würdigung ehrenamtlichen Engagements nicht an die City-Bonus-Card angeknüpft werden könnte. Dr. Robra sagte zu, dass die Verwaltung zu dem Thema eine fundierte Vorlage erarbeiten wolle. Auf deren Grundlage wollen die Mitglieder in ihrer nächsten Ausschusssitzung beraten.

Startseite
ANZEIGE