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Rheda-Wiedenbrück

Apotheker gibt Tipps zum Umgang mit Maske

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - In Apotheken gibt es augenblicklich fast nur ein Thema: FFP2-Masken. Viele Kunden sind sich jedoch unsicher, wie diese zu nutzen und zu reinigen sind.

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Je Gutschein händigen Apotheker Martin Schulz und seine Kollegen aktuell sechs FFP2-Masken aus. 12 000 Exemplare sind allein in der Rats-Apotheke in Rheda seit Dezember über den Ladentisch gegangen.  Foto:

Wie lange dürfen sie getragen werden? Wo liegt der Unterschied zur OP-Maske? Lässt sich der Mund-Nasen-Schutz auch desinfizieren? Muss erst der Bart runter, damit das Utensil auch wirksam gegen Infektionen ist? Wer in den vergangenen Monaten mit Alltagsmodellen unterwegs gewesen ist und nun erstmals durch eine FFP2-Maske atmet, wird feststellen, dass der Widerstand beim Luftholen spürbar größer ist.

Robert-Koch-Institut (RKI) äußert sich zurückhaltend

Ein Grund mehr für Martin Schulz, Inhaber der Rats-Apotheke in Rheda, seinen Mitarbeitern vermehrt Pausen zum Durchschnaufen einzuräumen. Für die Beschäftigten ist das Tragen des Utensils mit einem vergleichsweise hohen Schutzstandard bereits seit einigen Wochen selbstverständlich. Bekanntlich hatte die Bundesregierung Ende des vergangenen Jahrs beschlossen, zum Schutz vor dem Coronavirus kostenlos beziehungsweise vergünstigt FFP2-Masken an Bürger aus Risikogruppen auszugeben. Die Ausgabe begann Mitte Dezember in Apotheken. Anspruch haben alle, die das 60. Lebensjahr vollendet haben oder chronisch krank sind.

In einem ersten Schritt konnten sich die Berechtigten bereits drei kostenlose Masken abholen, inzwischen ist das zweite Intervall erreicht: Gegen Zuzahlung von zwei Euro gibt es sechs Exemplare, ab März dann noch einmal. Immer wieder war zuletzt auch Kritik laut geworden an FFP2-Masken, selbst das Robert-Koch-Institut (RKI) äußerte sich zurückhaltend, weil Laien sie möglicherweise ohne entsprechende Einweisung nicht richtig tragen können.

Daher wurden sie vom RKI nur unter „sorgfältiger Abwägung von potenziellem Nutzen und unerwünschten Risiken“ empfohlen. Studien hätten inzwischen gezeigt, dass FFP2-Masken für die breite Bevölkerung akzeptabel sind, sagt Martin Schulz, medizinisch begründete Ausnahmen gebe es indes immer.

 „Aus Brandschutzgründen sollten die Masken nicht im Backofen erhitzt werden“

Insgesamt betrachtet ist der Apotheker der Meinung, dass das Tragen zu verantworten ist. Nun sind die CE-zertifizierten FFP2-Masken, wie sie in Apotheken ausgehändigt werden, mit dem Zusatz „NR“ versehen, welcher für „Not reuseable“, sprich für „Nicht wiederverwendbar“ steht. Heißt im Klartext: Sie müssten eigentlich am Ende des Tages entsorgt werden. Inzwischen haben aber Untersuchungen gezeigt, dass es durchaus Möglichkeiten gibt, den hochwertigen Mund-Nasen-Schutz mehrfach zu nutzen.

So empfiehlt Martin Schulz, die FFP2-Maske nach dem Gebrauch etwa eine Woche lang zu lüften. Wer also einen Gutschein eingelöst und sechs Exemplare in der Apotheke erhalten hat, der solle sie alle in Betrieb nehmen, sagt Schulz. Von einer weiteren Möglichkeit zur Desinfektion rät der Fachmann allerdings entschieden ab: „Aus Brandschutzgründen sollten die Masken nicht im Backofen erhitzt werden.“

Test in Eigenregie „erhöht Sicherheit“

Die Menschen in Deutschland sollen Corona-Schnelltests künftig selbst zu Hause vornehmen können. Um dies zu ermöglichen, plant Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Medienberichten zufolge, die Medizinprodukte-Abgabeverordnung zu ändern. Damit würde der sogenannte Arztvorbehalt für die Tests aufgehoben. Die Verbraucher können die Tests dann in der Apotheke kaufen und in Eigenregie vornehmen.

Wenngleich er den Vorstoß im Grundsatz als sinnvoll erachtet, ist der Rhedaer Apotheker Martin Schulz ist vorsichtig: „Die Frage ist doch, ob der Verbraucher in der Lage ist, das Prozedere zuverlässig durchzuführen.“ Gegenwärtig ist ein Rachenabstrich per Wattestäbchen erforderlich, um herauszufinden, ob jemand mit dem Coronavirus infiziert ist. In Kürze soll jedoch ein Spuck- oder Gurgeltest kommen, was die Handhabung vereinfachen dürfte. „Eine vereinfachte Probenentnahme wäre sehr wünschenswert. Wenn dann jeder in Eigenregie überprüfen kann, ob er Überträger von Covid-19 ist, bietet das zusätzliche Sicherheit“, sagt Schulz.

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