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Museum Wiedenbrücker Schule präsentiert neue Ausstellungsstücke

Aus einem Guss

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ein besonderes Ausstellungsstück hat das Museum Wiedenbrücker Schule auf Vermittlung der Heimatfreunde und der bekannten Wiedenbrücker Familie Rudi Bresser jetzt erhalten.

Die Gussform ist momentan noch provisorisch zu sehen. Für sie benötigt das Museum noch eine größere Vitrine. Foto:

Es handelt sich um eine originale bronzierte Gipsporträtbüste eines Jungen aus dem Jahr 1947 und die von diesem Original abgenommene Silikon-Gipsschamotte Gussform für einen Bronzeguss.

»Wir können damit erstmalig den Besuchern zeigen, wie ein Porträtkopf in eine Bronze verwandelt wird und welche Hilfsmittel dazu notwendig sind«, teilt Museumsleiterin Christiane Hoffmann mit.

Der Hintergrund der Arbeit sei folgender: Der 1913 in Wiedenbrück geborene Bildhauer Stefan Vollmer (1913-1959) hat an der Kunstakademie in München studiert und dort Irmgard Zeltner (1919-2018) kennen gelernt. 1947 bat sie den Künstler, ihren damals siebenjährigen Neffen Stefan Fischer (Jahrgang 1940) zu porträtieren. Dieser Porträtkopf ist der, der jetzt an das Museum verschenkt wurde.

Kopf aus Gips

Der Kopf ist aus Gips und mit Farbe (bronziert) gefasst. Dieser Kopf ist in den 90er Jahren mit Silikon von einer Gießerei im Raum München abgeformt worden. Daraus ist eine Gussform entstanden, die dann für einen Bronzeguss des Kopfes verwendet wurde. Diese Form blieb erhalten und ist jetzt ebenfalls dem Museum geschenkt worden. »Damit können wir erstmals eine Silikongussform und die notwendigen Arbeiten zur Herstellung von Bronzeköpfen in der Kunst dokumentieren. Das ist selten und in Wiedenbrück einmalig.«

Doch wie kommen die Exponate nach Wiedenbrück? »Der Neffe Stefan Fischer und seine Schwester haben nach dem Tod der Tante Irmgard Zeltner in ihren Unterlagen  die Adresse von Rudi Bresser in Wiedenbrück gefunden.« Bresser habe 1994 eine Ausstellung mit 48 Werken des Bildhauers Stefan Vollmer im damaligen Museum veranstaltet und daher mit Zeltner, der alten Bekannten von Vollmer, Kontakt aufgenommen. Irmgard Zeltner habe auch Leihgaben aus ihrem Besitz von Vollmer zur Verfügung gestellt. Dadurch wusste die Familie von dem Kunstkontakt nach Wiedenbrück.

Großer Aufwand beim Transport

Nach der Kontaktaufnahme und der Einwilligung, die Form und das Original anzunehmen, wurden die Objekte mit einer Spedition jetzt in großen Umzugskartons nach Rheda-Wiedenbrück geschickt. Rudi Bresser, der dem Museum schon mehrere Arbeiten von Stefan Vollmer als Leihgaben zur Verfügung gestellt hat, informierte Museumsleiterin Christiane Hoffmann von der Fracht. Diese war glücklich und dankbar, dass Familie Bresser diese besondere Schenkung durch ihre spontane Einwilligung zur Lieferung möglich gemacht hatte. In der vergangenen Woche nahm Christiane Hoffmann die schweren Kisten in Empfang.

Die Stücke sind als Schenkung kostenlos an das Museum abgegeben worden. Der Kopf ist schon in die Dauerausstellung integriert worden. Die Gussform ist nur provisorisch zu sehen, da noch eine größere Vitrine gebraucht wird.

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