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Rheda-Wiedenbrück

Austausch teurer Stromfresser empfohlen

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Die Modernisierung der Straßenbeleuchtung soll der Rat im Rahmen der Haushaltsplanberatungen berücksichtigen. Darüber sind sich die Mitglieder des Ausschusses für Bauen und Stadtentwicklung einig.

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Teuer: Zahlreiche der rund 4630 Mastleuchten im Stadtgebiet sind mindestens 25 Jahre alt und zum Teil vergilbt. Ein Fachmann rät dazu, die Stromfresser gegen neuere LED-Leuchten auszutauschen, wie sie unter anderem am Michels Kamp in St. Vit zu finden sind.

Das Thema Beleuchtung stand in der jüngsten Gremiumssitzung auf der Tagesordnung (diese Zeitung berichtete). Markus Skeide vom gleichnamigen Ingenieurbüro für Elektrotechnik gab einen Überblick über die gegenwärtige Situation und Fördermöglichkeiten. Zahlreiche der rund 4630 Mastleuchten seien mindestens 25 Jahre alt und zum Teil vergilbt. Gleichwohl verfüge die Doppelstadt bereits über rund 600 LED-Leuchten. Voll des Lobs war Markus Skeide dafür, dass in der Kommune schon sehr früh die Weichen für ein modernes Lichtmanagementsystem gestellt worden seien. In der Doppelstadt sei dies ein webbasiertes Funksystem, das es beispielsweise erlaube, in der Nacht die Beleuchtung abzusenken.

Energiekosten in Höhe von rund 190.000 Euro brutto

Den jährlichen Stromverbrauch von rund 900.000 Kilowattstunden und die damit verbundenen Energiekosten in Höhe von rund 190 000 Euro brutto bezeichnete der Referent als „ganz schönen Batzen“. Würde die Stadt die konventionellen Lampen durch LED-Technik ersetzen, könnten rund 100.000 Euro brutto eingespart werden. Als weitere Vorteile nannte Markus Skeide die zu erwartende Lebensdauer von teilweise 100.000 Stunden der LED-Exemplare gegenüber maximal 12.000 Stunden bei konventionellen Lampen. Zudem sei die Leuchtleistung stärker und das Licht gerichtet. Für alte Schätzchen konstatierte der Ingenieur: „Bürgersteige und Straßen werden nicht effektiv beleuchtet.“

Würde die Kommune die mehr als 4000 Bestandsleuchten gegen LED auswechseln, müsste sie rund 1,8 Millionen brutto berappen. Doch so rechnete Markus Skeide gegen: „In zehn Jahren könnten 2,1 Millionen Euro eingespart werden“. Dieses Potenzial schlüsselte er wie folgt auf: Energiekosten könnten in Höhe von rund 1,1 Millionen Euro eingespart werden und zudem rund eine Million an Wartungskosten – beides auf eine Dekade bezogen. Würde ein Förderantrag beim Bundesumweltministerium bis Ende Dezember 2021 gestellt, könnte die Stadt auf einen Förderzuschuss hoffen, der aufgrund der Corona-Pandemie maximal 30 Prozent beträgt. Das entspräche einer Zuwendung von 540.000 Euro.

Bei 4000 Straßenlaternen darf Stadt auf Fördermittel hoffen

Markus Skeide empfiehlt eine komplette Modernisierung. Ließe die Kommune sämtliche konventionellen Leuchten in den Jahren 2021 und 2022 sanieren, dann könnte sie mit dem Bundesförderprogramm rechnen, während für spätere Jahre nicht gesichert sei, inwieweit solche Zuwendungen fließen. Gegenüber einem mehrjährigen Prozess könnte die Stadt bei einer Komplettmaßnahme wegen der hohen Stückzahl von rund 4000 Exemplaren auf günstigere Preise hoffen. Er rechne mit einem Einkaufsvorteil von 30 bis 35 Prozent. Zudem sei der Verwaltungsaufwand geringer und schon 2022 könnten die Bürger von einer verbesserten Straßenbeleuchtung profitieren.

Die Verwaltung hingegen schlägt eine Vorgehensweise in Etappen vor, berichtete der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer. „Wir müssen darüber beraten, ob wir die Maßnahme aufteilen oder in eins wollen“, sagte Peter Heinz Woste (CDU) und wies auf die hohe Summe hin. Peter Rentrup wollte wissen, ob in der Investitionssumme eine fortlaufende Nummerierung der Lampen enthalten sei, was Michael Duhme, Leiter der Abteilung Tiefbau, bejahte. Diese soll dazu beitragen, dass Bürger einfacher etwaige Defekte melden können. Alwin Wedler (Grüne) fragte, inwieweit der Einsatz ereignisbezogenen Lichts sinnvoll sei. Skeide informierte, dass es nur wenige Hersteller gebe, die diese Art der Sensorik anbieten würden. Die Preise bewegten sich auf hohem Niveau. Zudem handele es sich um eine Elektronik, bei der das Maß an Wartung und Verschleiß nicht außer Acht gelassen werden sollten.

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