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Rheda-Wiedenbrück

Baumfällung löst Polizeieinsatz aus

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Es ist etwa 30 Jahre her, da ist die Schalück-Kreuzung zwischen Wiedenbrück und Gütersloh schon einmal saniert worden. Damals war man bereit, einen Radweg im Bogen um einen Baum zu verlegen, um ihn nicht fällen zu müssen. Aber Zeiten und Einstellungen ändern sich.

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Als die Anlieger am Mittwochabend gewahr werden, dass vor ihrer Haustür die Fällung zweier prächtiger Bäume geplant ist, reagieren sie sofort. Herbert Laukötter nimmt Kontakt mit dem Bauhof auf, möchte das Ende für eine Eiche und eine Linde abwenden. „Kommen Sie morgen vorbei, dann reden wir über die Sache“, habe man zu ihm gesagt, berichtet er später. Zu diesem Gespräch aber kommt es nicht mehr. Denn wenige Stunden später, im Schutz der hereinbrechenden Dämmerung, rattert plötzlich die Kettensäge in Lintel.

Anwohner fühlen sich überrumpelt

In den 1990er-Jahren hat Herbert Laukötter einen kleinen Teil seiner Flächen verkauft, damit man den Radweg in kleinen Schlenkern um die Bäume herumführen konnte, erzählt er. Denn schon damals sollten einige Exemplare gefällt werden, hat sich die Nachbarschaft aber erfolgreich zur Wehr gesetzt gegen die radikalste aller Lösungen. Und jetzt das.

Seit einigen Tagen schon laufen die Arbeiten zur Fahrbahn- und Kanalsanierung im Bereich der Schalück-Kreuzung. Als im Zuge dessen am Mittwochabend zwei Bäume fallen sollen, schreiten einige Anlieger ein. Sie kommen sich veräppelt vor. Laukötter weist auf das Gesprächsangebot hin, was man ihm unterbreitet hat. Es hilft alles nichts. Am Ende wird sogar die Polizei alarmiert. Die Ordnungshüter sollen sicherstellen, dass die Kettensäge ungehindert walten kann und niemand verletzt wird.

„Das war so nicht geplant“

Sven Johanning, Pressesprecher bei Straßen NRW, versichert tags drauf, dass es keine Alternative zur Fällung einer Linde und einer Eiche gegeben habe. Im Zuge der Sanierung müsse auch ein Betonrohr ausgetauscht werden, das zwischen den beiden Bäumen verlaufe und fest umklammert von deren Wurzelwerk war. Man habe wirklich versucht, besonders sensibel zu Werke zu gehen, sagt Sven Johanning im Gespräch mit dieser Zeitung, aber letztlich seien die Ausleger zu stark geschädigt worden, als dass die Standfestigkeit der beiden Bäume weiter gewährleistet gewesen sei.

„Das war so nicht geplant“, betont Johanning. Nachdem ein Gutachter an Ort und Stelle betont hatte, dass Eiche und Linde zu stark geschädigt sind, als dass sie stehenbleiben könnten, wurde das Umweltamt des Kreises Gütersloh eingeschaltet. Es kam kurz darauf zu demselben Ergebnis.

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