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Rheda

Brüder Reker aus Rheda backen für den Frieden

Rheda

Mit einem besonderen Gebäck wollen die Brüder Reker ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine setzen und Spenden  sammeln.

„Unser Herz schlägt für die Ukraine und die Menschen, die dort leben“, sagen Andreas (l.) und Karsten Reker. Die beiden Bäckereibesitzer aus Rheda bieten seit Anfang dieser Woche Donuts in den ukrainischen Nationalfarben Blau und Gelb an. Zudem sind die süßen Naschereien mit einem roten Marzipanherz garniert. Pro verkauftem Donut wird ein Euro für die Kriegsopfer gespendet.

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Als die ersten Bilder vom Angriff Russlands auf die Ukraine Deutschland erreichten, war für Andreas und Karsten Reker klar: „Wir müssen den Menschen in den Kriegsgebieten helfen.“ Die Idee zu einer Spendenaktion und einem Gebäck in den Nationalfarben der Ukraine war geboren. Seit Anfang dieser Woche ist der mit blauem und gelbem Zuckerguss überzogene Donut in allen 15 Filialen der Bäckerei Reker erhältlich. 

Ein Euro pro blau-gelbem Donut fließt in Spendentopf

Ein Euro – und damit die Hälfte des Verkaufspreises – fließt ohne Abzüge direkt in einen Spendentopf. Das Geld soll nach Abschluss der Aktion – voraussichtlich Ende März – an eine gemeinnützige Hilfsorganisation überwiesen werden, informieren Andreas Reker und sein Bruder Karsten. An der Spendenaktion der Bäckerei mit Hauptsitz in Rheda können sich aber auch Kunden beteiligen, die keine Donuts mögen – oder wegen der Fastenzeit auf das süße Gebäck in den Nationalfarben der Ukraine verzichten müssen. Wer beim Kassiervorgang an der Brötchentheke das Stichwort „Spende“ nennt, erklärt sich damit einverstanden, einen Euro mehr zu bezahlen, als er eigentlich muss. Dieser Zusatz-Euro kommt ebenfalls der Ukraine-Aktion der Bäckerei Reker zugute.

HintergrundDie Bäckerei Reker mit Hauptsitz an der Herzebrocker Straße in Rheda und inzwischen 15 Standorten ist nach wie vor ein Familienunternehmen. Die Brüder Andreas (60, Konditormeister) und Karsten (56, Bäckermeister) führen den Betrieb in vierter Generation. Stolz sind sie darauf, dass die fünfte Generation bereits in den Startlöchern steht: Mit René Reker, dem Sohn von Andreas, sowie Noah, dem Sohn von Karsten, sammeln die künftigen Nachfolger in allen Abteilungen des Handwerksbetriebs schon seit einigen Jahren wertvolle Erfahrungen. „Mit diesem Rüstzeug in der Tasche werden sie die Leitung in einigen Jahren übernehmen können“, freut sich Karsten Reker, dass die familieninterne Nachfolge bereits jetzt in trockenen Tüchern ist. Mit der Zahl der Filialen ist in den zurückliegenden Jahren auch die Zahl der Beschäftigten stetig gewachsen. In Bäckerei, Verkauf und Verwaltung sind inzwischen 160 Mitarbeiter tätig, viele davon haben einen Migrationshintergrund. „Einige stammen sogar aus Ländern Osteuropas“, sagt Andreas Reker. „Sie haben aus persönlicher Betroffenheit heraus also einen ganz besonderen Bezug zu dem, was gerade in der Ukraine passiert.“ Auch deshalb sei es ihm und seinem Bruder ein Herzensanliegen gewesen, mit dem Nationalfarben-Donut Flagge zu zeigen.

Zum Auftakt am Montag wurden 300 blau-gelbe Donuts gebacken. Die Nachfrage der Kunden war groß. Gar nicht so einfach gestaltete es sich für die beiden Bäckereibesitzer, an die für die Verzierung des Gepäcks benötigte blaue Lebensmittelfarbe zu kommen. „Die wird nur von wenigen Großhändlern geführt – und war bei vielen überdies auch noch ausverkauft“, berichtet Karsten Reker. Menschenverachtend und „einfach nur schrecklich“ nennen die Reker-Brüder das, was zurzeit in der Ukraine passiert. „Das internationale Völkerrecht wird von Putin mit Füßen getreten“, sagen sie. Mit der Donut-Aktion wollen sie deshalb nicht nur Spenden für die Betroffenen dieses „völlig unnötigen Kriegs“ sammeln, sondern auch ein Zeichen gegen die russische Invasionspolitik setzen – quasi ein gebackenes Statement für ein friedliches Zusammenleben in Europa und dem Rest der Welt. 

Nicht die erste Hilfsaktion

Die Hilfsbereitschaft der Bäckereibetreiber war schon in der Vergangenheit groß. Während des Corona-Lockdowns Anfang 2020 verteilte das Unternehmen in einer eigens eingerichteten Filiale an der Pixeler Straße in Rheda Brot und Backwaren an Bedürftige. Backerzeugnisse im Warenwert von mehr 15 000 Euro gingen über die Theke – ohne Berechnung. Im vergangenen Jahr ließ Andreas und Karsten Reker das Schicksal der Flutopfer in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht kalt. Auch damals konnten Kunden freiwillig einen Euro mehr an der Kasse bezahlen – als Spende für die Betroffenen der Flut. 7000 Euro kamen zusammen.

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