1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Rheda-Wiedenbrück
  6. >
  7. Christkindlmarkt Wiedenbrück endet am 23. Dezember

  8. >

Rheda

Christkindlmarkt Wiedenbrück endet am 23. Dezember

Rheda

Die Händler haben zum Teil mit enormen Kostensteigerungen zu kämpfen. Die Preise sind aber in den meisten Fällen nur moderat erhöht worden.

Frohe Kunde: Die Viertklässlerin Jule Pieper hat den Wiedenbrücker Christkindlmarkt am späten Montagnachmittag feierlich eröffnet. Ihre Botschaft als neues Wiedenbrücker Engelchen hörten alle gerne: „Jetzt ist Weihnachten nicht mehr weit.“

Rheda-Wiedenbrück (gl) - „Hier in Wiedenbrück ist es ja noch schöner als bei uns in Nürnberg.“ Über dieses Lob eines Kunden zum Auftakt des Christkindlmarkts hat sich Händler Klaus-Dieter Brockmann ganz besonders gefreut. Denn schließlich gilt der Markt in der nordbayerischen Großstadt als Vorbild für die heimische Traditionsveranstaltung.

Feierlicher Auftakt mit dem Wiedenbrücker Prolog

Am späten Montagnachmittag ist der Wiedenbrücker Christkindlmarkt eröffnet worden. Die aus 40 Verkaufsständen bestehende Budenstadt lädt bis einschließlich Freitag, 23. Dezember, täglich zum Bummeln und Genießen ein. Mit dem Wiedenbrücker Prolog gab das neue Engelchen Jule Pieper das Startsignal für das vorweihnachtliche Treiben im Herzen der Innenstadt.

Eröffnung: Der feierliche Startschuss war diesmal eine Doppelpremiere. Denn weder Rheda-Wiedenbrücks stellvertretender Bürgermeister Georg Effertz (CDU), noch die neunjährige Jule als Engelchen hatten bislang die Ehre gehabt, die vorweihnachtliche Veranstaltung einzuläuten. Im Gespräch mit dieser Zeitung hatte die Viertklässlerin der Pius-Bonifatius-Schule noch verraten, dass sie vor ihrem Auftritt auf der Bühne schon ein bisschen nervös war. Aber das merkte man ihr rein gar nicht an. Mit einem strahlenden Lächeln im Gesicht und engelsgleicher Stimme trug sie die traditionellen Eröffnungsverse vor.

Glühwein und Co.: Manchen Marktbesuchern sagt man nach, dass sie allein wegen des süffigen Heißgetränks den Weg in die Budenstadt finden. Fakt ist jedenfalls, dass Glühwein seit Jahrzehnten der Verkaufsschlager unter den auf dem Christkindlmarkt angebotenen Heißgetränken ist. „Er macht weit mehr als 50 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus“, sagt beispielsweise Thorsten Borgmeier. Der Druffeler ist seit 27 Jahren mit seinem Getränkestand auf dem Markt vertreten und hat auch Eierpunsch, Weihnachtspfiff – das ist Likör 43 mit Apfelsaft und Sahnehaube – sowie zahlreiche weitere Kreationen im Sortiment. Müssen die Kunden in diesem Jahr für Glühwein und Co. tiefer in die Tasche greifen? „Moderate Preissteigerungen ließen sich leider nicht vermeiden“, sagt Borgmeier. Höhere Lohn-, Energie- und Rohstoffkosten hätten das Drehen an der Preisschraube unumgänglich gemacht. In diesem Zusammenhang betont der Getränkehändler, dass er die Preise an seinem Stand sechs Jahre lang stabil gehalten habe.

Keiner soll hungrig nach Hause gehen

Herzhaftes: Wer Glühwein genießen will, braucht eine gute Grundlage. Pizza, Pommes, Bratwurst und Co. bieten sich da an. Wird auch hierfür mehr verlangt? In einigen Fällen schon, aber meistens bleiben die Preiserhöhungen auch hier im Rahmen. Nicole Nottbrock backt auf dem Christkindlmarkt Reibekuchen. Sie hat sich trotz höherer Zutatenpreise – für zehn Liter Pflanzenöl zahlt sie beispielsweise inzwischen 25 statt zehn Euro – gegen Aufschläge entschieden. „Die Leute sollen nicht hungrig an meinem Stand vorbeigehen und später Zuhause essen“, sagt sie. Der Weihnachtsmarktbesuch müsse bezahlbar bleiben.

Küsschen gefällig? Bei Sandra Stoffers wird jeder fündig. Die Wiedenbrücker Busserl gibt es in 18 Geschmacksrichtungen, auf Wunsch stilvoll verpackt.Süßes: Jane Seonie (18) und ihr Bruder Jeffrey (23) verkaufen Lebkuchenherzen, gebrannte Mandeln, Paradiesäpfel und andere kalorienreiche Leckereien auf dem Christkindlmarkt. Die Schaustellerfamilie aus Hamm hat ebenfalls mit enormen Preissteigerungen im Einkauf zu kämpfen. „Vor allem für Schokolade müsse wir deutlich mehr bezahlen“, sagt Jane Seonie. „Und Lebkuchenherzen kosten uns fast doppelt so viel wie früher.“ Aber dennoch: Die Preissteigerungen könne man nicht eins zu eins an die Kunden weitergeben. „Für die großen 700-Gramm-Lebkuchenherzen müssten wir eigentlich 30 Euro verlangen, aber wir haben den Preis bei 24 Euro belassen“, sagt die Juniorchefin.

Schaumküsse in 18 Geschmacksrichtungen

Wiedenbrücker Busserl: Die Schaumküsse gibt es am Stand von Elli Ackfeld in 18 Geschmacksrichtungen. Fans der süßen Köstlichkeit zahlen seit diesem Jahr 20 Cent mehr pro Stück. „Davor waren die Preise über Jahre stabil“, sagt Verkäuferin Sandra Stoffers.

Tannengrün und Weihnachtsdeko: Das und mehr hat beispielsweise Klaus-Dieter Brockmann im Sortiment. Auch er muss für Kränze, Nussknacker, Engelfiguren, Schneekugeln und Weihnachtsbäume mit Ballen etwas mehr Geld nehmen als noch 2021. „Als Gärtnereibetrieb haben wir nicht nur mit höheren Rohstoffpreisen zu kämpfen“, sagt der Gütersloher, der seit mehr als 40 Jahren einen Stand auf dem Christkindlmarkt betreibt. „Auch die Lohn- und Energiekosten sind gestiegen.“

Losglück: Der Togo-Förderverein verkauft auf dem Markt Lose. Der Erlös ist für die Partnerkantone in Afrika bestimmt. „Die Lospreise sind gleichgeblieben – und die Zahl der Gewinne auch“, sagt Vereinsmitglied Maria Löhner.

Nikolaus und Nürnberger Christkind kommen zu Besuch

Öffnungszeiten:

Der Wiedenbrücker Christkindlmarkt ist der wohl bekannteste Weihnachtsmarkt im Kreis Gütersloh – und sicherlich auch einer der längsten. Mehr als einen Monat lang öffnen die Verkaufsstände täglich ihre Türen. Letzter Öffnungstag ist Freitag, 23. Dezember. Bis dahin ist die Budenstadt auf dem Marktplatz montags bis donnerstags von 14.30 bis 21 Uhr, freitags von 14.30 bis 22 Uhr, samstags von 12 bis 22 Uhr und sonntags von 12 bis 21 Uhr geöffnet.

Besondere Programmpunkte: Am ersten Adventssonntag, 27. November, lohnt sich ein Besuch in Wiedenbrück ganz besonders. Denn dann legen die Einzelhändler in der Innenstadt von 13 bis 18 Uhr eine Sonderschicht für ihre Kunden ein. Am Freitag, 2. Dezember, steht die Altstadt ganz im Zeichen des Sports. Der Startschuss für den 30. Christkindllauf der LG Burg fällt um 19 Uhr auf der Langen Straße in Höhe des Adenauerplatzes. Für Dienstag, 6. Dezember, 18 Uhr, hat sich der Nikolaus auf dem Markt angekündigt. Hoher Besuch steht auch am Samstag, 10. Dezember, 18 Uhr, ins Haus. Dann fliegt das Nürnberger Christkind in Wiedenbrück ein. Darauf ist der ausrichtende Gewerbeverein besonders stolz. Denn nur ganz wenigen Märkten wird diese Ehre zuteil.

Startseite
ANZEIGE