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Corona? Linteler Jecken feiern trotzdem - aber digital

Rheda

Die gute Laune lassen sich die Jecken von der „Ecke Sagemüller“ auch im zweiten Pandemie-Jahr nicht vermiesen. Sie feiern digital.

Gänsehaut-Moment: Während der Aufzeichnung der Online-Karnevalssitzung der Ecke Sagemüller spricht Ehrenpräsident Johannes „Hännschen“ Westergerling mit Sitzungspräsident Christian Stiens. Die Szene filmen Nora Junker und Thomas Hauser.

Rheda-Wiedenbrück (dali) - Trübsal blasen gilt nicht: Die Ecke Sagemüller lässt sich auch von der zweiten coronabedingten Absage ihrer Karnevalssitzung die gute Laune nicht verderben. Wie im vergangenen Jahr auch, hat die engagierte Dorfgemeinschaft aus Lintel einen Onlinekarneval auf die Beine gestellt, dessen zweistündige Aufzeichnung im Internet am Samstag ab 19.11 Uhr per Stream gezeigt wird. Alles läuft unter dem passenden Motto „Home Helau, die 2. Welle“.

Motto: „Das Beste draus machen“

Die Idee ist einfach: Getreu der Devise „Das Beste draus machen“ hat eine kleine Gruppe eine Bühne in der Scheune auf dem Hof der Familie Schürmann aufgestellt und die einzelnen Gruppen dorthin eingeladen. Die Auftritte der Ecken-Girls, Ecken-Tänzer, der Landjugend, des Throns und vieler anderer wurden auf Video aufgezeichnet und zu einem kompletten Film zusammengeschnitten. „Es wirkt so, als ob es ein kompletter Sitzungsabend wäre“, sagt Ralf Schöppner. Viel mehr möchte der Vereinsvorsitzende noch nicht verraten. Nur eines vorweg: „Da steckt ganz viel Herzblut drin.“

Ein besonderer Dank gebühre neben Thomas Hauser sowie den Sitzungspräsidenten Christian Stiens und Alexander Eickhoff auch seiner Stellvertreterin Nora Junker, die nicht nur die Idee zu dieser Notlösung hatte, sondern auch die Aufnahmen leitete und anschließend viele Stunden für den Zusammenschnitt opferte, ergänzt Schöppner.

Entstanden sei ein sehenswertes Programm, das natürlich nicht an die stimmungsvollen Karnevalssitzungen vor Corona heranreiche. Da die Gruppen die Auftritte aber selbst geplant und durchgeführt haben, ist der ursprüngliche Charakter der Veranstaltungen der Ecke Sagemüller erhalten geblieben. „Alles ist sehr detailverliebt, bei uns wird nichts dem Zufall überlassen“, verspricht Schöppner.

„Hännschen“ Westergerling ist für den Einspieler zuständig

Einen ganz besonderen Einspieler wird es von Johannes „Hännschen“ Westergerling geben. Der 85-jährige Ehrenpräsident der Ecke Sagemüller hat den Verein seit den Kindesbeinen begleitet, kann nun aber an vielen Veranstaltungen aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr teilnehmen. Jetzt hat er auf der Bühne mit Sitzungspräsident Christian Stiens über die Geschichte der Ecke Sagemüller gesprochen. „Das war sehr interessant und sehr emotional“, berichtet Schöppner.

Wenn am Samstagabend um 19.11 Uhr die Videoaufzeichnung im Internet startet, werde dies trotz der räumlichen Trennung der Mitglieder ein einzigartiges Gefühl, ist er sich sicher. „Jeder sitzt dann zuhause und sieht sich die Aufzeichnung der einzelnen Auftritte an“, erklärt Schöppner. „So feiert jeder für sich, aber wir dann doch gemeinsam.“

Erste Online-Sitzung zählt 3000 Zugriffe

Das Coronavirus und die damit verbundene Absage sämtlicher Veranstaltungen hat auch die Ecke Sagemüller bereits im vergangenen Jahr hart getroffen. Die närrischen Mitglieder nahmen das Ersatzangebot, das Programm aufgezeichnet auf dem eigenen Sofa verfolgen zu können, aber dankbar an. Damals wurde die Aufzeichnung der Karnevalssitzung auf mehreren hundert Speichermedien verteilt. Noch größer war die Resonanz auf den Internetstream. Dort habe der Verein mehr als 3000 Zugriffe auf den Link verzeichnet, der zu der Aufzeichnung führte, schätzt Ralf Schöppner.

„Das hat uns den Mut gegeben, auch in diesem Jahr den Karneval nach Hause zu bringen“, bekräftigt der Vorsitzende der Ecke Sagemüller. Bereits im vergangenen November habe man die „Luftschlösser“, wie der 38-Jährige in der Rückschau die kühnsten Hoffnungen auf eine Session inmitten einer Pandemie bezeichnet, zerplatzen sehen. Am kommenden Samstag wäre die Karnevalssitzung eigentlich geplant gewesen, bei der wieder gemeinsam gesungen, geschunkelt und gelacht werden sollte. „Wir mussten früh einsehen, dass es wieder keinen Präsenzkarneval geben würde“, so Schöppner.

Lustiges Programm aus der Konserve: „Kein Ersatz für Liveauftritt“

Man sei zwar sehr traurig, ein solch lustiges und abwechslungsreiches Programm nur aus der Konserve anbieten zu können. „Zu ersetzen ist ein Liveauftritt nicht. Bevor es ausfällt, ist diese Version aber besser als nichts“, erklärt Schöppner.

Das Video ist am Samstag, 26. Februar, ab genau 19.11 Uhr im Internet freigegeben. Wer den Film auf einem Speichermedium oder den Link zum Internetstream erhalten möchte, meldet sich beim Vereinsvorsitzenden Ralf Schöppner, 0173/4352411.

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