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Rheda-Wiedenbrück

„Dem Wald geht es nicht gut“

Rheda-Wiedenbrück (sud) - Die Offene Liste im Rat der Stadt macht sich Sorgen um den Zustand der heimischen Wälder. Klimawandel und Borkenkäfer führen nach Auffassung der Fraktion zu massivem Baumsterben. Das wiederum habe sinkende Holzpreise und geringe Einnahmen für Forstbesitzer zur Folge.

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Hitzeperioden und Schädlinge wie der Borkenkäfer reißen selbst den stärksten Baum um. Die Situation der Wälder ist bedenklich, sagt die Offene Liste Rheda-Wiedenbrück.

„Dadurch fehlt das erforderliche Geld für Investitionen in zukunftsfeste, artenreiche Wälder“, befürchtet Ratsfrau Sonja von Zons. Die Offene Liste hat den Antrag gestellt, dass sich der neu gebildete Ausschuss für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität unter dem Vorsitz von Peter Rentrup (Grüne) in einer seiner kommenden Sitzungen mit der Situation der heimischen Wälder beschäftigt. „Wir halten es für dringend geboten, uns über den Zustand der Bäume und Wälder im Stadtgebiet aufklären zu lassen“, bekräftigt Sonja von Zons. Als fachkundige Referenten im Umwelt- und Klimaschutzausschuss kann sich die Vorsitzende der Offenen Liste Förster oder Behördenvertreter des für Rheda-Wiedenbrück zuständigen Regionalforstamts Ostwestfalen-Lippe vorstellen. Für die Umsetzung ihres Antrags ist die Offene Liste, die mit lediglich zwei Mitgliedern im Rat vertreten ist, jedoch auf die Unterstützung weiterer Fraktionen im Fachausschuss angewiesen. Allein hat sie keine Mehrheit.

Nicht alle Bäume sind dem Klimawandel gewachsen

„Man kann schon seit Langem nicht mehr ernsthaft leugnen, dass es dem Wald in Deutschland und auch in Rheda-Wiedenbrück nicht gut geht“, sagt Sonja von Zons. „Klimawandel, Dürresommer und der Borkenkäfer machen ihm mächtig zu schaffen.“ Deswegen sei es anzeigt, zeitnah über die Problematik zu sprechen und gemeinsam nach Möglichkeiten zur Rettung der heimischen Wälder zu suchen.

In der zu führenden Diskussion müsse es auch um die Fragestellung gehen, welche Baumarten dem Klimawandel in Zukunft noch gewachsen sind. In den vergangenen Jahren sei zu beobachten gewesen, dass zunehmend Douglasien, Lärchen, Traubeneichen und Winterlinden angepflanzt werden. „Aber auch bisher nicht heimische Arten wie die aus der Türkei stammende Baumhasel werden versuchsweise in die Erde gesetzt“, berichtet die Ratsfrau.

Holzschwemme führt zu sinkenden Preisen

In der politischen Debatte muss nach Auffassung Sonja von Zons' auch die wirtschaftliche Lage der Waldbauern beleuchtet werden. „Die Situation ist für private Waldbesitzer eine Katastrophe“, sagt sie. „Viele Bäume sterben ab und überschwemmen den Holzmarkt.“ Das führe zu sinkenden Einnahmen und fehlendem Geld für Investitionen in einen zukunftsfesten, artenreichen Wald, der mit den sich wandelnden Klimabedingungen besser zurecht kommt, sagt die Fraktionschefin.

In ihrem Antrag zur Beratung im Ausschuss für Umwelt-, Klimaschutz und Mobilität weisen Sonja von Zons und der sachkundige Bürger Gerald Krohn als Unterzeichner zudem auf die besondere Bedeutung von Wäldern und Bäumen unter ökologischen Gesichtspunkten hin.

Natürliche Klimaanlagen

„Wälder sind unsere Verbündeten im Kampf um ein gesundes Klima und den Erhalt der Artenvielfalt“, heißt es in der Antragsbegründung der Offenen Liste Rheda-Wiedenbrück. Und weiter: „Bäume dienen als Kohlenstoffspeicher und wirken insbesondere in Städten als eine Art natürliche Klimaanlage.“ Durch ihre Blätter spendeten sie Schatten, zudem erhöhten sie durch Verdunstung die Luftfeuchtigkeit. „Dadurch sinken die Temperaturen in dicht bebauten Stadtbereichen gerade im Sommer um mehrere Grad Celsius“, informiert die Offene Liste.

Allgemein unumstritten sei zudem die positive Wirkung der Wälder auf die Luftqualität. „Staubteilchen und Schmutzpartikel lagern sich an den Blättern und Ästen ab. Durch Photosynthese produzieren Bäume zudem den insbesondere für Menschen und Tiere lebenswichtigen Sauerstoff“, erläutert die Offene Liste in ihrem Antrag zum Thema Waldsterben.

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