1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Rheda-Wiedenbrück
  6. >
  7. Demenzerkrankte erleben Gemeinschaft in Rheda-Wiedenbrück

  8. >

Rheda

Demenzerkrankte erleben Gemeinschaft in Rheda-Wiedenbrück

Rheda

Der Weg ist das Ziel: Menschen, die an Demenz erkrankt sind, erhalten durch gemeinsame Spaziergänge neue Lebensqualität.

Die Natur genießen und sich gemeinsam bewegen – das stand im Mittelpunkt des zweiten Vier-Jahreszeiten-Spaziergangs der AG Sport und Demenz, der dieses Mal in Rheda-Wiedenbrück stattfand. Von der Stadthalle aus ging es durch den Flora-Westfalica-Park Richtung Schloss Rheda.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Der zweite Vier-Jahreszeiten-Spaziergang im Kreis Gütersloh hat die Teilnehmer durch die Flora Westfalica in Rheda-Wiedenbrück geführt. Von der Stadthalle aus ging es durch die Emswiesen, den Schlosspark und den Erlenbruch zurück zum Ausgangspunkt an der Hauptstraße.

Dreieinhalb Kilometer durch ein landschaftlich reizvolles Gebiet

Menschen, die von einer Demenz betroffen sind, Angehörige, Freunde und Interessenten waren vom Kreissportbund und dem gastgebenden Wiedenbrücker Turnverein (WTV) eingeladen worden, um sich gemeinsam auf die landschaftlich reizvolle, dreieinhalb Kilometer lange Strecke zu begeben, dabei Erinnerungen auszutauschen, die Natur zu genießen, sich zu bewegen und das Miteinander zu schätzen.

Vom WTV war Übungsleiterin Adelheid Fischer dabei. Sie hatte die Strecke zuvor mit Anke Thumel ausgesucht. Beide sind nicht nur im Rhea-Sport aktiv, sondern engagieren sich auch seit der Gründung in der AG Sport und Demenz. „Wir sind froh, dass wir den Vier-Jahreszeiten-Spaziergang vor Ort anbieten zu können“, betonte Adelheid Fischer.

Zu den Teilnehmern gehörte auch das Team des Gehtreffs in Rheda-Wiedenbrück. Hans Gerd Specht erläuterte, wie die Gehtreffs ablaufen und wie viel Spaß die Teilnehmer jedes Mal haben. Ganz nach dem Motto „Mittendrin bewegt“ lud er die Spaziergänger ein, bei Gelegenheit beim Gehtreff vorbeizuschauen.

Verbesserung der Lebenssituation ist das Ziel

Mit dabei waren am Samstagnachmittag auch zwei Vertreter der Alzheimergesellschaft Gütersloh, Dr. Gerhard Nübel und Karl-Heinz Meiertoberens, sowie Vertreter der Turnvereine, die die Spaziergänge in ihren Orten durchführen. Der nächste Vier-Jahreszeiten-Spaziergang findet am Samstag, 17. September, in Werther statt.

Studien zeigten, dass Bewegung und das Aktivsein in einer Gruppe bei demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen zur Verbesserung der Lebenssituation beitragen könnten, erklärte Gerhard Nübel. „Was besonders guttut und stärkt, ist das Erleben von Gemeinschaft und sozialer Einbindung“, fügte Margret Eberl vom Kreissportbund hinzu.

Tanzen hilft in schlimmen Momenten

Ein Ehepartner, der seine an Demenz erkrankte Frau betreut, berichtete, dass er mit ihr häufig tanzt, wenn sie einen schlechten Moment habe. Das helfe meistens. Ähnlich sei es auch bei der Bewegung an der frischen Luft. Geräusche und Gerüche in der Natur hätten eine beruhigende Wirkung auf Demenzpatienten.

Lob für Projekt kommt von Deutscher Alzheimergesellschaft

Die Idee für den Vier-Jahreszeiten-Spaziergang ist bei der Deutschen Alzheimergesellschaft übrigens auf großes Interesse gestoßen. Die Initiatoren aus dem Kreis Gütersloh, darunter die AG Sport und Demenz, die Alzheimergesellschaft Gütersloh, die Aktion Atempause der Diakonie Gütersloh, Sportvereine und der Kreissportbund, dürfen das Projekt deshalb während eines Kongresses Ende September in Mülheim vorstellen. „Das macht uns schon ein wenig stolz“, sagt Margret Eberl mit Blick auf das große Forum, das ihnen die Deutsche Alzheimergesellschaft in der Ruhrgebietsstadt bietet.

Startseite
ANZEIGE