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193 Aussteller aus 17 Ländern: Mehr als 2500 Besucher sehen Stücke im Maßstab 1:12

Ein Herz für Miniaturen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Ein beeindruckender Mikrokosmos ist am Wochenende im A2-Forum in Rheda-Wiedenbrück zu bestaunen gewesen. 193 Aussteller aus 17 Ländern haben ihre Miniaturen im Maßstab 1:12 gezeigt.

Gabriele Grund

Lisbeth Pedersen aus Dänemark ist seit vielen Jahren treue Ausstellerin auf der Miniaturenbörse. Foto: Gabriele Grund

Die Aussteller kamen aus Japan, Australien oder Argentinien, um sich mit ihren Stücken den mehr als 2500 Besuchern zu zeigen. Den Erfolg der Messe machte die Veranstalterin Barbara Leuchtenberger denn auch an dieser internationalen Beteiligung fest. »Es ist die Sehnsucht nach Frieden und Geborgenheit – einfach ein kleines Stück heile Welt«, sagte die Organisatorin aus Lippstadt.

Francoise Suter-Neuhaus aus Fribourg in der Schweiz kennt das Geheimnis der Faszination Kleinformat. 800 Kilometer fuhr sie mit dem Auto, um in Rheda-Wiedenbrück dabei zu sein. Ihre Figuren und Darstellungen sind durchaus gefragt. Da gehen auch schon mal 400 Euro über den Tresen.  Sie sei weltweit unterwegs – immer auf der Jagd nach künstlerischen Raritäten – aber auch um die von ihr selbst aus Fimo und Porzellan gefertigten Objekte anzubieten.

Barbara Leuchtenberger

Gerne hinter Glas aber auch in hübschen Schatullen, Setzkästchen und Vitrinen waren die zum Teil sehr kostbaren Handarbeiten zu bestaunen. Ins rechte Licht gesetzt, eröffneten sich wahre Faszinationen aus den Miniaturwelten. Winzig-Replikate aus den Bereichen Nadel und Faden, Haushalt, Schmuck, historische Möbel, Puppen und Spielzeug, Lebensmittel, Gebäude, Musikinstrumente, Pflanzen und Gefäße sowie komplett eingerichtete Häuser im Maßstab 1:12 oder kleiner verlangten meistens nach einem zweiten oder auch dritten Blick.

»Für Miniaturen begeistern sich auch immer mehr Männer«, sagt Barbara Leuchtenberger, die das Heft »1zu12 – Das Magazin« herausgegeben hat. Im Herbst 1999 veranstaltete sie die erste Miniaturenmesse Deutschlands. Ein Jahr später waren 70 Aussteller aus dem In- und Ausland dabei. In Spitzenzeiten waren es über 200.

Miniaturen seien die Sehnsüchte nach Dingen, die man in der Realität nicht mehr habe, weil sie vergangen sind. Das erklärt vielleicht auch, warum gerade die Gründerjahre beliebtes Thema für Sammler sind, so Babara Leuchtenberger.

Doch es sind dunkle Wolken über der Miniwelt aufgezogen. »Auch wenn sie nach wie vor gefragt sind, so werden die Kunsthandwerker immer älter. Es rückt kaum Nachwuchs nach«, bedauert Leuchtenberger. Allein 20 Aussteller sagten 2018 aus Krankheitsgründen ihre Teilnahme ab.

Teilgenommen hatte indes Katie Karents, eine Miniaturfreundin aus Perth im Westen Australiens. Sie reist jedes Jahr nach Europa, um auf Börsen nach Besonderheiten Ausschau zu halten, während sie Porzellanpüppchen, Erzgebirgsminiaturen, Stilmöbel und verschiedene Haustiere im Maßstab 1:12 einem kritischen Blick unterzieht. »Hier ist erstklassige Arbeit zu finden. Deswegen komme ich so gerne her«, sagt sie.

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