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Alte Tenne ist 50 geworden – Küche, Fußball und Musik sind wichtig

Eine Gaststätte für Generationen

Rheda-Wiedenbrück (WB). Wenn eine Gaststätte 50-jähriges Bestehen feiert, dann sind dort im Laufe der Jahrzehnte mehrere Generationen ein- und ausgegangen. Die Alte Tenne feierte am Wochenende ihren 50. Geburtstag.

Waltraud Leskovsek

Die Familie Linnemann hält zusammen und steht zu ihrer »Alten Tenne« (von links): Jonas, Christoph, Jürgen, Regina, Mary und Lukas Linnemann vor dem Fachwerkhaus. Foto: Waltraud Leskovsek

Und es waren nicht nur Gäste der ersten Stunde da, die auch heute noch gerne dort ein Bierchen trinken, sondern auch viele Jugendliche. »Genau das ist es, was ich mir von meiner Gaststätte wünsche, dass Generationen sich hier treffen und wohl fühlen«, betonte Jürgen Linnemann, der die Alte Tenne seit 27 Jahren führt.

Ürsprünglich stand das Haus im Stadtwald

Das Fachwerkhaus an der Rietberger Straße 25 stand nicht immer dort. Der ursprüngliche Standort war im Stadtwald direkt an der Dicken Linde. 1875 wurde es dort abgetragen und gegenüber dem Wiedenbrücker Freibad wieder aufgebaut. Regina und Willi Linnemann erbten das Haus von einem Onkel. Sie zogen mit ihrer Familie dort ein und verpachteten die unteren Räume als Gastwirtschaft.

1968 übernahm der erste Gastronom Hans Pape das Lokal für drei Jahre. Danach waren es Theo und Christa Beaufays, die bis 1983 die Kneipe führten. Der heutige Road-House-Inhaber Michael Siefert (Gandhi) war ebenfalls dort fünf Jahre aktiv, bevor dann 1991 Jürgen Linnemann sich überlegte, die Gaststätte selber zu führen.

Nicht nur der Chef ist mit Leidenschaft dabei

Durch seine Schwester, die zusammen mit ihrem Mann ein Hotel leitet, war er sich sicher, dass das auch seins ist. Zunächst fuhr er zweigleisig und arbeitete noch bei Interlübke im Büro weiter. Zwei Jahre später wurde er hauptberuflicher Gastronom.

Eine Entscheidung, die der 49-Jährige nicht bereut hat, denn er ist mit Leidenschaft dabei. Nicht zuletzt, weil er beste Unterstützung erfährt. Neben seiner Frau Mary stehen auch die drei Söhne Jonas (9), Christoph (13) und Lukas (11) sowie Mutter Regina hinter ihm.

In der Küche ist insbesondere die Seniorchefin noch immer trotz ihrer stolzen 80 Jahre eine wertvolle Stütze. Die gute Küche gehört zum Erfolgsrezept der Tenne. Das klassische Schnitzel mit Bratkartoffeln ist ebenso ein Renner wie Gerichte in der Oktoberfestzeit oder Grünkohl.

Fußball und Musik sind die Standbeine

Zudem hat Linnemann früh auf die zwei Standbeine Fußball und Musik gesetzt. Die Tenne ist offizielle Sky-Kneipe mit regelmäßigen Übertragungen. Für Musik hat Linnemann ebenfalls viel übrig. So spielten am Jubiläumswochenende die beiden heimischen Gruppen »The Nasty Habits« und »Kathrina«.

Am Abend zuvor gab es eine Rocknacht mit DJ Herbert. Gerade die Rocknächte mit Musik aus den 70er und ­80er Jahren wissen viele Gäste zu schätzen. »Leute treffen, tanzen und Spaß haben – mehr wollen die meisten nicht«, meint der Kneiper aus Erfahrung.

Besonders freut ihn, dass er viele Stammgäste hat. Von einigen kommen schon die Kinder, um ihre ersten Kneipenerfahrungen zu machen. »Das macht Spaß und so möchte ich auch gerne weitermachen«, ist sein Ziel für die Zukunft. Sicherlich passt er sich den Situationen an, probiert immer mal etwas Neues aus. Doch der Kern, eine gute Gaststätte mit Atmosphäre zu führen, der soll auf jeden Fall bleiben.

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