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Rheda

Entführung an Autobahn 2 gibt Rätsel auf

Rheda

Ein Mann ist an einer Raststätte in ein Auto gedrängt worden. Das Opfer wurde später schwer verletzt in Lippetal aufgefunden.

Tatort: An der Tankstelle des Rastanlage Gütersloh-Nord ist am Dienstagabend ein polnischer Lkw-Fahrer offenbar entführt worden. Der Fall gibt der Polizei noch Rätsel auf.

Rheda-Wiedenbrück/Gütersloh (ei) - Ein mysteriöser Entführungsfall beschäftigt seit Dienstagnachmittag die Polizei: Nachdem zunächst Lkw-Fahrer auf dem Gelände der Rastanlage Gütersloh-Nord das Verschleppen eines polnischen Truckers beobachtet hatten, kam es auf der Emser Landstraße in Rheda zu einer wilden Verfolgungsfahrt. Anwohner hatten sich im Siedlungsgebiet im Schatten der Fleischfabrik Tönnies über zwei Pkw (BMW und Mini) gewundert. Im Kofferraum eines Fahrzeugs sollte offenbar eine Person misshandelt werden.

Aufnahmen einer Überwachungskamera zeigen Übergriff

Als die Beamten auftauchten, flüchteten die beiden Fahrzeuge Zeugenberichten zufolge in Richtung Gütersloh. Ein Pkw kam kurz hinter der Bahnunterführung nach links von der Fahrbahn ab, der Fahrer konnte das Fahrzeug aber wieder auf den Asphalt lenken und seine Flucht fortsetzen. Fast zeitgleich erfuhren die Gütersloher Beamten, dass ihre Bielefelder Kollegen, die für die A2 zuständig sind, den verschleppten polnischen Lkw-Fahrer suchen. Schnell wurde klar, dass es zwischen beiden Fällen einen Zusammenhang geben könnte. Als die Bielefelder Autobahnpolizisten am vermeintlichen Tatort eintrafen, war der Fahrer nicht auffindbar. Die Zeugen hatte offenbar lediglich eine Rangelei wahrgenommen. Die Aufnahmen einer Überwachungskamera an der Tankstelle auf der Rastanlage zeigten dann, dass der Lkw-Fahrer von mehreren Männern offenbar gegen seinen Willen in einen der Pkw gedrängt wurde. Die Fahrzeuge sollen dann über die Autobahn in Richtung Dortmund weiter gefahren sein. 

Nach Anforderung durch die Polizei traf sich gegen 21 Uhr an der Kreuzung Sudheide/Emser Landstraße eine Rettungshundestaffel, um eine möglicherweise zurückgelassene Person mit Hilfe des Flächenspürhundes Ludwig aufzufinden. Mit dabei waren auch Kräfte des Arbeiter-Samariter Bundes aus Bielefeld. Neben dem Hundeführer waren noch fünf weitere Suchgruppenhelfer ausgerückt, teilte die Rettungshundestaffel Gütersloh-Verl mit. Kurz nach dem Eintreffen wurde dann gegen 21.30 Uhr aber bekannt, dass der Vermisste in Lippetal (Kreis Soest) aufgefunden worden ist und mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht wurde. Aufgrund der zunächst unklaren Lage und der schweren Verletzungen wurde im Bielefelder Polizeipräsidium eine Ermittlungskommission eingerichtet.

Ermittler bitten Zeugen um Mithilfe

Beamte der Spurensicherung erschienen kurz nach Mitternacht auf dem Rastplatzgelände Gütersloh-Nord. Ein Beamter stülpte sich einen weißen Schutzanzug über und sicherte die Spuren im Führerhaus der schwarzen Volvo-Zugmaschine. Derweil markierte ein Kollege den genauen Standort des Lastzugs, der parallel zur Fahrbahn an der Betonwand zwischen Diesel- und Pkw-Zapfsäulen abgestellt war. Eine Aktentasche und mehrere Gegenstände wurden von den Beamten sichergestellt und der Lastzug beschlagnahmt. Auch im Bereich der Toiletten wurde später nach Hinweisen auf die Tat gesucht und beispielsweise Zigarettenfilter eingesammelt. Polizei und Staatsanwaltschaft wollen derzeit keine weiteren Details zu dem mysteriösen Fall geben, bitten aber mögliche Zeugen, sich unter 0521/5450 zu melden.

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