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Rheda-Wiedenbrück: Westag & Getalit schlägt nach Übernahme ein neues Kapitel auf

»Es ist der richtige Partner«

Rheda-Wiedenbrück (WB). Der Bauzulieferer Westag & Getalit in Rheda-Wiedenbrück steht vor dem größten Wandel in seiner 117-jährigen Firmengeschichte. Der Hauptaktionär »Gethalia Foundation« hat am Mittwoch eine Vereinbarung mit der niederländischen Broadview Industries AG über den Verkauf und Transfer aller derzeit von ihr gehaltenen Stammaktien getroffen. Die Kartellbehörde muss dem noch zustimmen.

Wolfgang Wotke

Wollen ein neues Kapitel in der langjährigen Firmengeschichte von Westag & Getalit aufschlagen (von links): Vorstandsvorsitzender Wilhelm Beckers, Pedro Holzinger (Vertreter der Familienstiftung) und Finanzvorstand Christopher Stenzel. Foto: Wolfgang Wotke

Mit dieser Übernahme würde die Broadview Industries AG die Kontrolle von 75,5 Prozent der Stimmrechte und 37,75 Prozent der insgesamt ausgegebenen Aktien (Stammaktien und Vorzugsaktien) an der Westag & Getalit AG gewinnen. Damit schlage das Unternehmen ein ganz neues Kapitel auf, sagte Pedro Holzinger (78), Vertreter der Familienstiftung und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates. »Für mich ist das heute ein ganz besonderer Tag«, erklärte er während der gestrigen Pressekonferenz, »weil ich hier vor 40 Jahren angefangen bin und immer versucht habe, der Firma und den Mitarbeitern zu dienen.« Er habe Vorstand und Aufsichtsrat lange angehört. Für ihn seien das gute und erfolgreiche Jahre gewesen.

Familie ist ausgewandert

Am Morgen sind die 1300 Mitarbeiter in Rheda-Wiedenbrück und im Werk in Wadersloh informiert worden. Am Mittwochmittag hat es eine Betriebsversammlung gegeben, in der die Belegschaft über alle Zukunftspläne unterrichtet wurde. Warum dieser Schritt vollzogen werden soll, erläutert Pedro Holzinger: »Wir haben in der Familie keinen Nachfolger gefunden. Die meisten Familienmitglieder sind in andere Länder ausgewandert.« Er habe das kommen sehen und kürzlich habe es dann eine Anfrage von Broadview gegeben. Broadview ist eine Holding mit Sitz im niederländischen ‘s-Hertogenbosch. Zu den von ihr kontrollierten Unternehmen gehören Trespa International B.V., ein Hersteller von Verbundplatten für Gebäudefassaden und Laborausstattung in Holland (rund 200 Millionen Euro Umsatz), und die italienische Arpa Industriale S.p.A., ein Hersteller von HPL-Platten für eine Vielzahl von Innenraumoberflächen (rund 100 Millionen Euro Jahresumsatz).

Risiken und Chancen

Holzinger: »Die geplante Partnerschaft mit dem zukünftigen Hauptaktionär wird uns attraktive Zukunftsperspektiven in allen Kernmärkten des Unternehmens eröffnen.« Ob diese Übernahme negative Konsequenzen für die Mitarbeiter hat, konnte er nicht sagen: »Garantieren können wir nichts.« Für Vorstandsvorsitzender Wilhelm Beckers steht fest: »Wir wollen mit der Belegschaft gemeinsam diesen Wandel vollziehen und sind überzeugt, dass dies der richtige Weg ist.« Man wolle den Mitarbeitern ihre Ängste nehmen und ihnen ihre Chancen aufzeigen.

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