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Ratsgymnasium: Schüler erhalten Berufsinfos von 15 Referenten

Fachsimpelei ist tabu

Rheda-Wiedenbrück (WB). Wie läuft das eigentlich im Job? Und welcher Beruf ist der richtige für mich? Um jungen Menschen diese Fragen zu beantworten, hat das Ratsgymnasium einen Berufsinformationsnachmittag initiiert. Hier gab es Tipps aus erster Hand – nämlich von Berufstätigen.

Waltraud Leskovsek

Organisator Klaus Reckmann (von links) schaute in der Gesprächsrunde von Daniel Brormann, Sophia Kiousis, Tom Kleikemper, Joshua Grochtmann und Niklas Voß vorbei. Dort stand Gerd Hoppe (rechts) als Ingenieur den Jugendlichen für Fragen zur Seite. Foto: Leskovsek

Lehrer Klaus Reckmann hat zusammen mit Gerd Hoppe, Vertreter der Schulpflegschaft, die fünfte Auflage der beliebten Veranstaltung zum wiederholten Male organisiert. Da Hoppe zudem Mitglied im Rotary-Club Rheda-Wiedenbrück ist, war es für ihn leicht, auf dem kleinen Dienstweg 15 Referenten für das Projekt begeistern zu können. Alles erfahrene Leute aus den Bereichen Medizin, Architektur, Bankwesen, Steuerberater und Journalismus, Ingenieure, Designer, Stadt- und Landschaftsplaner, Juristen, Web-Designer und Sozialarbeiter.

Haben Frauen in technischen Jobs Chancen?

Gerd Hoppe ist es wichtig, dass man während des Infonachmittags nicht darüber fachsimpelt, welche Universität die Beste ist oder welcher Studiengang sich anbietet. »Hier geht es um alltägliche Dinge – wie der Job ist, was beispielsweise ein Ingenieur macht, ob der Beruf Spaß macht, ob Mädchen in Ingenieursberufen eine reelle Chance haben, was ein Arzt tagtäglich macht oder ob der Steuerberater wirklich nur Zahlen verdreht«, erklärt Hoppe.

Rund 100 Jugendliche des 11. Jahrgangs des Gymnasiums haben an der Pflichtveranstaltung teilgenommen und sich für zwei verschiedene Gesprächsrunden im Vorfeld entschieden. Hoppe, selber als Ingenieur bei Beckhoff Automation in Verl beschäftigt, erzählte aus seinem Alltag. Als einziges Mädchen war Sophia Kiousis in seiner Gruppe. Er konnte besonders ihr erzählen, dass junge Frauen in Ingenieursberufen durchaus eine Chance haben und heute oftmals in Führungspositionen unterwegs sind.

Andere Länder sind schon weiter

Andere Länder seien da schon durchaus weiter und hätten viele Frauen in technischen Berufen beschäftigt. Er konnte der Gruppe auch erklären, dass Ingenieure heute alle im Team arbeiten und niemand alleine wichtige Entscheidungen treffen muss. Er beantwortete Fragen wie: »Kann man heute noch in die Automobilindustrie gehen?« oder »Wie viel Geld verdient ein Ingenieur?«. Hoppe erklärte, dass ein gutes Fundament wichtig sei und was danach passiere, das wisse niemand vorher genau.

Vieles würde sich erst im Beruf ergeben, ist er sich sicher. Wichtig sei, dass man sich neugierig darauf einlasse. Der Berufsinformationsnachmittag soll letztendlich dazu dienen, Berufsbilder kennenzulernen. Die Personen, die dahinterstehen und ehrlich aus ihrem Alltag plaudern, sollen Mut machen und erzählen, wie sie es geschafft haben, dorthin zu kommen, wo sie heute sind.

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