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Frauen übernehmen in Lintel das Kommando

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Gleich zwei Frauen war es am Wochenende bei der Ecke Sagemüller gelungen, die Holzvögel mit schweren Keulen abzuwerfen. 

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Rheda-Wiedenbrück (wl) - Frauen an die Macht: Steffi Bultschnieder grüßt als Königin der Ecke Sagemüller. Auch die Schützenjugend hat mit Hanna Lütkemeier nun eine neue Regentin. Gleich zwei Frauen war es am Wochenende damit gelungen, die Holzvögel mit schweren Keulen abzuwerfen. Die Männer hatten das Nachsehen.

Schützenfest kleiner als üblich

Am Samstag feierte der Verein sein traditionelles Schützenfest auf dem Hof Sudbrock am Patersweg – zwar kleiner als sonst, aber dennoch gebührend, wie man es von den Lintelern kennt. „Wir sind einfach nur froh, dass wir endlich wieder etwas machen können“, sagt Ralf Schöppner mit Blick auf das Fest bei schönstem Spätsommerwetter. Die Aktiven hätten sich im Vorfeld viele Gedanken bezüglich der sicheren Umsetzung gemacht. Im Eingangsbereich überprüfte am Samstag ein externer Sicherheitsdienst, ob alle Gäste die 3G-Regeln erfüllen. Steffi Bultschnieder ist die zweite Frau in der Geschichte der Ecke Sagemüller, die den Vogel heruntergeholt hat. König ist ihr Mann Gerd, der bereits 2009/2010 Schützenkönig war. 

Als die frisch gebackene Regentin ihren Thron vorstellte, war die Überraschung dann perfekt: Sie bildet mit ihrer Prosecco-Damengruppe einen reinen Frauenthron – eine absolute Premiere in dem Rheda-Wiedenbrücker Stadtteil. Lediglich als Mundschenk fungiert ein Vertreter des vermeintlich starken Geschlechts, und auch Gerd Bultschnieder ist als Gemahl der Königin „zugelassen“. „Ich wollte gar nicht treffen“, berichtet die neue Linteler Majestät vom vorausgegangenen Rennen um die Königswürde. Letztlich sei es purer Zufall gewesen, dass der Vogel ausgerechnet bei ihr heruntergefallen ist. Die Konkurrenz war mit 50 Titelaspiranten diesmal besonders groß. 

Königsparty soll noch folgen

Auch die 26-jährige Jungschützenkönigin Hanna Lütkemeier sicherte sich nach eigenem Bekunden mit einem Zufallstreffer die Regentschaft. „Ich kann eigentlich gar nicht werfen“, gab sie zu. Gemeinsam ließen die Jungschützen und ihr Freund Stephan Stiens die neue Nachwuchsmonarchin standesgemäß hochleben. Bei den Jungschützen gibt es in der Regel später eine Königsparty. Hanna will sich da nicht lumpen lassen und ebenfalls eine auf die Beine stellen. Grund zum Feiern hatte am Samstag auch der 13-jährige Leonard Wiesbrock, seines Zeichens Nachbar der Schützenkönigin Steffi Bultschnieder. 

Der Linteler Junge traf den Holzvogel gleich zweimal – mit dem letzten Versuch fegte er den Rest des Adlers von der Stange. Zuvor hatte er schon das Zepter getroffen. Leonard hatte bereits in den Vorjahren versucht, den Vogel zu erlegen, dabei jedoch nicht das Glück auf seiner Seite gehabt. Das erste Eckenschützenfest nach der Hochphase der Corona-Pandemie fand am Abend mit einer schwungvollen Party einen stimmungsvollen Ausklang.

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