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Rheda-Wiedenbrück

Freibäder bleiben vorerst geschlossen

Rheda-Wiedenbrück (kaw) - Nun ist auch der zweite Termin verstrichen, an dem Freibadfreunde auf dem Trockenen sitzen, anstatt sich traditionsgemäß ins blaue Nass zu stürzen. Eine konkrete Öffnungsperspektive gibt es noch nicht.

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Wann genau der Sprung ins erfrischende Nass unter blauem Himmel in Rheda und Wiedenbrück (Foto) wieder möglich sein wird, steht noch nicht fest. Wie die Stadt mitteilt, werde die aktuelle Corona-Lage stetig unter Berücksichtigung aller gültigen Maßnahmen und Einschränkungen bewertet. Die Freibäderöffnung hänge wesentlich von der Entwicklung der Inzidenz ab.

Gäbe es nicht Corona, dann hätte am vorigen Sonntag die Wiedenbrücker Freizeit- und Sportstätte an der Rietberger Straße geöffnet – zwei Wochen nach dem Freibad Rheda, das auch noch immer auf den Startschuss wartet. Die beiden Badefiguren – „Alltagsmensch“ Paula und die Schwimmerin am Brunnen – sind ausgepackt und richten den Blick auf die einladende still ruhende Wasserfläche im Wiedenbrücker Bad. Auch die Frühschwimmergarderobe ist vom Winterschutz befreit. „Die muss man nur noch einmal kurz auswaschen“, sagt Doris Fischer, Geschäftsführerin des Fördervereins Freibad Wiedenbrück, im Gespräch mit dieser Zeitung.

Hygienekonzepte sind fertig

Wie die Stadt auf Nachfrage informiert, stehen die Hygienekonzepte für eine Öffnung der Freibäder. „Die Gespräche und Vorbereitungen dazu laufen“, heißt es. Doch wann Vereine und private Gäste wieder unter freiem Himmel ihre Bahnen ziehen dürfen, hänge wesentlich von der Entwicklung der Inzidenz ab. „Für alle Maßnahmen, die Öffnungen oder Schließungen betreffen, sind die kreisweiten Inzidenzen maßgeblich“, heißt es aus dem Rathaus. Liegt dieser Wert im Kreis Gütersloh fünf Tage unter 100, könnten die Freibäder ihre Pforten öffnen, aber nur für eine begrenzte Anzahl an Besuchern und lediglich zur Sportausübung. Dass man es sich auf den Liegeflächen gemütlich macht, ginge dann noch nicht. Die sind tabu, bis die Inzidenzzahl unter 50 sinkt, und sie stünden dann ebenfalls nur für eine limitierte Zahl an Besuchern zur Verfügung.

Erstmalig in dieser Woche ist jetzt der Wert unter 100 gerutscht. Der Kreis vermeldet zum Stand 19. Mai, 0 Uhr, dass die Covid-19-Fälle der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohnern laut RKI 98,4 betragen. Für Rheda-Wiedenbrück wird eine Inzidenz von 174,7 vermeldet. Zum Dienstag, 18. Mai, betrug der kreisweite Inzidenzwert 102,8 und der für die Doppelstadt an der Ems 160,3.

Schnell- oder Selbsttest erforderlich

Sollten sich die Pforten zu den Freizeitstätten an der Rietberger Straße und am Reinkenweg öffnen, dann gilt es für Jung und Alt, nicht nur die bisherigen Schutzmaßnahmen einzuhalten – also etwa den Mindestabstand zu wahren und eine Mund-Nase-Maske zu tragen. Zudem und anders als noch in der vorigen Freiluftsaison, als unter Einhaltung von Zeitfenstern dem Vergnügen im Wasser gefrönt wurde, sei ein Schnell- oder Selbsttest erforderlich, informiert die Stadt.

Die Schwimmmeister haben übrigens nicht nur die Freibäder im Blick, sondern sie würden auch das Hallenbad für die Schwimmkurse vorbereiten, denn „für den Schwimmunterricht sollen insbesondere die Kleinschwimmhallen und das Hallenbad zur Verfügung gestellt werden“.

Dicke Paula steht in den Startlöchern

Während der coronabedingten Zwangspause sind die Förderer der beiden Freibäder in der Doppelstadt nicht untätig geblieben. Die Wiedenbrücker haben eine neue Hütte für die Wasserspielgeräte angeschafft, deren Ankunft laut Doris Fischer in etwa drei, vier Wochen erwartet wird. Das bisherige Exemplar hinter dem Sprungturm haben Vereinsmitglieder abgerissen. „Alles coronakonform und unter Einhaltung der Regeln“, unterstreicht sie. Viele Menschen würden sie auf der Straße ansprechen. „Es sind schon alle ganz heiß darauf loszulegen“, berichtet sie, wisse aber auch von Menschen, die sich sorgen sowie zweifeln, wann und ob dies klappen wird. „Ob wir uns denn in diesem Jahr mal wieder im Freibad sehen werden?“ Diesen Satz habe sie inzwischen oft gehört.

Vor dem geschlossenen Bad an der Rietberger Straße kündet auch noch nicht die dicke Paula im Bikini von Schwimmvergnügen. Die rund 150 Kilogramm schwere Fördervereinsfigur ist zu schwer, um coronakonform an Ort und Stelle gebracht zu werden. „Die müsste von vier Männern dicht an dicht getragen werden“, erläutert Doris Fischer, dass das in der jetzigen Pandemiesituation nicht funktioniere und betont: „Wir haben eine Fürsorgepflicht für unsere Mitglieder“.

85-Jahr-Feier in Rheda abgesagt

Die Geschäftsführerin des rund 640 Mitglieder zählenden Vereins würde sich wünschen, dass sich alle verantwortungsvoll verhielten. Doris Fischer appelliert: „Wenn sich alle Bürger an die Regeln halten, dann bekommen wir auch die Inzidenzwerte herunter und wieder Sportqualität in dieser Stadt.“ Obgleich das Bad noch zu ist, denken die Förderer schon darüber nach, wie sie sich künftig noch mehr im Kinder- und Jugendbereich engagieren können. „Wir bekommen jeden Tag Anfragen“, weiß auch Frank Winkler, Vorsitzender des Fördervereins Rheda, um die Sehnsucht vieler Menschen nach Freizeitspaß unter freiem Himmel. Die Pandemie trifft das Bad am Reinkenweg in diesem Jahr besonders hart: Sie ist 85 Jahre alt. „Das sollte ein großes Event werden mit Wasserspielgeräten für die Kinder und DJ“, malt Winkler aus, was hätte sein sollen, um dann hinzuzufügen: „Vor zwei Monaten haben wir die 85-Jahr-Feier abgesagt.“ Mit Blick auf Festivitäten erklärt der Vorsitzende des rund 280 Mitglieder umfassenden Vereins: „Wir sollten dieses Jahr nochmal auf Nummer sicher gehen.“

Neue Pächterin für Kiosk

Mit Fragezeichen versieht er das beliebte Hundeschwimmen, das üblicherweise zum Saisonabschluss stattfindet. „Wir warten noch die Entwicklung ab“, sagt er. Eine neue Anschaffung haben die Schwimmfreunde in Rheda jedenfalls schon einmal getätigt. Sie haben ein Trampolin erworben und mit Hilfe des Bauhofs im Spielbereich in die Erde gebracht. „Das wird zusätzliche Abwechslung bringen“, hofft Winkler. Es fehlten noch letzte Handgriffe. Allzu gern würde er auch die neue Pächterin des Kiosks vorstellen. Wann sie mit ihrer laut Winkler „Speisekarte mit schmackhaften Gerichten“ bei den Badegästen punkten kann, hängt ebenfalls vom weiteren Pandemiegeschehen ab. Unsicherheit durch Corona hat der inzwischen schon seit zehn Jahren bestehende Verein bereits beim Verkauf von Gutscheinen für Dauerkarten zu spüren bekommen. Der habe vor Weihnachten begonnen, doch so stellt Winkler fest, „die Leute waren zurückhaltender als in der Vorsaison“.

Eintrittspreise stabil

Der Verkauf von Freibadkarten findet in den Bürgerbüros in Rheda und in Wiedenbrück nach Terminvereinbarung statt sowie ab der Öffnung der Freibäder auch vor Ort. Wie die Stadt informiert, bleiben die Benutzungsgebühren so wie im Vorjahr. Erwachsene zahlen für die Einzelkarte drei Euro, für die Saisonkarte 60 Euro und für die Zehnerkarte 25 Euro, Kinder und Jugendliche 1,50 Euro (Einzelkarte), 30 Euro (Saisonkarte) und 12,50 Euro (Zehnerkarte). Die Familienkarte kostet 80 Euro.

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