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Rheda

Gartenbauverein beschließt  Auflösung

Rheda

Wiedenbrück (eph) - Schluss, aus und vorbei. Der Gartenbauverein Rheda-Wiedenbrück ist Geschichte. Mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit beschlossen die Mitglieder in dieser Woche während ihrer Jahresversammlung im Jägerheim die Auflösung des Vereins.

Bildeten den letzten geschäftsführenden Vorstand des Gartenbauvereins Rheda-Wiedenbrück (v. l.) Kassiererin Irmgard Strototte, Vorsitzender Heinz Haßheider, Geschäftsführerin Christa Aschoff und Schriftführerin Hanni Bäumker.

Aktueller Anlass: Der Verzicht des geschäftsführenden Vorstands (Durchschnittsalter 80 Jahre) auf eine erneute Kandidatur. Die Gründe für das Ende des Traditionsvereins, der 1902 gegründet wurde, liegen aber wohl tiefer. So litt er vor allem an einer Überalterung. Den Gartenfreunden war es schwer gefallen, die Mitgliedschaft auf eine breitere Basis zu stellen und auch jüngere Generationen für ihr Thema zu begeistern. Dies wiegt umso schwerer, als der eigene Garten sich gerade in der aktuellen Pandemie wieder einer steigenden Beliebtheit erfreut und ihn mehr und mehr Menschen als willkommenen Zufluchtsort neuentdeckt haben. 

Geschäftsführender Vorstand stellt sich nicht zur Wiederwahl

Dies änderte jedoch nichts an der Tatsache, dass Vorsitzender Heinz Haßheider (84), Schriftführerin Hanni Bäumker (81), Kassiererin Irmgard Strototte (71) und Geschäftsführerin Christa Aschoff (81) ihre Ankündigung vom Vorjahr wahr machten und sich nicht wieder zur Wahl stellten. Wie schwer den Mitgliedern danach die Entscheidung zur Auflösung des Vereins fiel, zeigte das Abstimmungsverhalten: Erst nach einer Diskussion, in der deutlich wurde, dass es für die Gemeinschaft ohne Vorstand keine Zukunft mehr gibt, kam die notwendige Dreiviertelmehrheit zustande. Auf Wunsch der Mitglieder soll es in diesem Jahr aber noch eine Abschlussfahrt geben. Der Rest im Kassenbestand – alles in allem etwa 4000 Euro – soll laut Satzung an eine Behinderteneinrichtung in Gütersloh gespendet werden.

„Es fällt uns total schwer, einen so alten Verein aufzulösen“, sprach Hanni Bäumker wohl allen Anwesenden aus dem Herzen. Ein besonderes Wort des Dankes richtete sie an Heinz Haßheider, der den Verein seit 2014 geführt hatte. Haßheider habe sich ebenso große Verdienste erworben wie sein Vorgänger Gerd Hartmann, sagte Bäumker. Haßheider selbst bekannte, auch ihm sei der Entschluss zur Auflösung nicht leichtgefallen. „Wenn wir alle noch zehn Jahre jünger wären, hätten wir gerne weitergemacht“, sagte er zum Schluss.

Zehn Neumitglieder

In der gut besuchten Jahresversammlung hatte Hanni Bäumker zuvor noch einmal die Höhepunkte des vergangenen Jahres Revue passieren lassen. Zwar mussten einige traditionelle Veranstaltungen wie der Obstbaumschnitt, die beliebte Staudentauschbörse oder das Erntedankfest ausfallen. Ein Fachvortrag im März zum Thema „Stauden für jeden Garten“ und auch die Mehrtagesfahrt nach Baden konnten jedoch stattfinden. Erfreulicherweise durfte der Verein sogar zehn Neumitglieder begrüßen. Der aktuelle Mitgliederstand liegt bei 220.

Älteste Mitglieder seit mehr als 70 Jahren dabei

Zu besten Zeiten zählte der Zusammenschluss, der als „Gartenbauverein Wiedenbrück“ ins Leben gerufen worden war und sich erst Jahre nach der kommunalen Neuordnung in „Gartenbauverein Rheda-Wiedenbrück“ umbenannt hatte, 350 Mitglieder. Die ältesten von ihnen halten der Gruppe seit mehr als 70 Jahren die Treue. Auf eine 40-jährige Mitgliedschaft blicken in diesem Jahr Josef und Änne Hönerlage und Maria Vollmer zurück. Dafür erhielten sie ebenso eine Ehrenurkunde wie die Silberjubilare Gerd und Lotte Mentrup, Sylke Klasen, Heinz-Dieter und Käthe Liemann, Günter und Gretel Stolte, Gabriele Sudbrock-Westhoff und Anneliese Westernströer.

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