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Rheda

Gefahr lauert am Wegesrand

Rheda

Wiedenbrück (lalü) - In nahezu allen Stadtteilen haben die Umweltberatung und der Bauhof in den vergangenen Wochen Warnschilder aufgestellt. Aus gutem Grund: Der Eichenprozessionsspinner treibt wieder sein Unwesen.

Risiko für Allergiker: Die weißen Hinterlassenschaften des Eichenprozessionsspinners sehen aus wie dicke Spinnennetze, sie sind aber vor allem für empfindliche Menschen ungleich gefährlicher. Das Bild zeigt einen befallenen Baum an der B 64 in Wiedenbrück. Foto:

Der Eichenprozessionsspinner ist ein waldtypisches Tier, hat sich aber zuletzt vermehrt und wurde deshalb zu einer Gefahr insbesondere für allergieempfindliche Menschen. 54 Warnbeschilderungen gibt es aktuell im Stadtgebiet Rheda-Wiedenbrücks, dazu einige Absperrungen an Stellen, wo die Raupen eine größere Gefahr darstellen. Die Beschilderungsorte verteilen sich in der gesamten Stadt: Im Stadtholz, am Fichtenbusch, am Jagdweg sowie am Radweg am Jägerheim wurden beispielsweise Hinweistafeln angebracht. Am Amselweg informiert ein bedrucktes Flatterband über den Befall von Bäumen. Die Mitarbeiter der Stadt nutzen für solche Fälle inzwischen ein im Fachhandel angebotenes rotweißes Flatterband, das den genauen Grund für die Absperrung angibt: „Vorsicht – Eichenprozessionsspinner“.

Warnung mit Schildern und Flatterband

Am Bolzplatz „Im Kalekamp“ in Batenhorst etwa ist eine Eichengruppe direkt am Fangzaun mit dem Flatterband abgesichert. Dort ist zu sehen, dass die mächtigen Schattenspender an mindestens drei Stellen in Blickhöhe von einer Spezialfirma gegen den Raupenbefall behandelt wurden. „Der Fokus bei der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners und seiner haarigen Raupen liegt vor allem auf Bäumen an Kindertagesstätten und Schulen“, erklärt Rathaussprecherin Lena Henkenjohann auf Nachfrage.

Den Jüngsten ist die von den krabbelnden Prozessionen ausgehende Gefahr nicht immer bewusstzumachen. Sollten sie von den allergieauslösenden Haaren der Tiere betroffen sein, ist die Ursache für ein mögliches Kratzen auf der Haut oder gar einen allergischen Schock abseits von Spielplätzen, Schulen und Kindergärten daheim nicht mehr nachvollziehbar. Die Feststellung des Befalls an solchen Einrichtungen löst deshalb sofort den Auftrag an eine Spezialfirma zur Bekämpfung aus, heißt es aus dem Rathaus. So auch an dem für Kinder und Jugendliche so einladenden Bolzplatz, wo die befallene Eiche direkt hinter einem der beiden Fußballtore steht.

Bewusstsein wecken für Risiko

In anderen Fällen wird mit Schildern vor der Gefahr gewarnt. Das macht insbesondere in den Waldgebieten als Erholungsfläche oder an Radwegen Sinn. Die Sporttreibenden, Radfahrer und Gassi-Geher sind dort meist nur wenige Sekunden einer möglichen Begegnung mit den Schädlingen und den von ihnen ausgehenden Gefahren ausgesetzt, denn sie sind quasi auf der „Durchreise“.

Das von der Stadt genutzte abgestufte Verfahren der Warnung hat sich trotz des großen Material- und Personalaufwands für die witterungsbeständige Beschilderung als sinnvoll erwiesen, heißt es aus dem Rhedaer Rathaus. Die wiederholte Begegnung mit dem Warnschild dürfte das Bewusstsein für mögliche Gefahren bei Jugendlichen und Erwachsenen jedenfalls vergrößern.

Befall zeitnah melden

Alle Funde von Eichenprozessionsspinnern in Rheda-Wiedenbrück sollten umgehend der Umweltabteilung der Stadt gemeldet werden. Wichtig ist der genaue Standort des Funds, etwa mit GPS-Koordinaten oder mit Fotos, die per E-Mail an die Adresse umwelt@rh-wd.de gesendet werden können. Sollte sich der Befall auf Privatflächen zeigen, ist die Stadt ebenfalls zu informieren. Die Beseitigung gefährlicher Nester müssen im Normalfall die jeweiligen Eigentümer bezahlen. Bei Straßenbäumen tragen hingegen Stadt, Kreis, Land oder Bund als Eigentümer der jeweiligen Verkehrswege die Kosten für die Entsorgung.

Weitere Auskünfte gibt die Umweltabteilung der Stadt Rheda-Wiedenbrück unter Tel. 05242/963234. Auch im Internet hat die Verwaltung nützliche Tipps zum Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner zusammengestellt.

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