1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Rheda-wiedenbrueck
  6. >
  7. Gegen das Vergessen

  8. >

Realschüler besuchen die Gedenkstätte Auschwitz

Gegen das Vergessen

Rheda-Wiedenbrück (WB). 22 Schülerinnen und Schüler einer Arbeitsgemeinschaft der zehnten Klassen der Osterrath-Realschule (ORS) machten sich auf nach Krakau, nicht aber um in erster Linie die Stadt zu besichtigen, sondern die Gedächtnisstätte Auschwitz-Birkenau anzusehen.

Waltraud Leskovsek

Christian Nüßer, Nadja Kaplan und Lehrerin Inke Maschmann (von links) mit dem Foto (auch im Hintergrund zu sehen), auf dem Zeitzeugin Lidia Maksymovicz zu sehen ist. Foto: Waltraud Leskovsek

»Gegen das Vergessen« hieß ihr Projekt, das sie nun in den letzten Tagen ihrer Schulzeit an der ORS den Mitschülern aus dem 10er Jahrgang vorstellten. Ganz bewusst hatten die Jugendlichen sich noch etwas Zeit gelassen, um das Gesehene zu verarbeiten und zu verstehen. Was sie dort erlebt hatten, war für alle eine tiefgründige und sehr emotionale Erfahrung. Deshalb haben sie bei der Auswahl der Fotos auch bewusst darauf geachtet, nicht zu viel Persönliches der 1,1 Millionen Menschen, die zwischen 1940 und 1945 dort ermordet worden sind, preiszugeben. Anhand eines riesigen Lagers mit Schuhen und Brillen könne man sich ansatzweise vorstellen, wie unglaublich viele Menschen dort umgekommen seien.

Sichtlich bewegt zeigten sich die Schulabgänger, erzählten von ihrer fünftägigen Reise, von ihrer Begegnung mit der Zeitzeugin Lidia Maksymovicz, die den Jugendlichen erzählte, wie groß die Freude gewesen sei, als sie mehr als 20 Jahre später ihre tot geglaubte Mutter anhand einer eintätowierten Nummer auf dem Unterarm wiederfinden konnte. Die Schüler berichteten vom Besuch im Oskar-Schindler-Museum und von der Besichtigung des Jüdischen Viertels, wo sie auch die Drehorte des Films »Schindlers Liste« aufgesucht haben.

Ein Jahr lang akribisch vorbereitet

Auf die fünftägige Flugreise der AG »Gegen das Vergessen« hatten sich die Schüler zusammen mit ihrer Lehrerin Inke Maschmann ein Jahr lang akribisch vorbereitet. Mit gemischten Gefühlen traten sie diese Reise ins eisig kalte Krakau an, denn es lag noch Schnee, als sie dort waren. Sie wussten nicht, was sie erwartete und wie sie mit den Erlebnissen umgehen würden.

In einem Film haben sie alles sorgfältig verarbeitet. Doch eines war nicht zu sehen: herumalbernde, fröhliche Jugendliche, die froh sind, auf Klassenfahrt zu sein. Sie waren ernst, sich der Situation bewusst. Den Film zeigten sie nun ihren Mitschülern, einigen Eltern und Lehrern, und auch die waren mucksmäuschenstill, als sie die Bilder sahen.

Damit diese Reise überhaupt möglich war, hatte die Firma Maschinenbau Venjakob, die seit einigen Jahren Kooperationspartner der Osterrath-Realschule ist, die Fahrt großzügig finanziell unterstützt. Nadja Kaplan bedankte sich im Namen aller Krakau-Fahrer bei Geschäftsführer Christian Nüßer für die Finanzspritze mit einem gerahmten Gruppenfoto.

Startseite