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Rheda-Wiedenbrück: WCV-Karnevalisten verkraften Abschied von den Landeiern gut

Grüne Funken sprühen vor Spaß

Rheda-Wiedenbrück (WB). Da sprach der alte Häuptling der Indianer: »Wild ist der Westen, und schön. . .« Schön ist die Prairie? Nein, schön ist’s beim WCV.

Tim Bergheim

Wild ist der Westen: Doch wenn Indianer so wie vom Stamm der Grünen Funken nur tanzen wollen, besteht ja keine Gefahr. Foto: Tim Bergheim

Unzählige blutjunge Indianerinnen und Cowgirls im besten Western-Alter, dazu musikalische Abschiede und kölsches Lebensgefühl satt, ein Abstecher in die Welt des Fernsehens und schließlich ein Erlebnis, wie es auf Karnevalsbühnen nicht die Regel ist. Stand da doch, nein kein Pferd auf dem Flur, sondern ein veritabler VW Golf. Wiedenbrücks Grüne Funken hatten mächtig aufgefahren für ihre Prunksitzung im Reethus.

Als Eisbrecher durften wie üblich die jüngsten Aktiven des Wiedenbrücker Carneval-Vereins ran, die schon vor Beginn der Sitzung im Foyer ungeduldig »mit den Hufen gescharrt« hatten. Kleine Schlümpfe, eine wilde Indianerhorde und fesche Cowgirls, allesamt zwischen vier und zwölf Jahren jung, rissen den Saal erstmals zu Begeisterungsstürmen hin. »53 stolze Kinder«: Da war es den Sitzungspräsidenten Sven Grabau und Thorsten Hvala »nicht bange um die Zukunft unseres WCV«.

Der WCV bleibt nicht allein

Wer die ganz große Wehmut erwartet hätte, als die »Landeier« zum vorletzten Mal die Bühne enterten, sah sich getäuscht. Die vier Harsewinkler spulten gewohnt mitreißend ein Potpourri ihrer großen Gassenhauer ab und hatten das Publikum mit dem ewig brennenden Scheißhaus und der Bella Marie voll hinter sich. »Das war’s, es war alles nur Spaß. Jetzt sind wir weg, und ihr wieder allein«, hieß es im Abschiedslied.

Von wegen allein: Der WCV hatte ja noch weit mehr zu bieten. Allen voran die vielen Eigengewächse der Grünen. Mit Charlotte Brauner und Annalena Lucarelli etwa zwei brillante Solo-Mariechen. Oder mit den »Grünen Bengeln« die gewohnt fetzige Playback Show, die diesmal in der Musikauswahl wohl besonders den Nerv der Jugend traf. »Ich will ’nen Cowboy als Mann«: Zwar tanzten die Altweiber zu diesem alten Gitte-Hit. Doch dürften die feschen Cowgirls in ihrem Alter längst in festen, westfälischen Händen sein. Mit einem zackigen Gardetanz reihte sich die WCV-Jugendgarde nahtlos in diesen Reigen ein.

Grüne Kittelschürze, aber kein WCV-Eigengewächs: »Emma« kam aus Emsdetten und beeindruckte wie schon einmal zuvor an gleicher Stelle mit ihren »olympischen Maßen«: Drei Ringe im Stehen und fünf im Sitzen.

Alaaf geht glatt über die Lippen

Wer vermisste eigentlich noch die »Landeier«, als zu vorgerückter Stunde »am Himmel de Stääne danzten« und »dä Dom sin Jlocke spillte«? Alles stand und schmetterte aus vollem Hals all’ die großen kölschen Karnevalshits mit, welche »De Fründe« aus Vorst am Niederrhein da im Gepäck hatten. »Viva Colonia«: Da ließ sich Präsident Grabau sogar dazu hinreißen, mal eine Ausnahme vom üblichen Helau einzufordern. Und das dreifache »Alaaf« ging den heimischen Jecken aber so was von glatt über die Lippen.

Schließlich Kristian Barder mit seinem alten Golf. Auch wenn diese nicht unbedingt in eine Karnevalssitzung passen wollte: Er bot mit seiner alten Karosse, die er zu einem grandiosen Schlagzeug umfunktionierte, eine grandiose Show.

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