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Rheda

Jugendliche aus Rheda-Wiedenbrück im Offenen Ganztag

Rheda

Im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs leisten sie wichtige Unterstützung in den Angeboten der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems.

Das Aufgabengebiet der Freiwilligen reicht von Unterstützung des OGGS-Teams bei der sozialpädagogischen Begleitung und Förderung der Schulkinder bis zur Hilfestellung bei der Betreuung beim Mittagessen und im freien Spiel. 15 junge Leute begannen in diesem Schuljahr ihr Freiwilliges Soziales Jahr. Das Foto zeigt (hinten, v. l.) Jana-Lena Schardt, Jonathan Streit, Johanna Gerks, Maja Amsbeck, Marc Pöppelbaum, Jana Pollhans, Moritz Güth, Marlena Westbeld, Sean Andruhn, Lasse von Eitzen sowie (vorne, v. l.) Alina Zogaj, Sophia Schweikert, Chiara Erbe und Wibke Cholewa. Außerdem gehört Julia Ewers zum Team.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Die Corona-Pandemie hat das Leben und den Alltag in den vergangenen zwei Jahren sehr verändert – auch in den Grundschulen. Kindern trotz aller Beschränkungen Bildung, Freude am Lernen und eine gute sowie altersgerechte Entwicklung zu ermöglichen, stellte für Lehrer wie für Mitarbeiter im Offenen Ganztag (OGGS) eine besondere pädagogische Herausforderung dar. Die jungen Erwachsenen im Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), die in den OGGS-Teams an den Grundschulen mitarbeiten, nehmen über die Unterstützung in der täglichen Begleitung und Betreuung der Kinder hinaus auch dabei eine wichtige Aufgabe wahr.

Kinder blühen auf

Jana Pollhans aus Neuenkirchen beschreibt es so: „Ich beobachte, dass ich für die Mädchen und Jungen eine Vertrauensperson geworden bin. Sie dürfen spielen und Quatsch machen, wir lernen gemeinsam, und mit Fragen und Sorgen können sie immer zu mir kommen.“ Lasse von Eitzen aus der Johannisschule Rheda ergänzt: „Die Arbeit in der OGGS macht mir viel Spaß, ich konnte auch eine Menge von den Kindern lernen. Spannend ist der Perspektivwechsel von der eigenen Schülersituation hin zum Mitarbeiter und Kollegen mit Verantwortungsübernahme.“ Die beiden sind zwei von 15 jungen Menschen aus dem Kreis Gütersloh, die derzeit in einer der insgesamt 17 Offenen Ganztagsgrundschulen in Trägerschaft der Volkshochschule (VHS) Reckenberg-Ems ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. Ob beim gemeinsamen Mittagessen, als Streitschlichter, beim Spielen und Basteln: Sie nehmen oft die Rolle der großen Schwester, des großen Bruders für die Mädchen und Jungen ein, die im Offenen Ganztag in kleinen Gruppen betreut werden. 

„Ich hatte einige prägende Momente, die ich nicht vergessen werde“, meint Alina Zogaj aus der Wilbrandschule in Clarholz. „So konnte ich Kinder mit fehlenden Sprachkompetenzen begleiten und eine gute Entwicklung fördern, außerdem Lehrer im Unterricht unterstützen. Daher habe ich mich von einem eher schüchternen zu einem offenen Menschen entwickelt.“ In der Eichendorffschule in Wiedenbrück gelang es Moritz Güth, bei einem Erstklässler mit fehlenden Deutschkenntnissen auf unterschiedlichen Wegen die Sprachdefizite zu überwinden. „Die Fortschritte, vor allem das Aufblühen des Kinds, war der bisher schönste von vielen schönen Momenten.“ „Ich habe gelernt, wie ich mit den Kindern gut und verständlich sprechen kann, Wortwahl und Tonlage spielen eine Rolle in einer freundlichen Atmosphäre. Natürlich sind klare Regeln im Miteinander konsequent zu beachten“, sagt Sean Andruhn, der sich in der Rhedaer Andreasschule engagiert und sich eigenen Angaben zufolge dort gut eingebunden fühlt. Chiara Erbe (Wenneberschule Rheda) stimmt dem zu: „Ich habe den sicheren Umgang mit den Steppkes erlernt, außerdem Wege gefunden, Lösungsstrategien bei Konflikten gemeinsam zu entwickeln, konsequenter und gleichzeitig offener zu werden.“

Startschuss fällt am 1. September

Alle Freiwilligen werden von den hauptamtlichen Mitarbeitern begleitet und angeleitet. Darüber hinaus bezahlt die Volkshochschule ein Taschengeld und die Beiträge zur gesetzlichen Kranken-, Renten-, Unfall-, Arbeitslosen- sowie Pflegeversicherung. Für die Eltern besteht Anspruch auf Kindergeld. Mit fünf einwöchigen Weiterbildungsseminaren werden die FSJler auf den Einstieg in die pädagogische Arbeit mit den Kindern vorbereitet und bekommen eine Unterstützung für den Übergang in eine sich anschließende Berufsausbildung oder ein Studium. Das FSJ wird in einer Offenen Ganztagsgrundschule in Trägerschaft der VHS Reckenberg-Ems abgeleistet, dauert zwölf Monate und beginnt am 1. September. Voraussetzungen sind ein Mindestalter von 17 Jahren, die Erfüllung der allgemeinen Schulpflicht sowie Sozialkompetenz, Teamfähigkeit und Freude an der Arbeit mit Kindern. Interessenten wenden sich an Cornelia Röwekamp, [email protected] und 05242/9030108, Marion Breimann, [email protected] und 05242/9030116, oder direkt an die Volkshochschule, 05242/90300.

Das Aufgabengebiet der Freiwilligen reicht von Unterstützung des OGGS-Teams bei der sozialpädagogischen Begleitung und Förderung der Schulkinder bis zur Hilfestellung bei der Betreuung beim Mittagessen und im freien Spiel – auch in Ferienzeiten. Bei der Planung und Durchführung eines eigenen Projekts mit den Heranwachsenden dürfen die Freiwilligen eigene Ideen entwickeln und umsetzen. Jana-Lena Schardt aus der Brüder-Grimm-Schule empfindet die Mitarbeit im Unterricht und die Unterstützung in der Hausaufgabenbegleitung als spannend. „Aber insbesondere Spiel und Spaß am Nachmittag sind wichtige Elemente.“ Seit 2005 ermöglicht die VHS Reckenberg-Ems jungen Menschen, sich in einer der 17 Ganztagsgrundschulen beruflich zu orientieren und soziale Berufsfelder kennenzulernen. 

In der Begegnung mit Menschen die eigene Persönlichkeit weiterentwickeln

Das Freiwilligenjahr biete die Chance, in der Begegnung mit Menschen die eigene Persönlichkeit weiterzuentwickeln, Zusammenarbeit im Team zu erfahren und die individuelle Eignung für einen Job in dem Bereich zu prüfen, während gleichzeitig die Zeit bis zum Start einer Ausbildung sinnvoll überbrückt werde, wirbt die Weiterbildungsstätte um Nachrücker. Für junge Erwachsene mit dem Ziel, ein Lehramtsstudium aufzunehmen, besteht zudem die Möglichkeit, sich die Monate des freiwilligen Engagements als Eignungspraktikum bescheinigen zu lassen. Auch andere Berufsperspektiven können sich auftun – so wie bei Jana Schulte: „Die Aufgabe hat mir viel Spaß gemacht, jetzt absolviere ich mein erstes Jahr in der praxisintegrierten Erzieherausbildung am Berufskolleg.“

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