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Rheda

Junger Pole nach Stopp in Rheda spurlos verschwunden

Rheda

Der Mann war auf dem Weg in die Niederlande. Nach einer Pause war er nicht zum Bus, mit dem er unterwegs war, zurückgekehrt.

Von einem jungen Polen, der in Rheda bei einem Zwischenstopp aus einem Minibus ausgestiegen sein soll, fehlt seit einer Woche jede Spur. Inzwischen hat die Polizei die Ermittlungen aufgenommen und erwägt eine Öffentlichkeitsfahndung.

Rheda-Wiedenbrück (gl) - Wo ist Dominik? Das fragen sich besorgt Angehörige eines 25-jährigen Polen, der auf der Reise von Polen in die Niederlande auf einem Zwischenstopp in Rheda verschwunden sein soll. Seit jener Nacht vom vorigen Samstag auf Sonntag haben sie offenbar keinen Kontakt mehr zu ihm. Am gestrigen Freitag hat die Kreispolizei Gütersloh den jungen Mann als einen Vermisstenfall ausgeschrieben.

„Die Anzeige ist aufgenommen“

Dies teilte Katharina Felsch, Pressesprecherin der Polizeibehörde, auf Nachfrage dieser Zeitung mit. Nachdem sich eine deutschsprachige Angehörige am Dienstag bei der Polizei gemeldet habe, habe man am gestrigen Freitag noch einmal Kontakt zum Kreis der Angehörigen aufgenommen. Dort habe man noch immer nichts von dem jungen Mann gehört. „Die Anzeige ist aufgenommen, nun werden die Voraussetzungen für eine Öffentlichkeitsfahndung geprüft“, fasste Felsch das weitere Vorgehen zusammen. 

Bevor dies geschehe, wolle man noch mit den Eltern sprechen. Öffentlich gemacht worden ist das rätselhafte Verschwinden indes bereits im Internet. Auf Facebook meldete sich eine Frau zu Wort, die angibt, dass der Vermisste der Enkelsohn ihrer Stiefmutter sei. Zudem findet sich ein Vermisstenhinweis auf dem Portal „polskiobserwator.de“ für in Deutschland lebende Polen. Laut diesem Hilfeaufruf machte sich Dominik am vorigen Samstag aus dem polnischen Deschowitz mit einem Bus auf den Weg ins niederländische Kesteren. 

Telefon des Vermissten ist inzwischen inaktiv

An der Gütersloher Straße in Rheda habe dann der Bus eine kurze Pause eingelegt, um einen weiteren Mitfahrer aufzunehmen. Der junge Pole sei ausgestiegen, doch nicht in den Bus zurückgekehrt, so dass der Fahrer nach mehreren telefonischen Kontaktversuchen und einiger Wartezeit seine Fahrt fortgesetzt habe. Das Telefon des Vermissten sei inzwischen inaktiv. „Der Minibus ist ohne ihn weiter nach Holland gefahren, wo seine Eltern auf ihn gewartet haben. Die Mutter wartet verzweifelt auf ein Lebenszeichen“, heißt es in dem Facebookbeitrag der Verwandten, die sich um den jungen Mann, der ohne Gepäck ausgestiegen sei, sorgt. 

„Wir glauben nicht, dass er sich in der Region auskennt oder dass er dort Bekannte hat“, schreibt sie. Der rund 12 000 Einwohner zählende Ort an der Oder, wo der Bus startete, liegt immerhin knapp 860 Kilometer und mehrere Autofahrstunden von der Gütersloher Straße in Rheda entfernt, wo sich Dominiks Spur verliert. Die Angehörige, die darauf hinweist, dass Dominik kein Deutsch und nur ein wenig Englisch spreche, befürchtet: „Wahrscheinlich hat er kein Geld und kein Handy.“

Die Ursache für das Verschwinden ist bislang völlig unklar

Darüber, aus welchen Gründen sich der junge Pole auf den Weg in die niederländische Provinz gemacht hat – also beispielsweise aus beruflichen oder privaten Motiven –, hat die Polizei wie sie auf Nachfrage dieser Zeitung informierte, keine Kenntnis. Die Ursache für das Verschwinden ist bislang völlig unklar. Grundsätzlich habe erst einmal jeder Erwachsene das Recht, frei zu wählen, wo er sich aufhalte, machte Katharina Felsch im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich, dass die Polizei bei der Bewertung eines als vermisst gemeldeten Erwachsenen zunächst einmal eine Bewertung vornehme, ob überhaupt eine Gefährdung angenommen werden kann. So auch in diesem Fall. Nach der Meldung am Dienstag habe man zum Beispiel, wie sonst auch üblich, Krankenhäuser abtelefoniert, was jedoch nichts ergeben habe. Auch habe die Polizei in der Zwischenzeit von keinem hilflosen Menschen Kenntnis erhalten. Man wisse auch noch nicht, was sich in dem Gepäck befinde, das er im Bus zurückgelassen habe, um daraus womöglich weitere Erkenntnisse zu ziehen, erklärte Katharina Felsch.

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