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Rheda-Wiedenbrück

Neustart noch in dieser Woche denkbar

Rheda-Wiedenbrück (kvs) - Am Wochenende ist der Betrieb bei der Tönnies-Tochter Weidemark im niedersächsischen Sögel auf Geheiß der Behörden zum Stillstand gekommen. Gleichzeitig sind Gespräche zwischen Unternehmensvertretern angelaufen, was eine schrittweise Wiederaufnahme angeht. 

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Parallel dazu beschäftigt sich das Verwaltungsgericht mit der Verfügung, die Tönnies stets als unverhältnismäßig bezeichnet hatte. Die Verantwortlichen um Landrat Marc-André Burgdorf haben Gelegenheit, sich bis zum morgigen Dienstag zu dem Fall zu äußern. „Vorher ist nicht mit einer Entscheidung der Kammer zu rechnen“, heißt es.

Kritik an Schließung

Der Landkreis Emsland hatte wegen einer hohen Zahl von positiven Coronatests (zwischenzeitlich waren es mehr als 80) unter den 1800 Schlachthofmitarbeitern die Schließung zum Wochenende verfügt. Nach 22 Tagen soll der Betrieb wieder aufgenommen werden dürfen. Außer Tönnies kritisieren auch Landwirte das Vorgehen, da sie nun nicht wissen, wohin mit ihren schlachtreifen Tieren.

Tönnies-Sprecher Dr. André Vielstädte verbreitete am vergangenen Wochenende eine Pressemitteilung aus dem Meppener Kreishaus, wonach man sich derzeit in einem intensiven Austausch mit Unternehmensvertretern befinde, um zeitnah die Wiederaufnahme des Betriebs in Sögel zu ermöglichen. „Es sind gute und konstruktive Gespräche, in denen wir gemeinsam eine Lösung suchen“, bewertet Burgdorf den Dialog. Das Unternehmen habe ein Konzept für einen Neustart vorgelegt, das jetzt aus infektiologischer Sicht bewertet werden müsse.

Eingeschränkter Betrieb

Nur wenn das Infektionsgeschehen in der Firma unter Kontrolle sei und die Bedingungen des Gesundheitsamts erfüllt seien, könne es bei Weidemark weitergehen, sagt der Landrat weiter. Ziel sei es, unter Einhaltung strenger Maßnahmen bereits in dieser Woche einen eingeschränkten Betrieb des Schlachthofs zu ermöglichen. Dabei genieße der Schutz der Mitarbeiter und der Menschen im Emsland oberste Priorität. „Gleichwohl sind wir natürlich an einer konstruktiven Lösung für alle Beteiligten interessiert, die insbesondere die Themen Tierschutz und Schweinehalter berücksichtigen“, sagt Landrat Burgdorf.

Zahlen rückläufig

Tönnies selbst mag nicht von einem Infektionsgeschehen innerhalb des Betriebs sprechen. Vielmehr sei das Problem wohl außerhalb der Werkstore zu suchen, sagte kürzlich Vielstädte sinngemäß. „Die Ergebnisse der Coronatests bei Weidemark sind im Gegensatz zur Gesamtentwicklung im Emsland rückläufig. Die Mitarbeiter jetzt ohne Quarantäne nach Hause zu schicken, ist für sie ein größeres Risiko, als im Betrieb täglich getestet zu werden und bei negativem Ergebnis zu arbeiten“, kritisiert Weidemark-Geschäftsführer Christopher Rengstorf.

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