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Rheda-Wiedenbrück

Ohne Mieteinnahmen wird es schwierig

Rheda-Wiedenbrück (sud) -  Ein wesentlicher Bestandteil zur Deckung der Betriebskosten des Rhedaer Altstadthauses sollen die Einnahmen durch die Vermietung einer Wohnung sein. Doch das Vorhaben steht auf wackligen Beinen. Deswegen hat die Stadt andere Möglichkeiten geprüft.

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Die Nutzungsrechte für das Haus Großer Wall 21 hat die Altstadtinitiative Rheda bereits in der Tasche. Unklar ist noch, wie die laufenden Betriebskosten gedeckt werden sollen. Foto:

Voraussichtlich ab 2022 soll die Fachwerkimmobilie Großer Wall 21 unter der Bezeichnung Altstadthaus ein Ort für Kultur und Begegnungen werden. Die Altstadtinitiative Rheda will das Gebäude betreiben. Eigentümerin ist die Stadt, die die denkmalgeschützte Immobilie dem Verein unentgeltlich zur Nutzung überlässt. Noch nicht abschließend geklärt ist indes die Frage, wie die laufenden Betriebskosten gedeckt werden können. Der ursprüngliche Vorschlag der Initiative, eine Wohnung im Obergeschoss des Altstadthauses zu vermieten, ist nämlich schwieriger umzusetzen als zunächst angenommen.

Altstadtinitiative fehlt Geld für Ausbau

Denn um die 58 Quadratmeter große Einheit vermieten zu können, müsste sie erst ausgebaut werden. Das würde Schätzungen zufolge 150.000 Euro kosten – Geld, das der gemeinnützige Verein nach eigenem Bekunden aber nicht hat. Bislang hatte die Altstadtinitiative angenommen, dass für den Ausbau der Wohnung Fördergelder der Bezirksregierung Detmold in Anspruch genommen werden können. Doch inzwischen hat die Behörde derartigen Überlegungen einen Riegel vorgeschoben. Die Mieteinnahmen von bis zu 4900 Euro, die man mit der Wohnung im Obergeschoss pro Jahr erzielen will, wären ein wesentlicher Bestandteil zur Deckung der Betriebskosten für das Altstadthaus. Damit die Rechnung weiterhin aufgeht, hat die Stadt nach Alternativen gesucht.

Für die Ratssitzung am Dienstag, 2. März, schlägt die Verwaltung zwei Möglichkeiten vor: Entweder die Gewährung eines einmaligen Baukostenzuschusses an die Initiative zur Schaffung der Wohnung von 150 000 Euro oder einen jährlichen Zuschuss zu den Betriebskosten von 4000 Euro. Die Politiker haben also die Wahl. Mit der ersten Variante wäre die von Anfang an von der Initiative favorisierte Generierung regelmäßiger Einnahmen durch die Miete über den Umweg der Vorfinanzierung des Ausbaus durch die Stadt doch noch möglich – freilich müssten zuvor 150 000 Euro an Steuergeldern für den Ausbau der Wohnung in die Hand genommen werden.

Beitrag zum Erhalt der Rhedaer Altstadt

Kleinkunst und Ausstellungen, Poesie und Heimatgeschichte, Plattdeutsch-Stammtisch und Café: Für diese und weitere Nutzungsmöglichkeiten soll das Altstadthaus den Rahmen bieten. Die Idee der Altstadtinitiative Rheda ist in der Politik auf breite Zustimmung gestoßen – auch deshalb, weil es ein weiterer Bestandteil des Konzepts ist, für historische Fachwerkhäuser die Werbetrommel zu rühren. Die Initiative will insbesondere Privatpersonen für das Leben in alten Gemäuern und die dafür erforderliche fachgerechte Restaurierung begeistern. Darin sehen sowohl Verein als auch Mandatsträger einen Beitrag zum dauerhaften Erhalt der Rhedaer Altstadt.

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