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Rheda-Wiedenbrück

Ölgemälde zeigt Gründungsmitglied

Rheda-Wiedenbrück (eph) - Der Wiedenbrücker Kaufmann Hugo Brenken war offensichtlich ein vermögender Mann. Immerhin ließ er sich 1919 von dem damals 27-jährigen Wiedenbrücker Kunstmaler, Heinrich-Repke-Schüler und späteren Königsberger Kunstprofessor Fritz Burmann in Öl porträtieren.

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Und auch Brenkens Ehefrau Gertrud, geborene Dittmann, stand Jahre später einem Vertreter der Wiedenbrücker Schule Modell: Dem Kunstmaler Heinrich Krane. Jahrzehnte nach ihrer Entstehung haben die beiden Bilder jetzt den Weg zurückgefunden in ihren Herkunftsort. Der Heimatverein Wiedenbrück Reckenberg durfte sie als Schenkung der Delbrücker Familie Brenken entgegennehmen. Aufgetaucht waren die Ölgemälde zuvor bei einer Haushaltsauflösung von Brenken-Abkömmlingen in Bremen.

Wer war Hugo Brenken?

Wer war Hugo Brenken und was hat ihn mit Wiedenbrück verbunden? Diese Frage ließ den Heimatvereinsvorsitzenden und Historiker Dr. Wilhelm Sprang nach dem überraschenden Angebot aus Delbrück nicht ruhen. Ergebnis seiner Recherchen: Hugo Brenken entstammte einer Delbrücker Familie, die Ende des 19. Jahrhunderts eine Auswandereragentur betrieb. Da es in Delbrück seinerzeit offensichtlich keine Bank für die Abwicklung der Geschäfte gab, siedelte Hugo Brenken um nach Wiedenbrück und betätigte sich hier als Kaufmann.

Im Jahr 1911, fand Sprang in der Chronik des Vereins heraus, zählte Hugo Brenken zu den Mitbegründern des Heimat- und Geschichtsvereins, der sich allerdings Jahre später kriegsbedingt wieder auflöste. Als 1926 eine Wiedergründung erfolgte, war auch Hugo Brenken daran beteiligt. Innerhalb des Vorstands übernahm er das Amt eines Beisitzers. „Brenken war ein leidenschaftlicher Historiker und Sammler. Er hat viel für den Heimatverein getan und gemeinsam mit dem damaligen Bürgermeister Schmitz zahlreiche historische Fundstücke zusammengetragen“, sagt Sprang.

„So etwas wie mein Vor-Vor-Vorgänger“

Um die beiden Bilder als Erbstücke der Wiedenbrücker Schule zu bewahren und sie wieder in einen vorzeigbaren Zustand zu versetzen, hat der Heimatverein ihre Reinigung beim Künstler Willi Repke, Enkel von Kunstmaler Heinrich Repke, und Restauratorin Birgit Dürbusch in Auftrag gegeben.

Frisch gereinigt, retuschiert und mit Firniss versehen, sind die Bilder jetzt von den Heimatvereinsvertretern Wilhelm Sprang, Horst Schauer und Andreas Kirschner im Künstlerhaus Repke an der Hauptstraße entgegengenommen worden. Ihren vorläufigen Platz werden sie voraussichtlich im Arbeitszimmer von Wilhelm Sprang erhalten. „Immerhin war Hugo Brenken so etwas wie mein Vor-Vor-Vorgänger“, sagt der Vorsitzende mit Schmunzeln im Gesicht.

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